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Beachhandball: U16-EM und EBT-Tour sollen stattfinden - EHF Champions Cup abgesagt
Die U16 von Marten Franke darf sich auf die Europameisterschaft freuen

Die U16-Europameisterschaften im Beachhandball sollen stattfinden. Die EHF bekräftigte auf ihrer Webseite die Absicht, das Nachwuchsturnier vom 24. bis 27. September in Silvi Marina/Italien auszutragen. Auch die European Beachhandball-Tour (ebt) soll anlaufen. Der EHF Champions Cup auf Sizilien, die „Champions League des Beachhandballs“, wird hingegen ausfallen.

Dass die U16-Europameisterschaften unbedingt ausgetragen werden sollen, hängt auch mit ihrer sportlichen Bedeutung zusammen. Die EM ist das erste große Turnier für die Jahrgänge 2004/2005 und dient als Qualifikation für die U17-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Portugal. Bei dieser Jugend-WM werden die Tickets für die Olympischen Jugendspiele 2022 in Dakar vergeben.

Aufgrund der Corona-Pandemie hat die EHF die Anmeldung erneut geöffnet: Nationen, die bereits gemeldet waren, müssen ihre Teilnahme bestätigen; zudem ist eine Anmeldung auch noch für Nationalverbände möglich, die für den ursprünglichen Termin im Juli nicht gemeldet waren.

Der Deutsche Handballbund wird seine beiden Auswahlmannschaften von Marten Franke (männliche Jugend) und Frowin Fasold (weibliche Jugend) nach Italien entsenden. „Für die deutschen Teams ist diese Entscheidung bereits gefallen: Beide nehmen an der Europameisterschaft teil“, teilte der DHB am Mittwoch auf seiner Webseite mit.

„Wir sind froh, dass wir nun Gewissheit und Planungssicherheit haben“, wird DHB-Beachkoordinator Jens Pfänder zitiert. „Nun werden wir uns unter allen gegebenen Maßnahmen angemessen auf die EM vorbereiten.“

Aktuell finden deutschlandweit sechs regionale Stützpunkte statt, bei denen alle Beachhandball-Nationalmannschaften gemeinsam trainieren. Um Wettkampfpraxis zu sammeln, welche die U16-Teams noch gar nicht haben, gäbe es „Planspiele für ein Vorbereitungsturnier Anfang September“, führt der DHB aus. „Wo und wie ein solches Turnier umsetzbar wäre, soll absehbar entschieden werden.“

Beachhandball: Zurück im Sand
In Bremen-Arsten befindet sich einer der acht nationalen Beachhandball-Trainingsstützpunkte – ein Besuch

Bremen. Nach und nach füllt sich die Tribüne vor den Sandfeldern mit Sportlern in roten Trikots. Auf deren Rückseite steht in großen weißen Buchstaben „Deutschland“ geschrieben. Trainer Marten Franke begrüßt die Frauen, Männer, Mädchen und Jungen mit einem lockeren „Moin“, wenn sie ankommen. Manche der Spieler hat Franke erst einmal gesehen, andere kennt er noch gar nicht. Die Stimmung vor dem Training ist entspannt, besonders die jüngeren Teilnehmer albern ein bisschen herum, bevor Franke die Beachhandball-Nationalspieler aufs Feld ruft.

Es ist das zweite Training am Beachhandball-Stützpunkt auf dem Gelände des TuS Komet Arsten, das in dieser Form stattfindet. Der Deutsche Handball-Bund hat vor Kurzem beschlossen, ab Juni ein Stützpunkt-System einzuführen, um den Handballern trotz Corona-Pandemie ein Training zu ermöglichen. Die Spieler aus den Beachhandball-Nationalmannschaften fahren deshalb zu einem der acht jeweils nächstgelegenen Stützpunkte und trainieren nicht in ihren Mannschaften in Lehrgängen, wie es sonst für die Sportart üblich ist. Das Kuriose: Die Mannschaften sind komplett gemischt, es gibt also keine Trennung zwischen Jugend, Senioren, männlich oder weiblich. „Gerade ist es egal, wer von wem den Auftakt-Pass bekommt. Das Wichtigste ist, wieder in den Sand zu kommen“, sagt Franke, der selbst bei den „Nordlichtern“ Beachhandball spielt.

Die Spieler stehen im Kreis, als Marten Franke das Training einleitet, zwischen ihnen jeweils etwa eineinhalb Meter Abstand. 16 Handballer sind an diesem Tag da, insgesamt trainieren 21 am Stützpunkt in Bremen. „Zu zweit einen Ball und Warmpassen“, lautet die Anweisung. Und: „Denkt daran, die Abstände einzuhalten.“ Schnell formen sich die Zweiergruppen und fangen an, kreuz und quer über den Sandplatz zu laufen. Anschließend folgen Koordinationsübungen, kombiniert mit Krafttraining.

