1. Herren: Bitterer Auftakt für den HC Bremen
Handball-Oberligist startet mit einer 22:28-Auswärtsniederlage beim TvdH Oldenburg in die neue Saison

Bremen. Nach mehr als sechs Monaten ohne ihren Sport hatten sich die Handballer des HC Bremen auf den Saisonauftakt in der Handball-Oberliga Nordsee sehr gefreut – um direkt vor dem ersten Spiel gegen die SG VTB/Altjührden neuerlich bitter enttäuscht zu werden. Das Heimspiel am vorletzten Wochenende hatte aufgrund der Covid-19-Krise abgesagt werden müssen. Die behördlichen Auflagen für den Landkreis Friesland hätten das Auswärtsspiel in der Hansestadt zwar zugelassen, dies aber war den SG-Verantwortlichen allerdings zu heikel und so wird die Partie nun am Dienstag, 27. Oktober (20 Uhr) nachgeholt werden.

„Obwohl sich alle auf das erste Punktspiel gefreut haben“, erklärte HC-Spielertrainer Marten Franke, „stand außer Frage, der Bitte um Verlegung nachzukommen.“ Somit begann die neue Spielzeit für das Team am Freitag mit dem Auswärtsspiel beim TvdH Oldenburg – und endete ebenfalls mit einer Enttäuschung, nun einer sportlichen: Mit 22:28 (9:11) mussten sich die Bremer letztlich deutlich geschlagen geben. Dabei begann die Partie ausgeglichen, beide Teams erspielten sich Tormöglichkeiten, und die Gäste um ihren treffsichersten Akteur Marten Franke (vier Tore) agierten in den ersten 30 Minuten mindestens auf Augenhöhe.

„Wir haben defensiv gut gestanden“, erläuterte Franke, „und hätten bis zu Pause eigentlich schon deutlich führen müssen.“ Vor allen Dingen die ersten 20 Minuten verliefen aus Sicht der Gäste verheißungsvoll, aus einer aufmerksamen 6:0-Deckung heraus kam der HC Bremen zu schnellen Tempogegenstößen. Auch aus dem Spiel heraus kreierte das Team gute Möglichkeiten. Allerdings ließ das Teamzahlreiche Chancen ungenutzt, entweder fehlte die nötige Konzentration im Abschluss oder der glänzend aufgelegte TvdH-Keeper Jannik Rohde parierte die Bälle. „In der ersten Hälfte hätten wir frühzeitig eigentlich schon deutlich führen müssen“, haderte Franke mit der hohen Fehlwurfquote seines Teams. „Unsere 28 Fehlwürfe waren aus meiner Sicht der Knackpunkt, das ist einfach zu viel.“

So konnten die Gastgeber um ihren besten Werfer Maximilian Bähnke (8) einen Zwei-Tore-Rückstand (3:5/13. Spielminute) bis zur Pause in einen eigenen Vorsprung drehen. „In meiner ersten Auszeit habe ich versucht, Ruhe und Coolness in unser Spiel zu bringen“, sagte Franke, „wir haben uns leider aber das gesamte Spiel über in mehrere Situationen nicht clever genug verhalten und am Ende verdient verloren.“ Neben dem bärenstarken Keeper hätte seiner Mannschaft allerdings auch so manche Entscheidung der Unparteiischen das Leben schwer gemacht, so Franke, „wir hätten oft nach Ballgewinn schnell umschalten können, sind jedoch mehrfach zurück gepfiffen worden, weil die Schiedsrichter in einem eigentlich fairen Zweikampf auf Foul gegen uns entschieden haben“.

Zu Beginn der zweiten Hälfte ließ Franke mit seinem Treffer zum 10:11-Anschluss neue Hoffnung bei den Gästen aufkeimen, mit viel Kampfgeist wollten die Bremer an die gelungene Saisonvorbereitung anknüpfen. „Vielleicht haben wir uns gerade deshalb etwas zu sicher gefühlt“, mutmaßte Franke, „und haben nicht mit der nötigen Bissigkeit gespielt.“ Während die Oldenburger bereits in der neuen Saison angekommen waren, hatte der HC-Coach das Gefühl, „dass wir noch nicht richtig drin waren und uns erst akklimatisieren mussten“. Dadurch kamen die Hausherren zu einem Vier-Tore-Lauf und legten damit den Grundstein für den späteren Erfolg. Die Bremer waren ab Mitte der zweiten Hälfte gezwungen, ihre Deckung zu öffnen, die entsprechenden Lücken nutzte Oldenburg zu einfachen Toren und setzte sich schließlich in der letzten Viertelstunde entscheidend ab. „Uns fehlte in mehreren Situationen das Selbstvertrauen“, meinte Marten Franke, „und um noch wenigstens einen Punkt mitzunehmen, haben uns am Ende die Tore gefehlt, die wir in der ersten Hälfte nicht gemacht haben.“

Dennoch sei er „insgesamt mit der Mannschaftsleistung einverstanden“, versicherte Franke, der sich gedanklich bereits mit dem kommenden Gegner beschäftige: „Haren ist eine sehr kampfstarke Mannschaft“, warnte Franke in Hinblick auf das anstehende Auswärtsspiel (Sonnabend, 24. Oktober, 18 Uhr). „Wir werden uns in den nächsten Trainingseinheiten sehr konzentriert auf sie vorbereiten.“ Ein Schwerpunkt werde dabei das Wurftraining, so Franke, „um wieder die Sicherheit im Torabschluss zu bekommen, die wir in der Vorbereitung in vielen Spielen hatten“. Vielleicht sei die Niederlage „ein Warnschuss zum richtigen Zeitpunkt“, meinte der Trainer, „durch den auch wir jetzt in der Saison angekommen sind“. Am Saisonziel (ein Platz unter den ersten vier Mannschaften) habe sich durch die Pleite nichts geändert, versicherte Franke. „Das Potenzial dazu steckt auf jeden Fall im Team.“

HC Bremen: L. Prieß (1), Berdar; Franke (4/1), F. Fietze (3), L. Grieme (3), Harting (3), Hermann (2), O. Fietze (2/1), Schröder (1), Laube (1), Schäfer (1), Hoppe (1), Honschopp, Wiezorrek

Nächste Spieltermine

 

17:15
1. Damen

Elsflether TB — HC Bremen

18:00
1. Herren

TuS Haren — HC Bremen

19:30
A-Jugend

HC Bremen — TSG Altenhagen-Heepen

15:00
2. Damen

TS Woltmershausen — HC Bremen

17:30
2. Herren

HC Bremen — SV Werder