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Beachhandball U17: Nordlichter belegen Platz 2

Beide B-Jugendauswahlmannschaften des Bremer Handballverbandes (BHV) landeten bei der deutschen Beachhandballmeisterschaft in Nürnberg auf dem vierten Platz. Zusammen mit „Nordlichtern“ (HC Bremen/Platz zwei) und Ohana Arsten (TuS Komet Arsten/Platz drei) wird die Bremer Leistungsstärke noch eindrucksvoller. „Die Mädchenauswahl bestand zur Hälfte aus jüngeren Spielerinnen und hat in der Konstellation nur viermal miteinander trainiert“, war BHV-Trainerin Tanja Theilig sehr zufrieden. „Die Jungenauswahl hat es am Ende leider nicht geschafft, alles genau auf den Punkt zu spielen“, war nach Ansicht von Trainer Marten Franke eine bessere Platzierung möglich.

Männliche B-Jugend: Stian Heldt (TuS Komet Arsten), Marcel Baraniak, Paul Bonnet, Noah Duris, Finn Geils, Nick Horstmann, Nikias Scharnke, Luc Schreiber, Yunus Uckac (alle HC Bremen), Julien Timmermann (HSG Delmenhorst); Weibliche B-Jugend: Tessa Budelmann, Lisa Machowiak, Annika Paeslack, Lea Schikorra (alle SV Werder Bremen), Laura Lampe, Jule Seebeck, Melissa Simon, Merle Theilig, Jantje Uhlenberg (alle TuS Komet Arsten), Isabel Achenbach (HSG Delmenhorst).

Starke Auftritte beim Beachhandball

Bremen. Der kleinste Handballverband Deutschlands ließ in Nürnberg die Muskeln spielen: alle fünf Bremer A- und B-Jugendmannschaften landeten bei der deutschen Beachhandballmeisterschaft unter den ersten vier. Mit Matthew Wollin („Nordlichter“) stellte Bremen bei der männlichen B-Jugend außerdem den wertvollsten Spieler des Turniers (MVP). Erfolgreicher war nur der bayrische Verband mit drei ersten Plätzen.

Fast hätte es bei der männlichen B-Jugend ein Bremer Finale gegeben, denn der Titelverteidiger „Nordlichter“, mit Spielern des Jahrgangs 2003 fast ausschließlich vom HC Bremen bestückt, stand genauso im Halbfinale wie die Bremer Landesauswahl (BHV) des Jahrgangs 2004, in der bis auf eine Ausnahme ebenfalls nur Spieler des HC Bremen standen. Der Traum vom gemeinsamen Endspiel platzte, weil die BHV-Auswahl beide Halbzeiten gegen die Auswahl Baden-Württembergs verlor (14:20/12:16). Im Endspiel erwischte es dann auch die „Nordlichter“ mit einem unglücklichen 6:7 im Shootout gegen die Auswahl Baden-Württembergs. Mit demselben Ergebnis zog auch die Bremer Landesauswahl im Spiel um den dritten Platz gegen die Landesauswahl Niedersachsens den Kürzeren.

„Wir gegen uns“ lautete dafür die Paarung im „kleinen“ Finale bei der weiblichen B-Jugend, in der sich „Ohana Arsten“ (TuS Komet Arsten) und die ein Jahr jüngere Bremer Auswahl gegenüberstanden. Von den 20 Spielerinnen auf dem Platz gehörten 15 dem TuS Komet Arsten an, „Ohana Arsten“ holte sich im packenden Duell die Bronzemedaille mit einem 2:0 im Shootout gegen den BHV.
Die weibliche A-Jugend des ATSV Habenhausen komplettierte das gute Bremer Abschneiden mit dem vierten Platz (6:12/9:14 gegen die TSG Münster).

Deutsche Jugend-Meister im Beachhandball ermittelt - DHB zieht positives Fazit

Nach den Deutschen Jugend-Meisterschaften ziehen die Organisatoren ein positives Fazit und betonen die Entwicklung. Insgesamt nahmen am vergangenen Wochenende 32 Teams an den Deutschen Jugend-Meisterschaften teil, die erstmals in zwei Altersklassen ausgetragen wurden. „Das ist ein Quantensprung“, freute sich Jens Pfänder, Beachhandball-Koordinator des Deutschen Handballbundes. „2018 hatten wir noch 13 teilnehmende Mannschaften. Wir sind daher sehr zufrieden.“
Die gestiegene Teilnehmerzahl zeige, so Pfänder weiter, „dass das generelle Interesse am Beachhandball gestiegen ist.“ Auch Turnierorganisator Michael Friedrich vom ESV Flügelrad betonte: „Es war ein echtes Event und im Vergleich zu den letzten zwei Jahren ein sehr großer Schritt nach vorne.“

In der männlichen A-Jugend setzte sich der BHC Königsbrunn durch, zudem sicherten sich die Beach Bazis (weibliche A-Jugend), das Team von Handball Baden-Württemberg (männliche B-Jugend) sowie die Bayernauswahl Beach (weibliche B-Jugend) die Titel in Nürnberg.

Damit gingen drei Titel ins Bundesland Bayern. „Die Kombination aus Wettkampfpraxis in der bayrischen Beach Handball Tour (BBT), Wissensvermittlung in Lehrgängen für Trainer und Schiedsrichter und Talentförderung im Stützpunktsystem hat sich als optimal herausgestellt“, erklärte Alexander Novakovic, Referent für Beachhandball in Bayern, zufrieden.

