1. Herren: Stefan Völkers wird zum Albtraum
Hastedter Abwehr bekommt reaktivierten Beckdorfer Rückraum-Shooter beim 30:30 nicht in den Griff

Bremen. Als Marten Franke beim Aufwärmen den Kader des SV Beckorf in Augenschein nahm, sah sich der Spielertrainer des Handball-Oberligisten SG HC Bremen/Hastedt prompt in die glorreiche sportliche Vergangenheit der Gäste versetzt. Der abstiegsbedrohte Tabellen-Vorletzte hatte im Kampf um den Klassenerhalt nahezu alles aufgeboten, was noch vor Jahren zum Beckdorfer Drittliga-Aufgebot gehörte. Allen voran Stefan Völkers. Letztlich war es der immer noch bärenstarke Rückraum-Shooter, der die Bremer Hoffnungen auf zwei Punkte zerstörte. Mit elf Toren hatte Völkers entscheidenden Anteil daran, dass die Hastedter am Ende nicht über ein 30:30 (15:17) vor eigenem Publikum hinaus kamen.

„Natürlich war dieser Punktverlust ärgerlich, aber ich bin nicht unzufrieden, denn wir haben in diesem sehr intensiven Spiel sehr gut dagegen gehalten. Letztlich waren es Kleinigkeiten, die uns am Sieg fehlten. Insgesamt hat sich Beckdorf diesen Punkt aber auch verdient“, sagte Franke. Franke selbst sorgte immer wieder für wichtige Treffer, hielt seine Mannschaft damit auf Tuchfühlung und erwies sich auch als sicherer Siebenmeterschütze.

Saison-Aus für Sebastian Heller

Die Bremer mussten auf Sebastian Heller verzichten, hinter dem eine bittere Woche lag. Nach sechs Wochen Verletzungspause hatte er sich im Training nach seinem Sehnenanriss im Fuß in einer überragenden Verfassung präsentiert. Doch bei einem Wurf riss die Sehne endgültig und sorgte damit für das vorzeitige Saison-Aus.

Wenn die Partie spielerisch zweifelsfrei nicht zu den Topereignissen der Liga gehörte, so ließ sie an Spannung und Kampf kaum etwas zu wünschen übrig. Beckdorf benötigt jeden Punkt, und auch die Hastedter, die als Tabellenfünfter zurzeit drei Zähler Rückstand auf den angepeilten Vizetitel haben, wollten nichts verschenken . Folglich ergab sich eine teilweise hitzige und hektische Auseinandersetzung. „Die erfahrenen Beckdorfer waren schon deutlich abgezockter als wir und haben gegen uns auch mit einigen versteckten Fouls ganz gut ausgeteilt. Da wurde es schon phasenweise ziemlich emotional“, sagte Marten Franke.

Letztlich ging aber auch die Bremer Taktik nicht ganz auf. Mit viel Tempo und einer eher defensiven Verteidigung sollten die vermeintlich langsameren Beckdorfer in den Griff bekommen werden. Doch besonders Stefan Völkers durchkreuzte diese Pläne rigoros und nutzte die Freiräume aus dem Rückraum nahezu fehlerlos immer wieder zu Treffern aus. Letztlich traf der Routinier elfmal und sorgte 53 Sekunden vor Schluss auch für den 30:30-Endstand.

Das wäre aber durchaus vermeidbar gewesen. Nachdem die Hastedter zur Halbzeit mit zwei Toren zurücklagen, schien der Plan, die Beckdorfer mit schnellem Spiel konditionell zu zermürben, aufzugehen. Bassam Farasha kam für Luca Prieß zwischen die Pfoten, parierte einige schwere Bälle und fing Beckdorfer Gegenstoßpässe ab. Schließlich sorgte Max Laube in der 45. Minute für die erste Bremer Führung nach langem Rückstand (24:23) und Kai Wiezorrek baute diesen Vorsprung sogar noch auf 27:25 aus (51.). Zwei Minuten vor der Schlusssirene verpassten es die Gastgeber aber, den knappen 30:29-Vorsprung auf zwei Treffer auszubauen. Franke genoss zu diesem Zeitpunkt eine Manndeckung, doch sein Pass sollte Wiezorrek über Außen die große Gelegenheit eröffnen, auf 31:29 auszubauen. Der wurde jedoch durch den mit einem Fuß im Feld stehenden Beckdorfer Trainer behindert, war einen Wimpernschlag lang unaufmerksam – und die Chance war dahin.

Im Gegenzug war es dann erneut Stefan Völkers, der sich seine Chance nicht entgehen ließ und aus dem Rückraum zum 30:30 traf, bevor die Hastedter durch einen überhasteten Wurf die endgültig letzte Chance vergaben, aus dem Remis noch einen Sieg zu machen. „Wir hätten etwas geduldiger sein müssen, da waren wir einfach nicht clever genug“, sagte Franke.

SG HC Bremen/Hastedt: Prieß, Farasha; Felix Fietze (4), Laube (3), Ehmke, Gövert, Till (3), Franke (9/3), Schäfer (1), Kai Wiezorrek (2), Ole Fietze, Jan Wiezorrek (5), Steghofer (3).

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