1. Herren: Folgenschwere Aussetzer
SG HC Bremen/Hastedt verliert mit der Schlusssirene 25:26 in Barnstorf

Bremen. Sie hatten die Trainingswoche intensiv genutzt, viel miteinander gesprochen, haben versucht, das Feuer wieder in die Mannschaft zurück zu bekommen – und dies auch im Spiel umsetzen können. Doch gegen diese eklatanten Konzentrationsfehler, die besonders in den letzten zehn Minuten zu Tage traten, war für die Oberliga-Handballer der SG HC Bremen/Hastedt einfach kein Kraut gewachsen. Und so blieb der Mannschaft des verletzten Spielertrainers Marten Franke bei der HSG Barnstorf/Diepholz letztlich noch nicht einmal ein Punkt. Denn mit der allerletzten Aktion unmittelbar vor der Schlusssirene traf Barnstorfs Kevin Heemann zum 26:25 (13:14)-Sieg.
„Wir haben hier heute zwei Punkte verschenkt. Natürlich sind wir eine junge Mannschaft, aber diese Konzentrationsfehler haben nichts mit Erfahrung zu tun“, sagte Marten Franke konsterniert. Bestes Beispiel für die krassen Blackouts der Bremer war eben diese Schlussphase. In der extrem ausgeglichenen Partie hatte der A-Jugendliche Malte Helbig erst für die 25:24-Führung gesorgt (59.), doch der Top-Torjäger der Liga, Jan Linne, glich per Siebenmeter aus. 15 Sekunden vor Abpfiff stimmten sich die Barnstorfer mit einer Auszeit noch einmal auf den Schlussakkord ein.
Ausgerechnet Piet Gerke
Dem hatte Marten Franke eine klare Strategie entgegengesetzt. „Wir sollten sieben Sekunden den Ball halten, dann wollte ich eine Auszeit nehmen. Stattdessen wird nach gerade einmal einer Sekunde der Ball sofort lang und quer gespielt und diesen Ball klaut uns ausgerechnet auch noch Piet Gerke, der bei uns in der Bundesliga-A-Jugend spielt und ein Zweitspielrecht für Barnstorf besitzt“, sagt Marten Franke. Doch es kam noch dicker, denn dieser direkte Gegenzug brachte Kevin Heemann in eine – zugegebenermaßen schwierige Wurfposition von halbrechts – dennoch wurde er von der Hastedter Abwehr fahrlässigerweise nicht gestoppt und erzielt den Siegtreffer.
Klar, dass nach der Schlusssirene Fassungslosigkeit herrschte. Denn über weite Strecken hatten die Hastedter eine gute Partie geboten. Auch ohne Felix Fietze, Jan und Kai Wiezorrek zeigten sie spielerisch eine ansprechende Leistung, an der mit Thies Hermann und Malte Helbig unter anderem auch zwei starke A-Jugendliche beteiligt waren. Franke hatte an dieser Leistung auch nichts zu kritisieren.
Dafür gab es andere, unerwartete Baustellen in seinem Team. „Entscheidend waren die Aussetzer, die sich gerade unsere Leistungsträger am Ende geleistet haben“, sagte Franke. Auffällig war aber erneut die Chancenverwertung. Gerade in einem solch engen Spiel sind sechs liegen gelassene hundertprozentige Möglichekeiten einfach zu viel. Und so fiel der verdiente Pausenvorsprung auch nicht deutlich, sondern mit 14:13 hauchdünn aus.
Die Deckung war vor einem starken Torwart Luca Prieß soweit in Ordnung. Hastedt startete mit einer extrem offensiven 3:3-Abwehr, nach der Pause stellte Franke auf eine passivere 3:2:1- beziehungsweise 5:1-Variante um. „Wir hatten uns vorgenommen maximal 24 Gegentore zu kassieren, das ist einigermaßen aufgegangen, wären da nicht die Schlussminuten gewesen“, so Franke.
Für ihn und sein Team geht es im letzten Spiel der Hinrunde und zugleich Jahresausklang darum, mit einem Erfolgserlebnis ins neue Jahr zu gehen. Am 15. Dezember ist der um einen Punkt schlechter postierte Tabellenvorletzte TSV Bremervörde zu Gast. „Für uns ist das jetzt der pure Kampf ums Überleben. Wir wollen Bremervörde hinter uns lassen und setzen auch auf unsere gute Heimbilanz. Letztlich ist aber nur eines wichtig: wir müssen jetzt liefern“, sagte Marten Franke

SG HC Bremen/Hastedt: Lucic, Prieß; Schröder (5), Francke, Gövert, Brune (1), Langwucht, Grieme (2), Harting (2), Heller (1), Ole Fietze 6/4), Helbig (3), Latacz (3), Hermann (2).

Nächste Spieltermine

 

20:00
1. Herren

HC Bremen — SG VTB/Altjuehrden

9:00
D-Jugend

ATSV Habenhausen — HC Bremen

16:00
B-Jugend

HC Bremen — TV Bissendorf

19:30
1. Herren

HC Bremen — TSG Hatten-Sandkrug

13:30
B-Jugend 2

HV Lueneburg — HC Bremen