Neben Beachhandball-Koordinator Pfänder und Organisationschef Friedrich war Denise Westhäusler als Turnierleitung im Einsatz. Neben den Verantwortlichen waren auch die Teams zufrieden. „Wir haben durchweg positives Feedback erhalten“, berichtet Friedrich. „Wir sind daher auch zufrieden, da wie Teams zufrieden sind.“

Auch sportlich sei die Entwicklung immens gewesen. „Es wurde wirklich etwas geboten, die Mannschaften haben das Turnier gerockt“, schwärmt Friedrich. „Sportlich war das Niveau wirklich super, die Mannschaften haben technisch hochkarätig gespielt.“

Man habe zudem gesehen, so der Organisationschef weiter, „dass viele Teams die Deutschen Meisterschaften wirklich ernst genommen haben.“ Als Beispiel nennt er den BHC Königsbrunn, der sich über die GBO Juniors Serie in der männlichen A-Jugend qualifizierte. „Sie haben extra an den Turnieren teilgenommen, um hierher zu kommen und sich einzuspielen“, so Friedrich.

An den zwei Tagen in Nürnberg waren rund 50 Helferinnen und Helfer im Einsatz; den harten Kern um Organisator Friedrich bildeten 15 Volunteers. „Für uns war das logistisch heftig, aber jetzt sind wir begeistert, weil alle zufrieden waren“, betont Friedrich. „Wir sind sehr stolz, dass wir die Deutschen Meisterschaften ausrichten durften.“

Ranking der männlichen A-Jugend

1. BHC Königsbrunn
2. TSG Münster
3. SV Anzing
4. Die Riedetaler
5. Spandauer Sandkornzähler
6. TG Geislingen

Ergebnisse Platzierungsspiele der männlichen A-Jugend

Finale:
TSG Münster vs. BHC Königsbrunn 0:2 (14:16, 14:20)

Spiel um Platz 3:
Die Riedetaler vs. SV Anzing 1:2 (20:14, 14:22, 4:6)

Spiel um Platz 5:
Spandauer Sandkornzähler vs. TG Geislingen 2:0 (16:12, 22:12)

Wertvollster Spieler (MVP): Severin Henrich (TSG Münster)
Bester Torwart: Marc Poedtke (BHC Königsbrunn)
Ranking der weiblichen A-Jugend

1. Beach Bazis / TSV Schleißheim
2. TSV Haunstetten
3. TSG Münster
4. ATSV Habenhausen

Ergebnisse Platzierungsspiele der weiblichen A-Jugend

Finale:
Beach Bazis vs. TSV Haunstetten 2:1 (23:18, 22:25, 6:4)

Spiel um Platz 3:
ATSV Habenhausen vs. TSG Münster 0:2 (6:12, 9:14)

Wertvollste Spielerin (MVP): Belen Gettwart (Beach Bazis)
Beste Torhüterin: Kiara Spindler (TSV Haunstetten)

Ranking der männlichen B-Jugend

1. Handball Baden-Württemberg
2. Nordlichter / HC Bremen
3. Landesauswahl Niedersachsen
4. Bremer Handballverband
5. HSG Schwanewede-Neuenkirchen
6. TSG Münster
7. BHC T-Dogs / BHC Königsbrunn
8. SG Hermsdorf/Waidmannslust
9. Bayernauswahl Beach
10. VFL Bad Schwartau
11. HV Westfalen
12. Beach Heroes (TV Hannover-Badenstedt)

Ergebnisse Platzierungsspiele der männlichen B-Jugend

Finale:
Handball Baden-Württemberg vs. Nordlichter 2:1 (18:21, 22:21, 7:6)

Spiel um Platz 3:
Bremer Handballverband vs. Landesauswahl Niedersachsen 1:2 (12:10, 10:14, 6:7)

Spiel um Platz 5:
HSG Schwanewede-Neuenkirchen vs. TSG Münster 2:1 (14:16, 24:14, 7:2)

Spiel um Platz 7:
SG Hermsdorf/Waidmannslust vs. BHC T-Dogs 1:2 (17:5, 12:23, 5:8)

Spiel um Platz 9:
VfL Bad Schwartau vs. Bayernauswahl Beach 0:2 (13:18, 6:12)

Spiel um Platz 11:
HV Westfalen vs. Beach Heroes 2:0 (8:13, 16:7)

Wertvollster Spieler (MVP): Matthew Wollin (Nordlichter)
Bester Torwart: John Hötger (Handball Baden-Württemberg)

Hier kann man das Finale noch einmal miterleben: Sportdeutschland TV Video Teil 2  ab 1:24:00 ist das Finale unserer Nordlichter zu sehen 

Ranking der weiblichen B-Jugend

1. Bayernauswahl Beach
2. Berliner TSC
3. Ohana Arsten (TuS Komet Arsten)
4. Bremer Handballverband
5. Handball Baden-Württemberg
6. Beach Bazis / TSV Schleißheim
7. BHC Königsbrunn
8. Landesauswahl Niedersachsen
9. HV Westfalen
10. HF Flensburg-Munkbrarup

Ergebnisse Platzierungsspiele der weiblichen B-Jugend

Finale:
Bayernauswahl Beach vs. Berliner TSC 2:0 (14:8, 20:9)

Spiel um Platz 3:
Ohana Arsten vs. Bremer Handballverband 2:1 (10:15, 16:15, 2:0)