Auch für den Trainer ist die Situation ungewohnt, er trainiert normalerweise die männliche U 16-Beachhandball-Nationalmannschaft. „Ich habe im weiblichen Bereich noch nie gearbeitet“, sagt er. Dennoch sei er, so Franke, positiv überrascht gewesen, wie gut das Training auf Anhieb geklappt habe. Seit Januar haben die meisten Spieler keinen Fuß mehr in den Sand gesetzt, wegen der Corona-Pandemie wurden die Wettbewerbe und die Lehrgänge in den vergangenen Monaten abgesagt. Stattdessen gab es Online-Unterricht für die Beachhandballer.

Nick Horstmann (16) ist einer von ihnen, er war bereits beim ersten Training dabei. „Das war echt anstrengend“, erzählt er, aber das spiele keine große Rolle für ihn, wenn er nach wochenlanger Pause nun wieder den Ball in die Hand nehmen kann. Er freue sich, dass es wieder richtig losgehen kann. In den vergangenen Monaten bestand das Training für Horstmann und seine Mannschaftskollegen vor allem aus Ausdauerläufen oder Krafttraining. Wie die anderen Beachhandballer spielt Horstmann in einer Hallenhandballmannschaft, auch dort hat das Training erst vor Kurzem wieder begonnen.

Doch Handball im Sand, das ist noch mal etwas anderes. Das sieht man, wenn man den Sportlern bei ihrem Training zusieht. Nach 15 Minuten perlt ihnen der Schweiß von der Stirn und sie schnaufen laut. Kein Wunder: Marten Franke hat keine Gnade mit ihnen, Ausnahmezustand hin oder her. Eine Sprintübung folgt der nächsten, nur kurze Trinkpausen legt der Trainer zwischendurch ein. Ob er durch diese besondere Situation einen Nachlass in der Disziplin bemerkt habe? „Nein, die Spieler sind genauso leistungswillig wie immer. Es ist eine Ehre für sie, in der deutschen Nationalmannschaft zu spielen, sie nehmen das Training deshalb sehr ernst.“ Wenn sich an den aktuellen Beschlüssen des DHB nichts ändert, finden im September die Jugend-Europameisterschaften statt. Das ist Motivation genug.

Es ist warm an diesem Montagabend und ein wenig stickig. Geht es nach Marten Franke, ist es das ideale Wetter für ein Beachhandball-Training. „Die Spieler müssen es gewohnt sein, bei Hitze zu spielen. Die Turniere werden oft in noch viel wärmeren Ländern ausgetragen“, erklärt er. Das wichtigste sei, dass es trocken ist, weil der Ball sonst nicht mehr so griffig ist – schließlich gibt es beim Beachhandball kein Harz. Im Anschluss an die Sprintübungen folgt das Technik-Training, es ist eine der wichtigsten Einheiten im Beachhandball. Schließlich zählt ein Tor im Wettbewerb doppelt, wenn es durch einen Trickwurf erzielt wurde. Also teilt der Trainer die Spieler in zwei Gruppen auf und gibt ihnen vor, vor dem Wurf eine Pirouette zu drehen. Die lange Pause scheint sich kaum bemerkbar zu machen: die Bälle landen zum großen Teil nach der 360-Grad-Drehung zielsicher in einer Torecke.

Normalerweise würde Marten Franke nach dem Wurftraining noch ein paar Abwehr-Angriff-Übungen einlegen und ein Spiel simulieren. Das geht durch die Corona-Regelungen nicht, auch wenn Beachhandball im Vergleich zum Hallenhandball ohnehin deutlich kontaktloser ist. Eins steht aber fest: Die Kondition und die Technik sind nach dem zweistündigen Training zumindest schon mal aufgefrischt.

Fotos: Frank Thomas Koch

Jugendbundesliga: HC Bremen plant mit sieben Neuzugängen

Beim HC Bremen konnte man bereits im vergangenen November über die direkte Qualifikation für die Jugendbundesliga-Saison 2020/21 jubeln. Das Team von Tim Schulenberg erkämpfte sich einen Platz in der Meisterrunde und damit die Startgarantie für die kommende Saison. Entsprechend sind die Planungen der Bremer trotz der Corona-Pandemie bereits abgeschlossen. Im Interview gibt Schulenberg einen Einblick in den Umbruch im Kader und die Bedeutung des neuen Jugendkoordinators…

Wie laufen die Planungen für die kommende Spielzeit 2020/21?

Tim Schulenberg:
Die Planungen für die kommende Spielzeit sind bei uns abgeschlossen. Durch die Teilnahme an der Meisterrunde in der letzten Spielzeit konnten wir frühzeitig mit der Kaderplanung starten. Dies war in der jetzigen Situation sicher ein Vorteil. Lediglich hinter den Vorbereitungsturnieren steht noch ein Fragezeichen, aber ich bin da zuversichtlich.

