Vom Großfeldhandball bis zur nationalen Spitze im Jugendhandball

Der HC Bremen weist eine kurze, heute fünfjährige Historie auf, während der Hastedter TSV als Stammverein der Handballspielgemeinschaft SG HC Bremen / Hastedter TSV auf das Jahr 1861 zurückgeht, als der HTSV durch eine Stiftung des Bremer Senats gegründet wurde. Handball spielte im HTSV sehr schnell eine bedeutende Rolle, seit Mitte der 1920er Jahre nahm der Verein am Spielbetrieb teil – seinerzeit gab es natürlich nur Feldhandball auf dem Großfeld.

Einen erheblichen Aufschwung nahmen sowohl der Handballsport als auch der HTSV in den ersten Nachkriegsjahren. Die spannenden Lokalderbys in der höchsten Bremer Klasse vor allem gegen den ATSV Habenhausen, aber auch die Spiele gegen TV Arbergen, TV Mahndorf, den TV Grambke und gegen die dominierende Bremer Mannschaft, TURA Bremen mit Hinnerk Mester, wurden oftmals von weit mehr als 1.500 Zuschauern besucht. Mit Rolf Zerling spielte der erste Bremer Nationalspieler nach dem Kriege in den Reihen der Hastedter, die später mit Manfred Kirsten einen weiteren Nationalspieler sowie mit Lothar Kühn und Klaus Blohme namhafte Repräsentativspieler hervorbrachten. Ende der 50er und Anfang der 60er Jahre spielte der HTSV in der Norddeutschen Oberliga, der höchsten deutschen Spielklasse, die mit dem VfL Wolfsburg auch mehrfach den deutschen Meister stellte.

Ende der 50er Jahre wurde der Hallenhandball mehr und mehr populär, das Handballjahr war nun unterteilt in eine Feldhandballsaison und eine Hallenspielzeit im Winter. Der HTSV schaffte es in den Jahren 1957 und 1958 sowie 1961, insgesamt fünfmal an den Vorrunden zur Norddeutschen Meisterschaft teilzunehmen, dreimal in der Halle und zweimal auf dem Feld. Als 1974/75 der Feldhandball zum Erliegen kam, fokussierte sich das Interesse auf den Hallenhandball. Jetzt begann die Blütezeit des Frauenhandballs im Hastedter TSV, die untrennbar mit dem Namen der herausragenden Spielerin Roswitha Ackermann verbunden ist. Zumeist spielte die Mannschaft in der Bremer Oberliga oder Regionalliga, die damals die höchste deutsche Klasse darstellte, denn die Bundesliga wurde bei den Frauen erst 1975/76 eingeführt.



1981 begann eine 16-jährige Ära unter Jörn Franke, der mit großer Unterstützung des Handballvorstandes unter Günther Müller und Hanna Eggers eine junge Mannschaft aufbaute und sie aus der Oberliga in die Regionalliga und 1990 in die 2. Bundesliga führte. Fast ein Jahrzehnt dominierte der HTSV den Frauenhandball in und um Bremen und lieferte sich legendäre Pokalfights mit dem VfL Oldenburg und dramatische Partien mit dem TuS Alstertal und SC Germania List. Als sich ab 1990 der TuS Walle mit hohem finanziellen Einsatz und Vollprofis wie Dagmar Stelberg, Marina Basanova und Anja Andersen an der Spitze Deutschlands und Europas etablierte, spielte der HTSV mit Amateurspielerinnen wie Ulrike Hagestedt, Anja Blohme (verh. Schröder) und „Bigo“ Addix (verh. Molzahn) erfolgreich in der 2. Bundesliga. 1996 zog der HTSV nach 16 Jahren Leistungshandball das Team aus finanziellen Gründen aus der 2. Bundesliga zurück und startete nur noch in der siebthöchsten Klasse. Als 2002 die weibliche B-Jugend um Kerstin Peper und Viola Pleines den Titel des Deutschen Vizemeisters errang, baute Trainer Franke erneut eine schlagkräftige Frauenmannschaft auf, die den Durchmarsch bis in die Regionalliga schaffte. Ab 1996 bildete der HTSV viele Talente im männlichen Bereich aus, die mit drei und vier Jahren zum Mini-Handball kamen. Aus zahlreichen Talenten entstanden so etliche Jahrgangsmannschaften, die einige norddeutsche Meisterschaften erspielten. 2008 schaffte der erste Jahrgang den Sprung in die neu gegründete A-Jugend-Bundesliga. Speziell für diese Anforderung wurde der HC Bremen gegründet und entwickelte sich zum Sammelbecken für die zahlreichen Talente aus der Bremer Umgebung. Auf 14 Jahre mit Jörn Franke als Coach folgte im zweiten Bundesligajahr Christian Maaßen als Trainer. Mit dem Ausnahmejahrgang 1994 zog der Club bis ins deutsche Viertelfinale ein und unterlag dem späteren deutschen Meister, den Reinickendorfer Füchsen, nur knapp. Inzwischen gehört die A-Jugend im nunmehr sechsten Jahr ununterbrochen der Bundesliga an und bricht unter dem exzellenten Cheftrainer Tim Schulenberg und seinem Co-Trainer Marten Franke zu neuen Ufern auf. Aus dem erfolgreichen Team der A-Jugend ist inzwischen eine Männermannschaft entstanden, die nach drei Aufstiegen vorerst in der Oberliga der Männer angekommen ist.

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Nächste Spieltermine

 

17:00
1. Damen

HC Bremen — SG Findorff

19:00
2. Herren

HC Bremen — VfL Horneburg

19:30
1. Herren

VfL Edewecht — HC Bremen

19:30
1. Herren

HC Bremen — TV Neerstedt

18:00
2. Herren

HC Bremen — ATSV Habenhausen 3