Spiel um Platz 5:
Handball Baden-Württemberg vs. Beach Bazis 2:1 (9:10, 18:9, 5:4)

Spiel um Platz 7:
BHC Königsbrunn vs. Landesauswahl Niedersachsen 2:1 (15:13, 11:30, 3:2)

Spiel um Platz 9:
HF Flensburg-Munkbrarup vs. HV Westfalen 0:2 (9:17, 13:16)

Wertvollste Spielerin (MVP): Alina Gaugenrieder (Bayernauswahl)
Beste Torhüterin: Sarah Hübner (Berliner TSC)

Beachhandball: Deutsche Jugend-Meister stehen fest

Die Sieger stehen fest: Bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften im Beachhandball in Nürnberg wurden die Titel in der A- und B-Jugend vergeben. Insgesamt nahmen 32 Teams an den Titelkämpfen teil, die erstmals in zwei Altersklassen ausgetragen wurden.

In der männlichen A-Jugend setzte sich der BHC Königsbrunn im Finale gegen die TSG Münster, den Nachwuchs vom Deutschen Meister Beach & Da Gang, durch. Der dritte Platz ging an den SV Anzing. Als wertvollster Spieler wurde Severin Henrich (TSG Münster) ausgezeichnet, zum besten Torwart wurde Marc Poedtke (BHC Königsbrunn) gewählt.

In der weiblichen A-Jugend holten sich die Beach Bazis des TSV Schleißheim den Titel, Nationalspielerin Belen Gettwart wurde zur besten Spielerin gekürt. Der zweite Platz ging an den TSV Haunstetten, Dritter wurde die TSG Münster. Kiara Spindler (TSV Haunstetten) wurde beste Keeperin.

In der männlichen B-Jugend ging der Titel an das Team von Handball Baden-Württemberg, die sich im Endspiel gegen die Nordlichter des HC Bremen durchsetzten. Den dritten Platz belegte die Landesauswahl Niedersachsen. U17-Nationalspieler Matthew Wollin (Nordlichter) wurde als wertvollster Spieler geehrt, John Hötger (Handball Baden-Württemberg) als bester Torwart.

In der weiblichen B-Jugend gewann die Bayernauswahl Beach den Titel mit einem Sieg gegen den Berliner TSC. Der dritte Rang ging an den TuS Komet Arsten. Alina Gaugenrieder (Bayernauswahl) erhielt die Auszeichung als beste Spielerin, die beste Torhüterin Sarah Hübner kommt aus Berlin.

U17 Beachhandball: Jugend-Nationaltrainer freuen sich auf neue Sand-Talente: "Wir sind sehr gespannt"

Am 9. August in Nürnberg und am 17. August in Hannover sichten die Jugend-Nationaltrainer Marten Franke und Fernanda Roveta interessierte Nachwuchsspielerinnen und -spieler, die sich per Videosichtung für die Termine angemeldet hatten.
Beim Deutschen Handballbund gingen bis zum Stichtag am vergangenen Freitag 27 Videoclips ein. „Die Videosichtung ist eine gute Sache, weil wir so noch Talente sehen können, die nicht bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften spielen“, freut sich Franke.

Auch Jens Pfänder war mit der Resonanz zufrieden. „Das ist sehr gut“, lobt der Beachhandball-Koordinator. „Wir sehen 32 Teams bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften und haben nun die Möglichkeit, uns noch 27 Jugendliche zusätzlich frühzeitig anzuschauen. Das ist sehr positiv.“

Die beiden Sichtungstermine finden jeweils im Zeitraum von 11 bis 17 Uhr statt. „Ich bin sehr gespannt, was uns erwartet“, blickt Franke voraus. „Viele Talente laufen natürlich bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft auf und mussten sich daher nicht bewerben, aber über die Videosichtung können wir noch mehr in die Breite gehen. Das ist sehr sinnvoll.“

Im Fokus in Nürnberg und Hannover werden die individuellen Fähigkeiten stehen. „Es geht darum, das Potenzial abzuschätzen und zu erkennen, welches Entwicklungsmöglichkeiten sie haben“, erklärt Franke. „Wir schauen uns an, was die Jungs und Mädels mitbringen.“

Seine Trainerkollegin stimmt zu. „Wir wollen Talente finden, die uns in Zukunft helfen können“, freut sich Roveta. „Wir werden auch auf die persönliche Einstellung achten, denn wir wollen Typen, die lernen wollen und bereit sind, sich auf etwas neues einzulassen.“

Neben den Talenten, die sich für die Sichtungstermine beworben haben, sichten Franke und Roveta auf der Deutschen Jugend-Meisterschaft, die am 10. und 11. August in Nürnberg stattfindet.

Im Herbst soll der erste Lehrgang der neuen Jugend-Nationalmannschaften der Jahrgänge 2004/2005 stattfinden; im kommenden Jahr steht die U16-Europameisterschaft an. Franke wird die männliche Auswahl betreuen. Im weiblichen Bereich ist die Entscheidung noch nicht endgültig gefallen. Bei der U17-EM betreute Alexander Novakovic gemeinsam mit Co-Trainerin Roveta die deutsche Auswahl.