Wie groß fällt der Umbruch im Kader aus?

Tim Schulenberg:
Wir werden, wie auch in den letzten Jahren, einen Umbruch von 50 Prozent haben. Sieben Spieler verlassen altersbedingt das Team, sieben neue werden dazustoßen. In Timon Winter und Moritz Schröder haben wir zwei Bremer Talente aus dem Umland (HSG Schwanewede/Neuenkirchen) für uns gewinnen können.

Ansonsten stoßen fünf Spieler aus der B-Jugend dazu. Wir werden in der kommenden Saison aber auch vermehrt Spieler aus dem Jahrgang 2004 ins Team einbinden. Wir wollen die Jungs frühzeitiger an die A-Jugend heranführen.

Im Trainerteam wird es auch in der kommenden Saison das gleiche Personal geben. Mit Timo Hermann, Michael Günther und Ralf Fricke habe ich absolut verlässliche Fachleute an meiner Seite. Das ist seit Jahren eine eingespielte Truppe und macht große Freude.

Außerdem konnten wir Michael Kante als Jugendkoordinator für den HC Bremen gewinnen. Darüber bin ich persönlich sehr froh. Michael macht im Bereich der D-Jugend hervorragende Arbeit und wir sind glücklich von seiner Expertise jetzt auch in anderen Bereichen profitieren zu können.

 

Wie ist aktuell die Lage bezüglich des Trainingsbetrieb für die A-Jugend?

Tim Schulenberg:
Wir können seit zwei Wochen wieder in der Halle trainieren; aktuell noch ohne Kontakt. Ich sehe die Lage insgesamt aber positiv. Nach der Pause sind die Jungs mit absoluter Begeisterung dabei. In dieser Phase der Vorbereitung legen wir vor allem athletische Grundlagen. Bedingt durch die unregelmäßige Beschulung der Jungs können wir lediglich das Frühtraining an der Sportschule Ronzelenstraße nicht in gewohntem Umfang durchführen.

Was wäre Ihr Wunsch – auch mit Blick auf die Corona-Lage – für die kommende Spielzeit in der Jugendbundesliga?

Tim Schulenberg:
Ich würde mir wünschen, dass ein möglichst normaler Spielbetrieb machbar ist. Wenn die Saison etwas später starten sollte, ist das sicher kein Problem. Im Moment muss man aber die weitere Entwicklung der Corona-Lage abwarten.

Wie wichtig ist es, dass die Qualifikation für die Jugendbundesliga bereits feststeht?

Tim Schulenberg:

Die direkte Qualifikation zur Bundesliga hat natürlich in der jetzigen Lage für eine gewisse Ruhe gesorgt. Die Bundesliga in der A-Jugend ist aber nur eine Säule im Bereich der Jugendförderung beim HC Bremen.

Unter der Regie von Jugendkoordinator Michael Kante ist es uns in den letzten Monaten gelungen, weitere Eckbausteine im Jugendkonzept festzuklopfen. In den kommenden Wochen wird vor allem das Coachingprogramm für unsere jungen Jugendtrainer weiter ausgebaut. Wir wollen auch in diesem Bereich weiter Akzente setzen.

Zur Person:

Tim Schulenberg trainiert die A-Jugend des HC Bremen. Der A-Lizenz-Inhaber ist beruflich als Sportlehrer tätig und zudem Landestrainer des Bremer Handballverbandes.

Foto Quelle: foto-laechler.de

Künftig drei Auszeiten pro Spiel
Handball-Meldefrist endet morgen

Bremen. Die Handballvereine und deren Zuschauer müssen sich in der kommenden Saison auf eine Neuerung einstellen. Zumindest dann, wenn es um Spiele in der Oberliga und der Verbandsliga (inklusive der Teilnehmer einer möglichen Relation) geht. Diesen Teams, darunter die Oberligisten HC Bremen (Männer), SG Findorff, SV Werder Bremen II (Frauen) und die Verbandsliga-Männer des ATSV Habenhausen II, stehen künftig drei Time-outs pro Spiel zu.

„Wir kommen damit dem Wunsch der Vereine nach“, erklärt Jens Schoof, Vizepräsident Spieltechnik der Handballverbände Bremen (BHV) und Niedersachsen (HVN), die im Spielbetrieb miteinander kooperieren. Drei Auszeiten pro Spiel konnten bislang nur Mannschaften von der Bundesliga bis hinunter zur dritten Liga in Anspruch nehmen, in den Klassen darunter gab es zwei.

