Eine Ikone des Handballsports
Sieben Jahrzehnte im Verein: Die 84-jährige Hanna Eggers vom Hastedter TSV erhält die goldene Ehrennadel

Hastedt. Es war für Hanna Eggers beinahe schon zu viel der Aufmerksamkeit: Die 84-Jährige musste von zwei Nachwuchsspielerinnen des Hastedter TSV gestützt werden, als sie in der Halle – quasi in „ihrer“ Halle – am Hastedter Osterdeich vor die vielen Besucherinnen und Besucher trat. „Sind die etwa alle meinetwegen hier“, fragte sie beim Anblick der etwa 100 Besucherinnen und Besucher ungläubig bei Jugendwart Uwe Ohlsen nach, der zu Ehren der langjährigen Sport-und Kassenwartin des HTSV eigens ein Freundschaftsspiel zwischen der Ersten Damen und den „Hastedter Allstars“ organisiert hatte. Während Ohlsen die Frage schmunzelnd bejahte, standen dem gesundheitlich sichtlich angeschlagenen Ehrengast die Tränen in den Augen.
Mehr als 70 Jahre lang hat sich Hanna Eggers für den Handballsport in Hastedt, aber auch im gesamten Bremer Stadtgebiet eingesetzt. Ihren HTSV habe sie „geprägt wie keine Zweite“, betonte Jörn G. Franke, der in seiner launigen Laudatio zahlreiche Anekdoten aus dem Leben der 84-Jährigen zum Besten gab. „Du hast den Handballsport mehr als 70 Jahre lang im Wortsinn gelebt“, richtete sich der Laudator direkt an Hanna Eggers, „sowohl auf der Funktionärsebene, aber noch viel mehr im sportlichen Bereich hast Du sehr große Fußstapfen hinterlassen.“ Besonders die vielen Jugendlichen im und um den HTSV herum hätten der lebenden Hastedter Handball-Legende am Herzen gelegen, hob Franke hervor: „Gerade für die Kleinen hast Du alles gegeben.“
Als die Ersten Damen des HTSV 1992 unter der Ägide von Jörn Franke sogar an die Tür zur Bundesliga klopften, habe Hanna Eggers mit großem Engagement und vielen Helferinnen und Helfern aus dem Verein heraus dazu beigetragen, dass viele großartige Spielerinnen den Weg an den Hastedter Osterdeich fanden, darunter ehemalige Nationalspielerinnen wie beispielsweise Anja Blome. „Du wirst dem Hastedter, nein dem Bremer, wenn nicht sogar dem deutschen Handball-Publikum ewig in sehr guter Erinnerung bleiben“, beendete Franke seine Rede voller warmer Worte – und sorgte damit gleichzeitig erneut für Freudentränen bei der Geehrten. Nach der Laudatio des langjährigen Wegbegleiters hatte die aktuelle HTSV-Kapitänin gemeinsam mit ihren Mitspielerinnen eine weitere Überraschung vorbereitet: Lisa Becker überreichte Hanna Eggers einen prall gefüllten Geschenkkorb „mit vielen Leckereien, wie Du sie so gerne magst“, versicherte die junge Handballerin, während beiden Frauen zum wiederholten Male Freudentränen über die Wangen liefen. „Ihr alle seid so lieb zu mir“, bedankte sich Hanna Eggers mit tränenerstickter Stimme, während sie von Uwe Ohlsen auf „ihren“ Platz zurückgeführt wurde. Jahrzehntelang war sie nämlich auch von der Kasse des HTSV nicht wegzudenken, von dort aus beobachtete sie an diesem Tag voller Freude, wie die Ehrung fortgesetzt wurde.
Zunächst trat der Vorsitzende des HTSV, Günther Müller, ans Mikrofon, der zweite Vorsitzende Klaus Behrens überreichte Hanna Eggers gleichzeitig einen riesigen Blumenstrauß. „Das hast Du auch verdient“, kommentierte Müller den immer wieder lautstark aufbrandenden Applaus für den Ehrengast. „Der Handballsport war dein Leben, und für alle Hastedterinnen und Hastedter bist Du bereits jetzt schon eine Legende.“
Jens Schoof, Vizepräsident Spieltechnik des Bremer Handballverbandes (BHV), ging als Vertreter der terminlich verhinderten BHV-Präsidentin Monika Wöhler sogar noch einen Schritt weiter: „Du bist eine Ikone des Bremer Handballsports““, erklärte Schoof, dem die Aufgabe zuteil wurde, Hanna Eggers die Ehrennadel in Gold des BHV zu überreichen. „Du hast über sieben Jahrzehnte alles für den Handball und speziell für die Jugend gegeben“, lobte Schoof, „bei dir fühlten sich Klein und Groß gleichermaßen gut aufgehoben.“ Hanna Eggers habe stets ein offenes Ohr für die Probleme und Wünsche der Sportlerinnen und Sportler rund um die Handballabteilung des HTSV gehabt, so Schoof. „Du bist eine große Persönlichkeit“, endete Schoof, „die den Handball, aber vor allem das Ehrenamt mit Leib und Seele auch noch heute vorlebt und vielen Nachwuchshandballern als gutes Beispiel dient“.
Hanna Eggers verfolgte die Ehrung gerührt von ihrem Stammplatz in der Kassenecke aus, und die Gäste scharten sich um den Ehrengast. Reihenweise schüttelte sie Hände, nahm die vielen Glückwünsche mit einem glücklichen Lächeln und strahlenden Augen entgegen und war überwältigt. „Deine Bescheidenheit ehrt dich“, sagte Uwe Ohlsen, „diese Zurückhaltung war stets dein Markenzeichen.“ Ohlsen hoffe, „im Namen aller hier Anwesenden, „dass Du, liebe Hanna, uns noch so lange wie möglich erhalten bleiben wirst“. Ohne Hanna Eggers würde nach Einschätzung des Jugendwartes „nicht nur beim Hastedter TSV etwas fehlen – auch der Bremer Handball insgesamt hätte eine große Lücke zu beklagen, die nur schwer zu schließen sein dürfte“.

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