Warum der Jahrgang 2004 für den Beachhandball so wichtig ist

Der Deutsche Handballbund sichtet im August die Talente des Jahrgangs 2004/2005 für die neuen Jugend-NationalmannschaftenDer Deutsche Handballbund sichtet im August die Talente des Jahrgangs 2004/2005 für die neuen Jugend-Nationalmannschaften
Quelle: junIm kommenden Monat sichtet der Deutsche Handballbund für die neuen Jugend-Nationalmannschaften im Beachhandball den Jahrgang 2004 und 2005. Der Verband hat zwei offene Sichtungstermine angesetzt (am 9. August in Nürnberg und am 17. August in Hannover), zudem halten die Nationaltrainer bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft die Augen nach Talenten offen. Der Jahrgang 2004/2005 ist für die Sandvariante von extrem großer Bedeutung – der Hintergrund sind die Olympischen Jugend-Spiele.
2022 werden die Olympischen Jugend-Spiele im Senegal ausgetragen – und der Beachhandball wird nach dem überragendem Erfolg in Buenos Aires 2018 erneut zum Programm gehören. Auch der Terminkalender der EHF ist auf diesen Höhepunkt ausgerichtet: Mit den Europameisterschaften der U16 im Jahr 2020 läutet der europäische Verband im kommenden Jahr den Förderzyklus des Jahrgangs 2004/2005 ein.

Die EM 2020 ist das erste Großturnier für die jungen Beach-Talente – und richtungsweisend für den weiteren Weg. Denn nur über die Europameisterschaften im kommenden Jahr ist eine Qualifikation für die U17-Weltmeisterschaft 2021 möglich, bei der wiederum die Tickets für die Olympischen Jugend-Spiele vergeben werden.

Gelänge den deutschen Auswahlmannschaften der Jahrgänge 2004/2005 der Schritt zum Großturnier im Senegal, wäre das ein Meilenstein für den DHB – denn selbst dem später erfolgreiche Jahrgang 2000 gelang die Qualifikation nicht.

Die Mädchen holten auf europäischer Ebene zweimal Bronze (2017, 2018), die Jungen gewannen EM-Bronze (2017) und EM-Gold (2018). Bei der ersten U16-Europameisterschaft 2016 schieden die beiden neuformierten DHB-Teams jedoch im Viertelfinale aus – die Nationaltrainer Konrad Bansa und Alexander Novakovic bezeichnen diese Niederlagen unisono als vielleicht bittersten Moment ihrer Trainerkarriere.

Nun soll der Traum von der Teilnahme an den Olympischen Jugend-Spielen mit dem Jahrgang 2004/2005 wahr werden. „Der Beachhandball befindet sich aktuell auf einen aufstrebenden Weg. Nach einer erfolgreichen Europameisterschaft sucht der Deutsche Handballbund noch unentdeckte Talente des Jahrgangs 2004/2005“, wirbt der DHB.

Alle SpielerInnen, welche nicht an den Deutschen Jugend-Meisterschaften im Sand teilnehmen können, können sich mit einem kurzen Video für die Sichtungstermine in Hannover und Nürnberg bewerben. Für die „Videosichtung“ ist zunächst eine Online-Registrierung unter folgendem Link (hier klicken) notwendig. Anschließend wird der sechzig- bis hundertzwanzigsekündige Clip per E-Mail an den Deutschen Handballbund gesendet, Kontaktperson ist Fynn Mosel (fynn.mosel@dhb.de). Einsendeschluss für die Videos ist der 02. August 2019.

Der erste Sichtungslehrgang am 09. August in Nürnberg findet unmittelbar vor der Deutschen Jugendmeisterschaft statt. Eine Woche später sichtet der DHB in Norddeutschland in Hannover-Herrenhausen. Beide Lehrgänge finden von 11:00 bis 17:00 Uhr statt. Die beiden neuen Jugend-Nationalmannschaften sollen sich jeweils noch Ende des Jahres zu einem ersten Lehrgang versammeln.

Das Ranking der Deutschen Beach-Meisterschaft 2019

Premiere bei den Deutschen Meisterschaften im Beachhandball 2019: Erstmals wurden bei dem Finalturnier in Berlin alle Platzierungen ausgespielt. In den vergangenen Jahren wurden die Verlierer der Viertelfinals bzw. die in der Vorrunde ausgeschiedenen Teams blockweise auf die Ränge Fünf und Neun gesetzt, in diesem Jahr standen alle Mannschaften am Sonntag für das finale Platzierungsspiel noch einmal auf dem Platz.
Die Podiumsplätze gingen an Beach & Da Gang (1.), die BHT Hurricanes (2.) und die Otternasen (3.) bei den Männern sowie Strandgeflüster (1.), die Beach Unicorns (2.) und die Brüder Ismaning (3.) bei den Frauen. Auf den vierten Plätzen landeten die Beachmopeten (Männer) und die CAIPIranhas (Frauen).

Ebenfalls einen versöhnlichen Abschluss nahm das Finalturnier für die BHC Sand Devils (Männer) und die Minga Turtles (Frauen). Die beiden Teams sicherten sich nach dem Ausscheiden im Viertelfinale in der Platzierungsrunde mit jeweils zwei Siegen den fünften Rang.

Die Sand Devils bezwangen am Sonntagmittag die 12 Monkeys Köln mit 2:1 (22:16, 18:19, 10:8). Siebter wurde die SG Schurwald nach einem Sieg über die Nordlichter. Den neunten Rang holte sich THC EhDrin! vor DDD & friends, den Sanddevils U23 und den Al Sandys.