Bis zum Freitag, 15. Mai dieses Jahres, können die Vereine ihre Erwachsenenteams beim BHV und dem HVN von der Oberliga bis hinunter zu den Landesklassen melden. Neu ist, dass die Spieltechniker der beiden Handball-Verbände dazu zeitgleich die Durchführungsbestimmungen mit der Ausweisung der Auf- und Abstiegsregelungen veröffentlicht haben. „Das macht Sinn”, erklärt Vizepräsident Schoof. „Wir wollen den Vereinen und Mannschaftsverantwortlichen mehr Planungssicherheit geben”, führt er weiter aus. Die „Rohspielpläne” im Spielbetriebsportal „nuLiga“ werden laut Mitteilung des Vizepräsidenten Spieltechnik aber erst veröffentlicht, „wenn wir die genaue Anzahl der Meldungen für die jeweilige Liga ermittelt haben.“

Berücksichtigt ist in den Durchführungsbestimmungen auch der Beschluss der Mitglieder des erweiterten Präsidiums, mit dem Ende der Spielzeit 2020/2021 die Landesklassen aufzulösen. „Mannschaften, die nicht in die Landesliga aufsteigen, sind automatisch Absteiger in die Bremenliga oder die jeweilige Regionsoberliga”, erklärt Jens Schoof. Davon betroffen sind bei den Männern die SG Arbergen-Mahndorf II, SG Findorff, SG Buntentor/Neustadt, ATSV Habenhausen III und der SV Grambke-Oslebshausen II. Bei den Frauen wirkt sich das auf den SV Grambke-Oslebshausen, TS Woltmershausen, SG Arbergen-Mahndorf, TuS Komet Arsten und die SG Findorff II aus.

E2-Jugend ist Meister in der Stadtliga 2

Unser jüngstes am Spielbetrieb teilnehmendes Team, die gemischte E2, ist Meister in der Stadtliga 2 geworden.
Die Mannschaft bestand aus Kleidia (2009); Jonne, Charlotte, Peter, Tom, Noah, Dila (2010); Mats, Ben, Leif, Marlene, Tristan, Moritz, Anton, Paul, Yarno (2011) und dem Trainerteam Ilka, Lilli und Mirja.
Mit dieser Konstellation stellten wir eines der jüngsten Teams der Liga.
Abgesehen von einer Niederlage und einem Unentschieden konnten alle Spiele der Hauptrunde in dieser Saison gewonnen werden. Hierbei zeigten die Jungs und Mädels wie viel sie schon lernen konnten und was für super Handballer sie bereits sind. Durch schnelles Umschalten und ein tolles Zusammenspiel konnten sie ihre Eltern und das Trainerteam ein ums andere Mal überraschen und begeistern.
Ein toller Erfolg hierbei ist auch, dass sich alle Spieler die mindestens zwei Spiele bei uns gespielt haben mehrfach in die Torschützenliste eintragen konnten.
Super Jungs und Mädels!

mJA: Saisonende erspart 3000 Euro Kosten
HC Bremen zum Abschluss Siebter

Handball. Einen kleinen Seitenhieb gegen die Verantwortlichen beim Deutschen Handballbund konnte sich Ralf Fricke am Mittwoch nicht verkneifen. „Für mich hat der DHB mit der Entscheidung zu lange gewartet“, sagte der Vorsitzende des HC Bremen, der bis Dienstag dieser Woche nicht wusste, ob die Saison in der A-Jugend-Bundesliga doch noch wieder hochgefahren wird. Seit Dienstag steht fest: Der HC-Nachwuchs hatte, ohne es seinerzeit zu wissen, schon am 7. März in Balingen sein letztes Spiel der Saison 2019/20 bestritten. „Wenigstens mit einem 30:26-Sieg“, sagte Fricke nun in einer Mischung aus Zufriedenheit und Bedauern. Immerhin belegt der Außenseiter aus Bremen in der Gruppe 1 der Meisterrunde zum Abschluss mit 6:14 Punkten Rang sieben von acht Teams.

„Die Chance auf Platz fünf oder sechs hätten wir aber gern noch genutzt“, sagte Fricke auch. Vier Partien standen für den HC Bremen noch auf dem Programm, neben drei Heimspielen auch ein Auswärtsauftritt beim punktgleichen Tabellennachbarn TSV München-­Allach. Der HC-Tross um Ralf Fricke und Trainer Tim Schulenberg hätte die Reise einerseits gern noch gemacht, ist andererseits jedoch froh, dass er die Kosten inklusive Übernachtungen in Höhe von etwa 3000 Euro sparen kann. Sportlich hatte der HC Bremen sein Ziel längst erreicht: Mit der Qualifikation für die Meisterrunde der besten 16 spielt er auch 2020/21, sofern denn angesichts der Corona-­Krise irgendwann wieder gespielt werden kann, in der höchsten deutschen Liga.

