Beachhandball EM U17: Aus Enttäuschung wird Stolz

Stare Jablonki/Bremen. Als die letzten Bälle im Sand von Stare Jablonki gespielt waren und sich die deutschen U 17-Beachhandballer schon so langsam mental auf die Players-Party vorbereiteten, da kamen auch allmählich die guten Gedanken bei ihnen durch – der Stolz darüber, was sie bei dieser Europameisterschaft geleistet hatten. Und damit verflüchtigte sich zugleich auch die Enttäuschung über das so bittere Ausscheiden nach der Vorrunde, die mit dem 1:2 gegen die Niederlande die einzige Niederlage des gesamten Turniers brachte, die aber ausreichte, um im Vergleich der punktgleichen Teams aus Portugal und den Niederlanden das Nachsehen zu haben.

In der Platzierungsrunde gab es dann nur noch Siege, und am Ende sprang mit Rang neun die bestmögliche Platzierung heraus. „Damit können wir alle gut leben, das Team hat gut zusammengehalten“, sagte der Bremer Nationaltrainer Marten Franke.

Drei Talente aus einem Heimatverein HC Bremen hatten er und Co-Trainer Harald Mulder ins EM-Team berufen, alle drei bestanden diese Bewährungsprobe mit Bravour. Allen voran Matthew Wollin. Der 15-Jährige war nicht nur der Jüngste im deutschen Kader, er vollzog zweifelsfrei auch die größte Wandlung und den größten Entwicklungsschub. Marten Franke erklärt: „Eigentlich war Matthew vorrangig für die Abwehr vorgesehen, doch nach dem Ausfall eines eingeplanten Spielers, für den nicht rechtzeitig die deutsche Staatsbürgerschaft vorlag, rückte er in die Offensive.“

Und wie! Mit seinen 1,96 Metern Körpergröße avancierte er im Verlauf des Turniers zum Treffergaranten und wurde unangefochten mit 127 Punkten zum Torschützenkönig dieser EM. Dabei entwickelte er sich quasi wie im Zeitraffermodus. „Gerade einmal ein Jahr lang ist er jetzt intensiv dabei. Besonders in den letzten zwei Wochen hat er Riesenschritte gemacht. Anfangs hat er sich doch noch einige Fahrkarten geleistet, am Ende der EM hatte er eine überragende Quote von über 80 Prozent“, sagte Franke. Mit seiner enormen Sprunghöhe war er von den meisten Gegnern kaum zu verteidigen. „Er hat einfach einen Klasse-Job gemacht. Immer wenn es knapp wurde, war er da“, sagte Franke. Wollin bleibt bei so viel Lob bescheiden: „Diese Auszeichnung bedeutet mir sehr viel. Ich freue mich darüber und vielen Dank an meine Mitspieler für die Anspiele“, sagte er, nachdem er gemeinsam mit Michelle Köbrich (MVP der weiblichen U 17) geehrt wurde.

Neben Wollin stellte der HC Bremen mit Ragnar Diering einen weiteren wichtigen Eckpfeiler im deutschen U 17-Team. Der Spezialist hatte auf der Mittelposition reichlich Verantwortung zu tragen, trug die Entscheidungslast und lenkte sein Team, ähnlich wie der Rückraum-Mitte-Spielgestalter im Hallenhandball. Gleichzeitig war er auch einer der Shooter, die aus dem Rückraum einfache Tore werfen sollten, die dann ja ebenfalls zwei Punkte bringen. „Diesen Zwiespalt zwischen guten Anspielen auf seine Mitspieler und der eigenen Torgefahr hat er sehr gut gelöst. Er hat sehr viel richtig entschieden und das mit hoher Konstanz“, erklärte Marten Franke.

Zum Toreverhindern war der dritte HC-Spieler im Bunde, Marten Kuhlmann, nach Polen gefahren. Gemeinsam mit Yannick Raatz hütete er das deutsche Tor. Dabei war er als der kleinere, wendigere Keeper ein ganz anderer Typ als sein Torwart-Kollege. „Marten war mit seinem Stellungsspiel und seiner sehr emotionalen Spielweise ein guter Rückhalt“, lobte Franke. Er hat die Mannschaft mit seinen Paraden und seiner Anfeuerung während der Spiele sehr gut vorangebracht. Gemeinsam mit Yannick bildete er ein starkes Torhüterteam“, fügte er hinzu.

Ein gutes Team bildete Franke auch mit seinem Co-Trainer Harald Mulder, doch dass es diese Duo weiter geben wird ist kaum wahrscheinlich. Ihre Aufgabe, die Spieler an das Niveau der A-Nationalmannschaft heranzuführen, haben sie gut erledigt. Doch den erfahrenen niederländischen Trainer Harald Mulder zieht es in Zukunft beruflich nach Kasachstan.

Die Arbeit mit dem Übergangsjahrgang 2002/2003 ist für Franke jetzt beendet und er hofft, sich künftig um den neuen U 16-Jahrgang kümmern zu können. Damit wird er diesmal wesentlich mehr Zeit haben, um sich auf die internationalen Aufgaben vorzubereiten. Die Chancen, ab Herbst diesen Perspektivkader zu betreuen, stehen gut. „Ich habe große Lust auf diesen Jahrgang. Mein Feedback-Gespräch mit Jens Pfänder, dem Leistungssportreferenten des DHB, ist gut gelaufen. In zwei, drei Wochen könnte eine Entscheidung gefallen sein.“

Nächste Spieltermine

 

17:15
1. Damen

Elsflether TB — HC Bremen

18:00
1. Herren

TuS Haren — HC Bremen

19:30
A-Jugend

HC Bremen — TSG Altenhagen-Heepen

15:00
2. Damen

TS Woltmershausen — HC Bremen

17:30
2. Herren

HC Bremen — SV Werder