Bei den Frauen setzten sich die Minga Turtles im Spiel um den fünften Platz mit 2:0 (19:18, 24:22) gegen die Beach Bazis durch. Siebter wurden die Beach Chiller, welche die Sanddevils Youngstars in einem torreichen Spiel schlugen. Rang Neun ging BonnBons; es folgen die 12 Monkeys Ladies, die Sandmöpse und Beach Berlin.
Das finale Ranking der Deutschen Meisterschaft 2019

Männer
1.  Beach & Da Gang
2.  BHT Hurricanes
3.  Die Otternasen
4.  Beachmopeten
5.  BHC Sand Devils
6.  12 Monkeys Köln
7.  SG Schurwald
8.  Nordlichter
9.  THC EhDrin
10. DDD & friends
11. BHC Sand Devils U23
12. Al Sandys

Frauen
1.  Strandgeflüster
2.  Beach Unicorns
3.  Brüder Ismaning
4.  CAIPIranhas
5.  Minga Turtles
6.  Beach Bazis
7.  Beach Chiller
8.  Sanddevils Youngstars
9.  BonnBons
10. 12 Monkeys Ladies
11.  Sandmöpse
12. Beach Berlin

"Sehr schade für Matthew": Nordlichter dürfen U17-Torschützenkönig bei Beach-DM nicht einsetzen

Wenn die Nordlichter um 16:00 Uhr im Viertelfinale bei der Deutschen Meisterschaft im Beachhandball auf Titelverteidiger Beach & da Gang treffen, wird ein Junioren-Nationalspieler fehlen. Matthew Wollin wurde bei der U17-Europameisterschaft Torschützenkönig und war bei dem Team aus Niedersachsen für das Finalturnier um die Meisterschaft fest eingeplant. Erst drei Tage vor dem Turnierstart wurde den Nordlichtern mitgeteilt: Wollin darf nicht teilnehmen – mit erst 15 Jahren erhält er keine Spielberechtigung.
Bei den Nordlichtern sorgte die Entscheidung für Unverständnis – zumal es zuerst seitens des Verbandes zunächst Signale gab, dass Wollin spielen darf. „Es ist einfach nur sehr schade für Matthew“, bedauert Mannschaftssprecher Hendrik Sander. „Der Junge hat bei der EM und auf der GBO gezeigt, was für ein Potenzial er hat und dass er trotz seines Alters schon im Seniorenbereich mitspielen kann.“

Im September wird Wollin 16 Jahre; ab seinem Geburtstag hätten die Nordlichter ein Doppelspielrecht beantragen können, da er Kaderspieler ist. Grundlage für die Entscheidung, dem Junioren-Nationalspieler wenige Wochen vorher keine Spielerlaubnis zu erteilen, ist die Spielordnung des Deutschen Handballbundes – die logischerweise auf Hallenhandball ausgelegt ist.

„Die Deutsche Meisterschaft ist eine Veranstaltung der Erwachsenen“, erklärte Spieltechniker Andreas Jakob auf dem technischen Meeting. Jede/r Spieler/in unter 18 Jahren braucht daher ein Doppelspielrecht aus der Halle, das der Turnierleitung nachzuweisen ist – eigene Spielerpässe gibt es im Beachhandball nicht. Grundsätzlich wird das Doppelspielrecht für Mädchen ab 16 Jahre und für Jungen ab 17 Jahre erteilt; Kaderspieler können es ein Jahr vorher erhalten.

Wollin ist jedoch auch dafür zu jung. „Die Regel, wegen der Matthew nicht spielen darf – kein Doppelspielrecht für den Seniorenbereich im Hallenhandball – gilt ja grundsätzlich, um die jungen Spieler zu schützen“, weiß auch Sander, betont jedoch: „Im Hallenhandball, wo es körperlich sehr zur Sache geht, ist das sicherlich richtig. Auf den Beachhandball übertragbar, ist das aber sicherlich nicht!“

Es sei gut, so Sander weiter, „dass der DHB Vorschriften und Regularien hat und damit einen Rahmen schafft, aber wir müssen aufhören alles aus dem Hallenhandball auf den Beachhandball übertragen zu wollen. Alleine dieses Beispiel mit Matthew zeigt wie grundsätzlich verschieden diese beiden Sportarten sind.“
Verschiedene Sportarten brauchen verschiedene Regeln.

Beachhandball sei „nunmal keine Sommervariante vom „normalen Handball“ – es handelt sich hier um zwei unterschiedliche Sportarten und so sollten wir sie auch behandeln“, argumentiert der Nordlichter-Sprecher. „Beim Beachhandball kommt es nun mal nicht vorrangig auf Kraft an, sondern auf Spielverständnis, Technik und Athletik. Und genau das macht unseren Sport doch aus!“

Für die Nordlichter steht daher fest: „Verschiedene Sportarten brauchen nunmal verschiedene Regeln!“ Zumal: Bei den German Beach Open und der European Beachhandball-Tour ist das Spielrecht nicht derart reglementiert. Jüngere Spieler können also in der Qualifikationsserie mitspielen – im Finalturnier aber nicht mehr.