Aufgrund des abrupten Saisonendes konnten sich die Vereinsverantwortlichen des HC Bremen weder von ihren scheidenden neun Spielern würdig verabschieden noch sich bei Eltern und Sponsoren angemessen für die geleistete Unterstützung bedanken. „Das holen wir nach, sobald es möglich sein wird“, versprach Ralf Fricke. Acht Spieler blieben im Team, fünf Zugänge stünden bereits fest.

Herren: Der Kader steht
Honschopp und Schäfer zurück

Bremen. Die Hoffnungen auf eine eventuelle Fortsetzung der Handball-Saison haben sich für die Oberliga-Männer des HC Bremen nicht erfüllt (wir berichteten bereits), dennoch hofft Spielertrainer Marten Franke, dass es noch irgendwie gelingt, die Serie 2019/2020 zumindest vernünftig abzuschließen. „Es wäre schon gut, wenn wir noch einmal möglichst mit dem alten Team zusammenkommen, um dann eine Art Abschiedsevent auf die Beine zu stellen. Das wäre auch für unsere treuen Fans wichtig“, sagte der 25-Jährige.

Damit könnte dann ein ordentlicher Schlussstrich unter eine Saison gezogen werden, die so zäh begann, zwischenzeitlich sogar das Abstiegsgespenst heraufbeschwor, bevor sich die Mannschaft immer mehr festigte und die Kurve steil nach oben zeigte. Zum Zeitpunkt des vorzeitigen Saisonendes lagen die Hastedter auf dem siebten Tabellenplatz, sechs Spieltage vor dem regulären Abschluss der Serie trennten den HC Bremen lediglich fünf Punkte vom Tabellendritten HSG Delmenhorst.

„Das war für unsere junge Truppe insgesamt eine gute Saison. Darum starten wir auch optimistisch in die Planung, auch wenn wir noch nicht wissen, ab wann und wie die Vorbereitung dann laufen wird“, sagte Marten Franke. Klar scheint auf jeden Fall, dass die Vorbereitung diesmal über einen längeren Zeitraum laufen wird. Normalerweise startet der HC Ende Juni, Anfang Juli in die heiße Phase, jetzt dürfte es aller Voraussicht nach deutlich länger, dafür dürften sich die intensiven Einheiten mehr verteilen. Immer vorausgesetzt, die Saison 2020/2021 könnte wie gewohnt Anfang September starten.

Die Kaderplanung ist bereits abgeschlossen. „Wir sind gut aufgestellt und wollen erneut wieder einige junge Spieler hochziehen. Mit 18 Spielern ist der Kader noch etwas größer als zuletzt, womit wir vor allem auch deutlich breiter aufgestellt sein werden“, sagt Franke. Franke selber und auch Co-Trainer Björn Wolken werden die Mannschaft auch durch die kommende Saison führen. Wenn auch der Kern des Teams weiter besteht, gibt es doch einige Veränderungen.

Künftig wird der HC nur noch mit den beiden Torhütern Luca Prieß und Antonio Berdar planen, Julius Timm steht nicht mehr zur Verfügung. Jorit Latacz hat sich der HSG Schwanewede/Neuenkirchen angeschlossen, Malte Helbig wechselt zum ATSV Habenhausen II. Der beruflich stark eingespannte David Brune gehört nicht mehr zum Kader, ebenso wie Sebastian Heller, der sich in seiner letzten Aktion im Derby gegen Habenhausen einen Achillessehnenabriss zugezogen hatte und der seine Karriere beenden wird.

Mit Florian Honschopp begrüßt Marten Franke einen alten Bekannten am Jakobsberg. Das Eigengewächs des HC Bremen, der von der D- bis zu A-Jugend bei den Hastedtern spielte, lief zuletzt für den Oberligisten HSG Barnstorf/Diepholz auf, spielte davor beim Verbandsligisten TV Neerstedt und wird den HC Bremen auf der Außenposition verstärken. Aus der eigenen Jugend kommt Tjark Jöhnk in den Herrenkader. Der Außenspieler ist ein starker Gegenstoßläufer und hat sich seit den B-Jugendtagen unter Marten Franke bestens entwickelt.

Ebenso wie Thies Hermann, der mit seiner Wurfkraft und Dynamik echte Shooterqualitäten mitbringt. Beide haben bereist in der jüngsten Saison im Herrenteam ausgeholfen und Oberligaerfahrungen gesammelt. Apropos Erfahrung: die bringt auf jeden Fall Yannik Schäfer mit. Der 26-Jährige hat ebenfalls eine Hastedter Vergangenheit und spielte bereits mit Marten Franke zusammen. Er wechselte vor einigen Jahren zum ATSV Habenhausen, hatte zuletzt aber nicht mehr gespielt. „Er war früher bei uns der Abwehrchef und wird unserer Defensive noch mehr Stabilität verleihen“, sagte Franke.

