"Sehr schade für Matthew": Nordlichter dürfen U17-Torschützenkönig bei Beach-DM nicht einsetzen

Wenn die Nordlichter um 16:00 Uhr im Viertelfinale bei der Deutschen Meisterschaft im Beachhandball auf Titelverteidiger Beach & da Gang treffen, wird ein Junioren-Nationalspieler fehlen. Matthew Wollin wurde bei der U17-Europameisterschaft Torschützenkönig und war bei dem Team aus Niedersachsen für das Finalturnier um die Meisterschaft fest eingeplant. Erst drei Tage vor dem Turnierstart wurde den Nordlichtern mitgeteilt: Wollin darf nicht teilnehmen – mit erst 15 Jahren erhält er keine Spielberechtigung.
Bei den Nordlichtern sorgte die Entscheidung für Unverständnis – zumal es zuerst seitens des Verbandes zunächst Signale gab, dass Wollin spielen darf. „Es ist einfach nur sehr schade für Matthew“, bedauert Mannschaftssprecher Hendrik Sander. „Der Junge hat bei der EM und auf der GBO gezeigt, was für ein Potenzial er hat und dass er trotz seines Alters schon im Seniorenbereich mitspielen kann.“

Im September wird Wollin 16 Jahre; ab seinem Geburtstag hätten die Nordlichter ein Doppelspielrecht beantragen können, da er Kaderspieler ist. Grundlage für die Entscheidung, dem Junioren-Nationalspieler wenige Wochen vorher keine Spielerlaubnis zu erteilen, ist die Spielordnung des Deutschen Handballbundes – die logischerweise auf Hallenhandball ausgelegt ist.

„Die Deutsche Meisterschaft ist eine Veranstaltung der Erwachsenen“, erklärte Spieltechniker Andreas Jakob auf dem technischen Meeting. Jede/r Spieler/in unter 18 Jahren braucht daher ein Doppelspielrecht aus der Halle, das der Turnierleitung nachzuweisen ist – eigene Spielerpässe gibt es im Beachhandball nicht. Grundsätzlich wird das Doppelspielrecht für Mädchen ab 16 Jahre und für Jungen ab 17 Jahre erteilt; Kaderspieler können es ein Jahr vorher erhalten.

Wollin ist jedoch auch dafür zu jung. „Die Regel, wegen der Matthew nicht spielen darf – kein Doppelspielrecht für den Seniorenbereich im Hallenhandball – gilt ja grundsätzlich, um die jungen Spieler zu schützen“, weiß auch Sander, betont jedoch: „Im Hallenhandball, wo es körperlich sehr zur Sache geht, ist das sicherlich richtig. Auf den Beachhandball übertragbar, ist das aber sicherlich nicht!“

Es sei gut, so Sander weiter, „dass der DHB Vorschriften und Regularien hat und damit einen Rahmen schafft, aber wir müssen aufhören alles aus dem Hallenhandball auf den Beachhandball übertragen zu wollen. Alleine dieses Beispiel mit Matthew zeigt wie grundsätzlich verschieden diese beiden Sportarten sind.“
Verschiedene Sportarten brauchen verschiedene Regeln.

Beachhandball sei „nunmal keine Sommervariante vom „normalen Handball“ – es handelt sich hier um zwei unterschiedliche Sportarten und so sollten wir sie auch behandeln“, argumentiert der Nordlichter-Sprecher. „Beim Beachhandball kommt es nun mal nicht vorrangig auf Kraft an, sondern auf Spielverständnis, Technik und Athletik. Und genau das macht unseren Sport doch aus!“

Für die Nordlichter steht daher fest: „Verschiedene Sportarten brauchen nunmal verschiedene Regeln!“ Zumal: Bei den German Beach Open und der European Beachhandball-Tour ist das Spielrecht nicht derart reglementiert. Jüngere Spieler können also in der Qualifikationsserie mitspielen – im Finalturnier aber nicht mehr.

Das ist ein Faktor, um den man auch beim Deutschen Handballbund weiß. „Beachhandball ist eine kontaktlose Sportart – anders als in der Halle“, erklärt Jens Pfänder. „Unsere Zielrichtung ist es daher, dass 15-Jährige in Zukunft sowohl im männlichen als auch im weiblichen Bereich bei den Deutschen Meisterschaften zum Einsatz kommen können.“

Wollin und den Nordlichtern hilft diese Planung in diesem Jahr nicht mehr. Nachdem bereits die Nationalspieler Erik Gülzow und Colin Räbiger sowie Zweitliga-Akteuer Yannick Dräger (TV Emsdetten) aufgrund von Verpflichtungen mit ihren Hallenvereinen absagen mussten, schrumpfte der Kader durch die Verbandsentscheidung bezüglich Wollin weiter – sodass die Niedersachsen noch einmal umplanten und in Ragnar Diering (17) einen anderen U17-Nationalspieler nachnominierten.

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