Das ist ein Faktor, um den man auch beim Deutschen Handballbund weiß. „Beachhandball ist eine kontaktlose Sportart – anders als in der Halle“, erklärt Jens Pfänder. „Unsere Zielrichtung ist es daher, dass 15-Jährige in Zukunft sowohl im männlichen als auch im weiblichen Bereich bei den Deutschen Meisterschaften zum Einsatz kommen können.“

Wollin und den Nordlichtern hilft diese Planung in diesem Jahr nicht mehr. Nachdem bereits die Nationalspieler Erik Gülzow und Colin Räbiger sowie Zweitliga-Akteuer Yannick Dräger (TV Emsdetten) aufgrund von Verpflichtungen mit ihren Hallenvereinen absagen mussten, schrumpfte der Kader durch die Verbandsentscheidung bezüglich Wollin weiter – sodass die Niedersachsen noch einmal umplanten und in Ragnar Diering (17) einen anderen U17-Nationalspieler nachnominierten.

Beachhandball: Gruppen für Deutsche Meisterschaft ausgelost
Marten Franke fungierte bei der Auslosung als Losfee

In Berlin wurden am heutigen Dienstagabend die Gruppen für die Deutsche Meisterschaft im Beachhandball ausgelost. Die Nationaltrainer Marten Franke und Fernanda Roveta zogen die Lose auf der Anlage BeachMitte.

Titelverteidiger auf der Anlage BeachMitte in Berlin sind Beach & Da Gang Münster (Männer) und Strandgeflüster Minden (Frauen). Die BHT Hurricanes (Männer) und die Minga Turtles (Frauen) reisen als Sieger der German-Beach-Open-Serie in die Hauptstadt.

Die Vorrunde wird nun in drei Gruppen mit jeweils vier Teams ausgetragen. Die ersten beiden Teams jeder Gruppe sowie die zwei besten Gruppendritten qualifizieren sich für das Viertelfinale. Erstmals werden zudem alle Platzierungen bis zum zwölften Rang ausgespielt.

Das Finalturnier wird am kommenden Freitag, 2. August um 16.15 Uhr eröffnet, am Samstag folgen ab 10 Uhr die finalen Vorrundenspiele. Unmittelbar im Anschluss werden die Viertelfinals gespielt. Die Finalspiele sind für Sonntag, 4. August, um 14.30 Uhr (Frauen) und 15.15 Uhr (Männer). Sportdeutschland.TV überträgt ab den Viertelfinals am Samstag die Spiele live.

Männer Gruppe A: BHT Hurricanes, Nordlichter, Beachmopeten, Sanddevils U23

Männer Gruppe B: Beach & Da Gang, 12 Monkeys, DDD & Friends, Sanddevils

Männer Gruppe C: Otternasen, Schurwald, Al Sandys, THC Eh Drin

 

Frauen Gruppe A: Minga Turtles, Beach Unicorns, Beach Bazis, Bonnbons

Frauen Gruppe B: Brüder Ismaning, CAIPIranhas, 12 Monkeys, Sanddevils Youngsters

Frauen Gruppe C: Strandgeflüster, Sandmöpse, Beach Berlin, Beach Chiller

„Beachhandball ist Raffinesse und Cleverness“

Herr Franke, wie sagt man so schön: es schlagen – ach – zwei Herzen in Ihrer Brust. Welches schlägt heftiger – das für Beachhandball oder das für Hallenhandball?
Marten Franke: Welches heftiger schlägt, kann ich so gar nicht sagen. Der Handball begleitet mich jetzt ja schon seit 20 Jahren. Das war für mich von Kind auf eine große Leidenschaft, ich habe aber auch schon sehr früh im Sand gestanden. Beach hat für mich doch noch einen etwas anderen Spaßfaktor. Nicht nur wegen des Drumherum, der Sonne, Strand etcetera, sondern weil auch das Spiel an sich anders geprägt ist. Statt Kampfkraft sind da schon mehr Raffinesse und Cleverness gefragt. Wenn ich im Spiel bin, macht häufig der Beachhandball mehr Spaß. Man wirft mehr und vor allem schönere Tore durch die Kempa und Pirouetten, aber Handball ist einfach insgesamt ein wunderbarer Sport, der viel mit sich bringt. Kampfgeist, Teamgeist, gute athletische Voraussetzungen.

Was fasziniert Sie an der sandigen Version?
Da sind natürlich auch die Rahmenbedingungen. Häufig – leider nicht immer – spielt man in der Sonne bei gutem Wetter, nebenbei läuft Musik und du bist Teil der Beachfamilie. Wenn du auf deutschen Meisterschaften bist, kennst du mehr als die Hälfte der Spieler persönlich, schnackst mit ihnen und sitzt abends mit ihnen noch zusammen. Das hat einen ganz besonderen Reiz. Und natürlich sehe ich dann auch meine Mannschaftskameraden von den Nordlichtern, die ich ja nicht dreimal die Woche beim Training sehe, sondern nur an vier, fünf Wochenenden im Jahr.

Was ist für Sie der prägnanteste Unterschied zum Hallenhandball?
Im Beachhandball brauchst du eine extrem gute Entscheidungsfähigkeit. Du musst vor allem die Überzahlsituationen clever ausspielen. Und das in noch kürzeren Zeitabständen. Wenn Du auf der Außenposition gerade in der Pirouette bist und da kommt ein guter Block, musst Du einfach in der Bewegung noch entscheiden: spiele ich den Ball noch einmal eine Position weiter oder werfe ich. Dann ist in der Halle die Kraft ein sehr wichtiger Faktor, während beim Beach Motorik und Beweglichkeit gefragt sind. Du musst dich in der Luft drehen können und danach noch wissen, wo du bist und wo du hinwerfen musst.