Fortsetzen der Saison unwahrscheinlich
Handball-Oberligisten trainieren wegen Virus individuell – Notfalls entscheidet Verband über Auf- und Abstieg

Bremen. Radek Lewicki war im Baumarkt und hat sich dort mit Farbe und anderen Utensilien eingedeckt. „Ich habe zum Glück eine Terrasse mit einem kleinen Garten. Da kann ich alles sauber machen und die Gartenmöbel streichen“, verrät der Handball-Trainer des Frauen-Oberligisten SV Werder Bremen II seine nächsten Projekte. Fünf Wochen Spielpause am Stück, das kennen er und seine Trainerkollegen Matthias Ruckh (ATSV Habenhausen), Marten Franke (HC Bremen) und Corinna Wannmacher (SG Findorff) nur aus der Sommerpause. Jetzt stellt der Coronavirus alle Regeln der menschlichen Interaktion auf den Kopf; die Handballverbände Bremen (BHV) und Niedersachsen (HVN) reagierten und setzen sämtliche Punktspiele bis zum 19. April aus. Die beiden Verbände empfahlen ihren Handballern dabei auch, das Training einzustellen. Der Großteil könnte ohnehin nichts machen, da mit den Schulen auch die öffentlichen Hallen geschlossen sind. Selbst beim SV Werder hat das Geschäftsführende Präsidium verfügt, dass das Training in den vereinseigenen Hallen vorerst bis mindestens 30. März eingestellt wird. „Wir nehmen das Risiko sehr ernst“, betont Radek Lewicki. „Meine Spielerinnen halten sich individuell fit, wir kontaktieren uns über WhatsApp.“

Die Hallen des ATSV Habenhausen sind bis zum 14. April geschlossen, derweil halten sich die Oberliga-Männer von Trainer Matthias Ruckh ebenfalls individuell fit. „Sie sollen nichts gemeinsam machen und nicht ins Fitnessstudio gehen“, betont der Coach. Sein großer Vorteil ist, dass er in seinem Übungsbetrieb in dieser Saison dank der Zusammenarbeit mit „Cornamix Athletes Box“ aus Oberneuland ein neues Element in der Trainingssteuerung eingebaut hat. Alle Spieler tragen im Training einen Brustgurt, der die Herzfrequenz misst und diese dem ATSV-Coach in Echtzeit auf einem Tablet anzeigt. Dadurch kann er die Belastung eines jeden Spielers individuell anpassen. Jetzt kommt ihm der Brustgurt zusätzlich zugute, da ihm die individuellen Trainingswerte seiner Spieler automatisch und bequem per Lauf-App im Handy via Internet nach Hause geschickt werden. Und das Fitbleiben ist ja gerade bei den Blau-Weißen besonders wichtig, da sie die Tabelle punktgleich mit dem TV Cloppenburg anführen. Es geht für sie um das einzige Ticket zur dritten Liga. Deshalb bleibt Matthias Ruckh mit seinem Verein und dem Teammanagement in Kontakt, um frühzeitig auf neue Situationen reagieren zu können.

Aber was ist, wenn der Virus Mitte April ähnlich grassiert wie jetzt, wenn dessen Verbreitung weiterhin mit den gleichen Methoden wie jetzt gebremst werden soll? „Die Befürchtung ist natürlich da, wir können nur abwarten“, sagt Jens Schoof, Vizepräsident Spieltechnik im BHV und HVN. Fraglich bleibt ohnehin, ob nach der Zwangspause überhaupt die Menge an Spielen (allein in der Oberliga mindestens sechs pro Team) angesichts begrenzter Hallenzeiten und des ohnehin schon bestehenden Schiedsrichterproblems nachgeholt werden kann. „Bei all den Anforderungen unserer Sportart an Kondition, Kraft, Stabilität und Geschwindigkeit kann man ja auch nicht gleich wieder von Null auf Hundert loslegen“, gibt Radek Lewicki zusätzlich zu bedenken. „Außerdem geht es um die Planungssicherheit für die Mannschaften“, ergänzt Matthias Ruckh. „Wenn zum Beispiel der Drittliga-Aufstieg erst zum Ende des Spieljahres am 30. Juni feststünde, gleicht das hinsichtlich einer Kaderzusammenstellung für die Zukunft einem Husarenritt.“ Er glaubt nicht, dass die Saison fortgeführt wird, er weiß aber auch nicht, wie der Gordische Knoten durchtrennt werden kann. „Die Saison zur Makulatur zu erklären und alles so zu lassen, wie es ist, wäre jedoch der Hammer“, sagt er.

