Herren: Auch der HC Bremen kann den Spitzenreiter nicht stoppen
Oberliga-Handballer halten gut dagegen, leisten sich beim 25:27 gegen den TV Cloppenburg aber zu viele Fehler

Bremen. Wer es am Sonnabend nicht rechtzeitig in die Halle am Jacobsberg geschafft hatte, schien nach zwölf Minuten noch nicht viel versäumt zu haben. Gerade einmal 2:2 stand es zu diesem Zeitpunkt zwischen den gastgebenden Oberliga-Handballern des HC Bremen und den Gästen vom Spitzenreiter TV Cloppenburg. Doch weit gefehlt: Der unpünktliche Zuschauer hatte da bereits die stärkste Phase der Bremer verpasst, in der sie mit einer klasse Abwehr und dynamischem Angriff überzeugten. Genutzt hat dies dem Team von Spielertrainer Marten Franke allerdings nichts. Mit 25:27 (10:16) musste sich der Tabellenachte dann doch dem Topfavoriten geschlagen geben.

Und das letztlich auch leistungsgerecht, wie Marten Franke fair anerkannte: „Wir haben beim 2:1 ein einziges Mal geführt, da wäre es vermessen, zu sagen, dass der Cloppenburger Sieg unverdient ist.“ Trotzdem hatte seine Mannschaft einen guten Eindruck hinterlassen, war aber einfach zu fahrlässig mit ihren Chancen umgegangen. So vergaben die Bremer beim 2:2 allein fünf völlig freie Würfe und wurden letztlich dafür bestraft. Statt mit 7:2 zu führen, kassierten sie drei Treffer in Folge zum 2:5. Diesen Drei-Tore-Vorsprung bauten die Cloppenburger dann bis zur Pause auf sechs Treffer aus. „In dieser Phase haben wir zu viele einfache technische Fehler gemacht und dem Gegner die Bälle praktisch in die Arme geworfen. Das haben die Cloppenburger mit schnellen Gegenstößen und Toren bestraft“, sagte Franke.

In Bestbesetzung wäre voraussichtlich mehr drin gewesen, aber ohne seine Linkshänder Sebastian Heller (krank) und Jan Wiezorrek (Autounfall) musste der HC auf Rechtsaußen improvisieren. Kai Wiezorrek, Gabriel Schupp und später der angeschlagene Max Laube teilten sich die vakante Position. Zu allem Überfluss sah Ole Fietze nach einem Foul die Rote Karte (19.). „Ole hat uns mit seiner sehr disziplinierten Spielweise und als Ballverteiler später natürlich sehr gefehlt“, sagte Franke. Nahezu ohne Training und nach sieben Wochen ohne Spielpraxis musste Paul Schröder ins kalte Wasser geworfen werden. Der kam damit allerdings gut zurecht und erzielte bei seinem Comeback sieben Tore.

Nach der Pause fingen sich die Bremer. Auf beiden Seiten wechselten sich sehenswerte Aktionen mit leichten Fehlern ab. Dennoch verkürzte der HC Bremen Tor um Tor und schien beim 21:24 (54.) durchaus noch Chancen zu einer Wende zu besitzen. Den folgenden Ballverlust nutzte Cloppenburg aber zum vorentscheidenden 25:21. „Ich habe heute viele positive Dinge gesehen, zum Beispiel unsere Abwehrarbeit – abgesehen von der zweiten Hälfte der ersten Halbzeit. Aber letztlich haben wir uns zu viele Fehler geleistet, und da will ich mich nicht ausnehmen. Da fehlte es an der nötigen Konsequenz und Disziplin“, sagte Marten Franke.

Am Sonntag, 26. Januar, steht beim angriffsstarken Tabellenvierten TV Bissendorf-Holte das nächste schwere Spiel an. „Auch dort wird es erneut auf unsere Abwehr ankommen. Wir müssen vor allem kämpferisch dagegenhalten“, sagte Franke.

HC Bremen: Prieß, Berdar, Timm; Felix Fietze (1), Schröder (7), Laube (1), Schupp (6), Helbig, Franke (4/4), Kai Wiezorrek (1), Grieme, Koppe (3), Ole Fietze, Latacz (2).

Nächste Spieltermine

 

17:15
1. Damen

Elsflether TB — HC Bremen

18:00
1. Herren

TuS Haren — HC Bremen

19:30
A-Jugend

HC Bremen — TSG Altenhagen-Heepen

15:00
2. Damen

TS Woltmershausen — HC Bremen

17:30
2. Herren

HC Bremen — SV Werder