Die Disziplin ist ja noch relativ jung. Wie kamen Sie zum Beachhandball?
Bereits in der E-Jugend habe ich beim großen Turnier in Cuxhaven gespielt, wo bis heute noch jährlich die Niedersachsenmeisterschaft ausgetragen wird. Da habe ich auch das erste Sieger-T-Shirt bekommen, woraus mittlerweile eine ganz Sammlung wurde. Ab der B-Jugend haben wir das auch in der athletischen Vorbereitung genutzt, weil es im Sand deutlich anstrengender ist zu laufen. Später kam mein Vater (Jörn Franke, d. Red.) auf die Idee, bei Männerturnieren mitzuspielen, dann folgten Qualifikationsturniere für die deutsche Meisterschaft. 2014 wurden dann in Wildeshausen die German Open ausgerichtet. Dort haben Maurice und Yannick Dräger eine Wildcard bekommen und eine Mannschaft mit alten Kumpeln zusammengestellt – unter anderem mit mir –, die dann überraschend inoffizieller deutscher Meister wurde. Danach durften wir zum Champions-Cup nach Gran Canaria zu fahren, was ein tolles Erlebnis war. Das war die Geburtsstunde der „Nordlichter“. Mittlerweile wird Beachhandball auch wieder offiziell vom DHB unterstützt und wir haben bei den bislang fünf deutschen Meisterschaften immer mindestens das Halbfinale erreicht und von Platz eins bis vier alles schon belegt. Im vergangenen Jahr haben wir bei Europäischen Beach-Tour mit nur sieben Spielern einen guten siebten Platz belegt.

Wie bilden Sie ihre Schützlinge aus? Gibt es für Sie so etwas wie ein Leitmotiv?
Definitiv, ist aber auf die Schnelle schwer zu beschreiben, denn das entwickelt sich im Laufe der Jahre. Ein ganz wichtiger Punkt ist die Technik, da steht die individuelle Ausbildung im Vordergrund. Darauf kann man dann das Zusammenspiel deutlich leichter aufbauen. Zum Beispiel beim Kempa, da müssen beide Handelnde das Timing hinbekommen. Beachhandball ist nicht so extrem von der Taktik geprägt, auch wenn man schon variiert. Spielt man mit vier Leuten im Rückraum, stellt man den Spezialisten auf die Seite, oder in die Mitte – da gibt es durchaus Alternativen. Aber vom Prinzip her geht sehr viel über die Entscheidungsfindung.

Ihre Mission als Nationaltrainer ist mit der Europameisterschaft beendet. Wie geht es beim Deutschen Handball-Bund für sie jetzt weiter?
Es sieht bislang ganz gut aus, noch ist aber nichts entschieden. Ich habe die Hoffnung, mit der kommenden U16-Mannschaft auch wieder zur Europameisterschaft zu fahren. Da steht im Herbst die extrem wichtige Sichtung des 2004er-Jahrgangs auf dem Programm. Die Spieler sind in sechs, sieben Jahren 22. Wenn Beachhandball olympisch werden sollte, und wir 2024 eine Beachhandballmannschaft haben sollten, ist das ein Top-Jahrgang. Es gibt im Handball-Sektor kaum einfachere Wege zu den Olympischen Spielen. Das ist für alle sehr reizvoll.

Kollidiert das nicht mit ihrem Engagement als Spielertrainer beim Oberligisten HC Bremen und als Jugendtrainer im Verein?
Ich bin froh, dass wir unser Trainerteam erweitern konnten. Mit Björn Wolken als Co-Trainer habe ich bei den Herren Entlastung, wenn ich durch das Beachen, unter anderem mit der B-Jugend und der Bremer Auswahl, woanders eingebunden bin. Ich habe bisher noch nie in einem Spiel gefehlt, das dürfte relativ unproblematisch sein, zumal sich die Hauptsaison Beach und die Hauptsaison Halle nicht überschneiden.

Mit 24 Jahren sind Sie noch voll im Saft. Wie sieht es mit Ihrer aktiven Laufbahn aus?
Prinzipiell möchte ich schon, so lange es geht, auf gutem Niveau Handball spielen. Egal, ob beim HC Bremen, oder im Beachhandball mit den Nordlichtern. Ich merke, dass ich recht früh im Leistungsport war und sehr viel trainiert habe, Von daher weiß ich nicht, wie viele Jahre ich wirklich noch gut spielen kann. Aber so lange ich mich noch gut fühle, will ich auf jeden Fall noch selber aktiv sein. Für die Trainerkarriere habe ich noch genügend Jahre danach, auf die ich mich dann konzentrieren kann. Auf jeden Fall glaube ich, dass ich bisher schon den einen oder anderen ganz guten Schritt in Sachen Trainerkarriere gemacht, das wird mittelfristig dann sicherlich auch der Schwerpunkt sein. Zurzeit konzentriere ich mich aber voll und ganz auf meine Handballerkarriere, und ich glaube, wir sind da beim HC Bremen auf einem guten Weg.

Wo liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit beim HC Bremen?
Ganz klar bei der Ausbildung der Jugend. Aber wenn ich mir jetzt unsere Mannschaft anschaue, dann ist das auch Anschlussförderung. Bei den 18-, 19- und 20-Jährigen, die wir in der Mannschaft haben, ist das der Altersbereich, wo man durchaus noch einige Entwicklungsschritte machen kann. Nichtsdestotrotz wollen wir natürlich mit der ersten Herrenmannschaft möglichst erfolgreich sein.