Radek Lewicki hat mit dem SV Werder II bei fünf Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter BV Garrel nur theoretische Chancen auf den Drittliga-Aufstieg. Angeregt von den Gerüchten rund um die Fußball-Bundesliga schlägt er vor, dass in der Oberliga die Teams aus den engen Spitzengruppen aufsteigen sollen, die sich die höhere Liga zutrauen. Schließlich handele es sich ja um eine Leistungsklasse. Außerdem sollte es in den Ligen darüber keine Absteiger geben; es sei denn, dass Mannschaften freiwillig absteigen wollen. „Man stockt die Ligen notfalls auf und gleicht das mit der entsprechenden Zahl an Absteigern ein Jahr später wieder aus“, sagt er.

Interessant dürfte auf jeden Fall der Paragraf 52 der Spielordnung des BHV und des HVN werden, laut dem – grob erklärt – die spielleitende Stelle die Sieger, Auf- oder Absteiger benennen kann, wenn diese nicht termingerecht für die nächste Saison ermittelt werden können. Dazu sind sportliche Gesichtspunkte heranzuziehen. Der Hessische Handballverband hat bereits eine Entscheidung gefällt und die Saison für seine Spielklassen auf allen Ebenen zum 13. März beendet. Alle Auf- und Abstiege zur und für die Spielrunde 2020/21 werden nach dem Tabellenstand der jeweiligen Spielklasse vom 13. März gewertet, was bei einigen Rechtsexperten zu diesem frühen Zeitpunkt durchaus als kritisch hinsichtlich gerichtlicher Überprüfungen angesehen wird. Übernähmen der BHV und der HVN diese Entscheidung, dann dürfte sich der ATSV Habenhausen in der Männer-Oberliga über den Aufstieg in dritte Liga freuen, und der TV Cloppenburg guckte in die Röhre.

Klarheit über das weitere Vorgehen wird es wohl frühestens am Mittwoch, 18. März, geben, wenn das Präsidium des HVN wieder tagt. Absprachen mit dem DHB und anderen Landesverbänden dürften jedoch wahrscheinlich sein. Ruhe und Bedacht sind bei der Lösungsfindung auf jeden Fall mehr als angemessen, schließlich betritt beim Thema Coronavirus nicht nur der Handballsport abso­lutes Neuland.

Spielertrainer Marten Franke vom HC Bremen sieht die Chancen, dass die Saison tatsächlich noch – wie auch immer – sportlich zu Ende gespielt wird, als höchst unwahrscheinlich an. „Ich vermute, dass die Saison nicht wieder aufgenommen wird, und ich sehe auch kaum Möglichkeiten, dass die noch offenen Partien bis zum Sommer noch irgendwie nachgeholt werden können“, sagt der 25-Jährige. Dass die Entscheidung der Verbände in dieser schwierigen Situation sinnvoll war, steht für ihn außer Frage. Natürlich hätten er und seine Mannschaft lieber gespielt, doch letztlich stehen die Hastedter als Siebter mit 21:19 Punkten ohnehin im gesicherten Niemandsland der Tabelle. „Für uns stehen keine großartig entscheidenden Spiele mehr an. Auf- oder Abstiegsfragen betreffen uns nicht, darum können wir relativ entspannt abwarten, was passiert“, sagt Franke.

Da natürlich auch beim HC Bremen das gemeinschaftliche Training ruht, bleiben ihm und seinen Mitspielern nur wenige, individuelle Möglichkeiten, sich einigermaßen fit zu halten – falls es denn doch noch weitergehen sollte. „Wir wollen positiv denken und haben jedem Spieler seien Hausaufgabenzettel mit Laufeinheiten mitgegeben, und jeder soll für sich und soweit es möglich ist an der Athletik arbeiten“, so Franke. Die eventuellen Entscheidungen des Verbandes sieht er so oder so problematisch. „Es wird wohl in jeder Liga zu Ungerechtigkeiten kommen, und irgendeine Mannschaft wird sich wohl immer benachteiligt fühlen“, sagt er.

Für den Handball-Abteilungsleiter der SG Findorff, Rainer Langhorst, steht fest, dass es eine ernsthafte Herausforderung ist, die weit über die Grenzen des Sports hinausreicht: „Der gesamte Alltag in der Stadt, in der Familie, im Beruf und nun auch im Sport wird aktuell vor eine große Prüfung gestellt“, konstatiert er. „Alle sind gefordert, bei den inzwischen hohen Fallzahlen sind die Maßnahmen auch angemessen.“ In Panik verfallen Sportlerinnen und Sportler sowie die Funktionäre der „Füchse“ allerdings nicht: „Alles wird vernünftig und in Ruhe bewertet“, betont Langhorst.

