Herren: Nach starkem Start beginnt das Zittern
Oberliga-Handballern der SG HC Bremen/Hastedt fehlt beim 21:26 gegen Achim/Baden das Selbstvertrauen

Bremen. Nach der vierten Niederlage in Folge muss sich Marten Franke schon etwas Besonderes einfallen lassen, um die Oberliga-Handballer der SG HC Bremen/Hastedt wieder aus der momentanen Talsohle herauszubekommen. Erste Maßnahme: nach dem 21:26 (9:13) vor eigenem Publikum gegen die SG Achim/Baden hat der verletzte Spielertrainer das morgige Dienstag-Training abgesagt. Stattdessen steht „Teambuilding“ auf dem Bremer Weihnachtsmarkt auf dem Programm. Denn eines ist für Franke klar: „Es liegt keinesfalls an unserem Unvermögen, sondern in erster Linie am fehlenden Selbstvertrauen. Das ist eine reine Kopfsache.“

Zweifelsfrei ist das Leistungsloch der Bremer auch eng mit dem Ausfall von Marten Franke selbst verknüpft. Aus den letzten fünf Aufeinandertreffen mit der SG Achim/Baden gingen die Bremer viermal als Sieger hervor – immer angeführt von Franke. Seit dessen Achillessehnenabriss Mitte September fehlt den Hastedtern der Antreiber, Regisseur und Torgarant schmerzlich. Marten Franke selbst hat da eine etwas andere Sichtweise: „Natürlich fehle ich der Mannschaft, aber sie hat auch ohne mich ganz klar das Potenzial, gegen die meisten Mannschaften der Liga zu bestehen. Wir müssen nur wieder an unsere Stärken glauben.“

Alles eine Kopfsache

Bleibt zu hoffen, dass die Methode „Glühwein für die Glücksgefühle“ schnell greift, denn mit 6:16 Punkten stehen die Hastedter als Tabellenzwölfter unmittelbar vor den Abstiegsplätzen. „So kann es natürlich nicht weitergehen“, sagt auch Marten Franke, der gegen Achim/Baden zunächst wieder einen tollen Start seiner Mannschaft sah.

Das 2:1 wurde zu einer 5:2-Führung ausgebaut, die allerdings wieder unnötig in einen 5:5-Zwischenstand mündete (10.). „Uns gelang noch das 6:5 und dann begann wieder das große Zittern“, sagte Franke. Dieser Verlauf hat bei den Hastedtern mittlerweile eine unschöne Tradition. 15, 20 Minuten lang sind die Bremer selbst gegen die klaren Favoriten tonangebend, dann scheinen die Gedanken an eine nächste Niederlage die Oberhand zu gewinnen.

So auch diesmal. „Die folgenden 20 Minuten waren fast schon Arbeitsverweigerung“, sagte Franke. Mit der Folge, dass die Gäste mit einem 11:3-Lauf plötzlich den Ton angaben und auch zur Pause mit vier Treffern vorne lagen. Letztlich war die Partie nach Wiederanpfiff schnell gelaufen, denn bereits in der 41. Minute führte die SG Achim/Baden mit neun Toren (21:12). Im Bremer Angriff lief einfach wieder einmal zu wenig zusammen. „Keiner wollte die Verantwortung übernehmen, viel zu selten ging einer mal in die Tiefe“, sagte Franke. Stattdessen wurde immer wieder der vermeintlich besser postierte Mitspieler gesucht, doch dabei leisteten sich die Bremer wieder zu viele Fehler, auch beim einfachen Kreuzen wurde der Ball oftmals verloren.

Die Abwehr lief insgesamt einigermaßen passabel, wenngleich auch oft die letzte Aggressivität bei der SG HC Bremen/Hastedt vermisst wurde. Wie es durchaus hätte laufen können, demonstrierte Jorrit Latacz. Nachdem er in den ersten 30 Minuten auf der Bank schmoren musste, verstärkte er im zweiten Abschnitt vor allem die die Bremer Verteidigung. „Er hat richtig Feuer in unsere Abwehr gebracht. Wenn sich alle so eingesetzt hätten, wäre sicherlich mehr dabei herausgesprungen“, sagte Franke. So setzte Paul Schröder mit drei Toren in Serie zu Spielende noch einmal ein kleines Zeichen, am klaren Achimer Sieg änderte das allerdings auch nichts mehr.

Bereits am Freitag (20 Uhr) ist die SG HC Bremen/Hastedt zu Gast bei der zwei Punkte mehr aufweisenden HSG Barnstorf/Diepholz, die zuletzt mit einem 30:26 über den Tabellendritten TV Cloppenburg überraschte. „Das wird erneut ein Kampf ums Überleben, die offensive Spielweise der Barnstorfer liegt uns zumindest“, so Marten Franke. Diese Offensive hat es aber in sich, immerhin steht aufseiten der Barnstorfer der Linkshänder Jan Linne, der die Torschützenliste der Liga mit 84Treffern aus elf Spielen anführt.

SG HC Bremen/Hastedt: Lucic, Prieß; Felix Fietze (1), Schröder (5), Gövert, Brune, Kai Wiezorrek (2), Grieme (17), Harting (3), Heller (21), Ole Fietze (6/3), Jan Wiezorrek (1), Latacz (1).

Nächste Spieltermine

 

20:00
1. Herren

HC Bremen — SG VTB/Altjuehrden

9:00
D-Jugend

ATSV Habenhausen — HC Bremen

16:00
B-Jugend

HC Bremen — TV Bissendorf

19:30
1. Herren

HC Bremen — TSG Hatten-Sandkrug

13:30
B-Jugend 2

HV Lueneburg — HC Bremen