Sie haben ja bereits sehr früh in der dritten Liga gespielt. Warum ging es dann sportlich nicht noch weiter nach oben?
Es gab einfach keinen Zweitligisten in der Nähe und ich war als Student hier ansässig. Von Dötlingen bis Aurich waren es 108 Kilometer und später dann von Bremen nach Aurich 130 Kilometer zum Training, das vier- bis fünf Mal die Woche. Da reißt Du schon einiges an Kilometern ab. Ich habe es keine Sekunde bereut, aber der Aufwand war schon sehr groß und hat an einem gezehrt. Es hat mir Riesenspaß gemacht. Ich hatte tolle Mannschaftskollegen, mit Arek Blacha einen Trainer, den ich sehr schätze. Doch in dem Jahr war der HC Bremen gerade in die Verbandsliga aufgestiegen und der nächste Schritt in die Oberliga sollte folgen, wie es dann ja auch kam. Das war ein sehr reizvolles Projekt, so etwas wie ein Leitwolf zu sein und letztlich war es auch eine Herzensangelegenheit.

Was treibt Sie persönlich an?
Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Vielleicht kenne ich es aber auch einfach gar nicht anders. Mein Vater, meine Familie haben mir das vorgelebt. Wir sind eine handballverrückte Familie. Und ich habe jetzt noch nie gedacht, puh – das ist jetzt alles viel zu viel. Sicherlich gibt es Wochenenden, da denke ich, ein Spiel weniger würde auch nicht schaden, aber man bekommt auch sehr viel Wertschätzung im Verein, sei es von den Eltern der Jugendlichen oder von den Spielern selbst. Das wiegt das auf jeden Fall auf.

Welche Erfolge waren für Sie am wichtigsten?
Was mir persönlich extrem viel bedeutet hat, war meine Auszeichnung und die folgende Einladung zum Deutschen Handball-Bund 2008, dass ich dort bei der DHB-Sichtung ins Allstar-Team gewählt wurde. Und zwar gar nicht einmal so sehr, weil ich es damit unter die besten 30 in Deutschland geschafft habe. Ich war nach meiner ersten Knieverletzung, die ich mit 14 bekommen habe, 14 Monate raus. Hatte Knorpel- , Kreuzband- und Außenmeniskusverletzungen in einem. Zwei Wochen vorher hatte ich gerade wieder mein erstes Handballspiel in Nordhorn gemacht. Dass ich es dann trotzdem geschafft habe, war für mich eines der größten Highlights. Höhepunkte waren auch mein erstes Länderspiel gegen Tunesien und die deutsche Meisterschaft der Schulen bei Jugend trainiert für Olympia mit der Ronzelenstraße, wo wir praktisch mit unserer damaligen Hastedter B-Jugend aufgelaufen waren. Im Finale haben wir dann Fabian Wiede (späterer Herren-Nationalspieler, d. Red.) geschlagen.
Steckt bei Ihrer Lust am Handballspielen und auf den Trainerjob nicht auch eine Menge von ihrem Vater Jörn Franke drin, der selber seit Jahrzehnten ein erfolgreicher Trainer ist?
Definitiv. Wenn ich darauf schaue, was ich heute für ein Trainer bin, hängt das sicherlich zu 60 Prozent an meinem Vater, zu 30 Prozent an Arek Blacha und zu zehn Prozent an irgendwelchen anderen Einflüssen. Die beiden haben mir schon sehr viel mitgegeben.

Handball war und ist im Hause Franke dann sicherlich das Topthema?
Seitdem ich nicht mehr bei meinen Eltern wohne, ist das wieder verstärkt so, weil wir uns jetzt nicht mehr jeden Tag sehen. Zuhause hat mein Vater aber immer sehr viel Wert darauf gelegt, auch andere Sachen anzusprechen. Seien es andere Sportarten, aber eben auch kulturelle Themen. Meine Eltern haben mich als Kind auch Musikinstrumente spielen lassen. Ich war davon zwar nie der ganz große Fan, aber heute bin ich sehr froh, dass ich Blockflöte und Klavier spielen kann. Wichtig war, dass man von allem ein bisschen mitnimmt und nicht so ein Fachidiot im Handball ist, auch wenn der Schwerpunkt meines Leben nun einmal mit Handball zu tun hatte. Ich habe sehr viel mitbekommen und dafür bin ich dankbar.

Das Interview führte Rainer Jüttner.

Marten Franke (24)
studiert Wirtschaftsingenieurwesen und arbeitet gerade an seiner Masterarbeit. Der gebürtige Dötlinger wohnt in Findorff. Hallenhandball spielte der ehemalige Jugendnationalspieler bis zur A-Jugend beim Hastedter TSV. Parallel dazu folgten Drittliga-Engagements beim VfL Edewecht und später dann beim OHV Aurich. Danach kehrte er zum HC Bremen zurück und führt das Oberliga-Team als Spielertrainer. Zudem betreut er dort auch die B-Jugend. Seit der E-Jugend spielt er auch Beachhandball, wurde unter anderem mit dem Team „Nordlichter“ Deutscher Meister und ist seit Anfang des Jahres Trainer der deutschen U17-Nationalmannschaft, mit der er kürzlich Neunter bei der Europameisterschaft wurde.

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