Für Trainerin Corinna Wannmacher steht die Arbeit mit ihren abstiegsgefährdeten Oberliga-Spielerinnen in den kommenden Wochen zunächst im Hintergrund. „Die allgemein bekannten Hinweise sind an alle Verantwortlichen weitergereicht worden“, versichert sie, „gleichzeitig werden die Maßnahmen an die Aktiven weiter vermittelt“. Alle Sportler bei der SG Findorff gingen nach ihrer Einschätzung „sehr verantwortungsbewusst und in Eigendynamik damit um“. Aktuell hätten alle eine mehrwöchige Zwangspause, „da stellt sich diese Frage nicht“, sagt die Trainerin. „Der Rhythmus sei zwar gestört“, verdeutlicht sie. „Aber bei Gefährdung der allgemeinen Gesundheit ist das nicht relevant, die Priorität ist aktuell eine andere.“

Zunächst sollte der Trainingsbetrieb lediglich vereinzelt mit klaren Vorgaben und Schutzmaßnahmen in den Seniorenmannschaften fortgesetzt werden – doch aufgrund der immer dynamischer verlaufenden Ausbreitung der Pandemie ist das mittlerweile kein Thema mehr: „Es gibt keine Ausnahmen“, betont Langhorst, „unser Vorstand hat beschlossen, dass bis auf weiteres der komplette Trainingsbetrieb eingestellt wird.“ Diese Vorgabe gelte für sämtliche Abteilungen und alle der rund 3 200 Mitglieder. Die finanziellen Einbußen seien dabei nicht bedeutend, so Langhorst weiter. „Wir bleiben bescheiden, unsere Eintrittspreise in der Oberliga liegen sowieso weit unter Durchschnitt.“

mJB: HC Bremen verpasst DM-Zug
B-Jugend verliert 22:25

Die 22:25 (9:10)-Niederlage bei Eintracht Hildesheim schlug der B-Jugend des HC Bremen die Tür zur deutschen Meisterschaftsrunde vor der Nase zu. Sie musste sich dem Tabellenzweiten im spannenden Hinspiel geschlagen geben, hätte gegen ihn aber zwei Siege einfahren müssen. Die Bremer Deckung wies anfänglich Schwächen im Blockverhalten und im Kampf eins-gegen-eins auf, weshalb die Gastgeber die HC-Führung bis zum 7:7 immer wieder ausglichen (13.).

Als der HC danach einige Gegenstoßchancen nicht nutzte, übernahm Hildesheim das Zepter. Vor allem dank der Treffer des zwölffachen Torschützen Matthew Wollin blieb der HC Bremen zur Pause auf Tuchfühlung (9:10). In der zweiten Hälfte fielen die Bremer zunächst auf 12:17 zurück, um bis zum 18:19 eine furiose Aufholjagd zu starten (41.). Die Wende gelang ihr aber nicht, weil sie unter anderem mit drei Holztreffern Pech hatte. Nach dem 21:22 von Nick Horstmann fielen die Gäste auf 21:24 zurück. „Unser Team hat heute eine sehr ordentliche Leistung gezeigt, aber eine fünfminütige Schwächeperiode nach der Pause gehabt. Die dürfen wir uns auf deutschem Top-Niveau nicht leisten“, sagte HC-Chefcoach Marten Franke.

HC Bremen: Clasen, Buchwaldt; Sibahi, ­Duris, Heldt (3), Geils, Bonnet, Horstmann (3), Wollin (12/2), Holst (3), Uckac (1).

mJC: C-Nachwuchs bei Verbandsmeisterschaft
Die männliche C-Jugend mit dem 32:25-Erfolg in Horneburg das Ticket für die Verbandsmeisterschaft

Ein Stau auf der Autobahn hielt die C-Jugend des HC Bremen nicht vom 32:25 (17:13)-Erfolg beim Schlusslicht VfL Horneburg ab. So wurde sie in ihrer Oberliga-Staffel aus eigener Kraft Dritter (23:13 Punkte) und tritt am 21./22. März in Braunschweig bei der Verbandsmeisterschaft an. „Dort wird in der Abwehr mehr Leidenschaft vonnöten sein“, betonte Marten Kante. Der Trainer der D-Jugend hatte den verhinderten Chefcoach Etienne Steffens vertreten und erlebte ein Team, das nach einer Viertelstunde mit 12:8 führte. Kurz vor der Pause ließ die HC-Abwehr nach, der Angriff erlaubte sich technische Fehler. Näher als bis auf zwei Tore ließen sie den VfL aber nicht an sich heran (14:12). Nach der Pause baute der HC Bremen seinen Vorsprung sofort aus (21:14/29.).

HC Bremen: Gerardu, Kohaupt; Beckmann (4), Bartels (4), Schwarz (4), Schreiber (9/3), Kante (2), Lohse, Büschking, Feht (1), Bischoff, Schnooks, Thöne (8), Schmiemann.

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