"Ich glaube, die meinen nicht mich": Marten Franke im Doppelinterview

Marten Franke mag kein häufiger Name sein, im Beachhandball besteht dennoch Verwechslungsgefahr: Während der eine Marten Franke (24) für die Nordlichter aufläuft und als Jugend-Nationaltrainer beim Deutschen Handballbund aktiv ist, steht der andere Marten Franke (23) bei Hallen-Zweitligist ASV Hamm-Westfalen unter Vertrag und trug 2015 bei der Beachhandball-Europameisterschaft das deutsche Trikot. Am vergangenen Wochenende trafen sich die beiden Namensvettern in Oberlübbe – der eine Marten holte als Spieler mit den Nordlichtern den sechsten Platz, der andere Marten verfolgte als Zuschauer, wie sein Team Havana Beach Club Siebter wurde. Im Doppelinterview sprach das Duo über die Verwechslungsgefahr und die Entwicklung der Sandvariante …

Wie oft seid ihr schon verwechselt worden?

Marten Franke (Havana Beach Club):
Ich glaube, schon relativ oft, oder? Wir haben schon in der Halle gegeneinander gespielt, mit Hastedt und Minden. Damals gab es auch einen Zeitungsbericht: Marten Franke spielte gegen Marten Franke ?

Marten Franke (Nordlichter Beachhandball):
Ja, das stimmt schon – es kommt durchaus vor. Ich wurde in den letzten Jahren häufig gefragt, wie es in Emsdetten läuft. Dann sage ich immer nur: In der zweiten Liga habe ich leider noch nie gespielt (lacht).

Und du wirst anstelle von Marten für den Nationaltrainer gehalten?

Marten Franke (Havana Beach Club):
Ja, das ist echt ganz lustig (schmunzelt). Ich habe auf mein Handy geguckt und gesehen, dass ich zu einer Orga-Gruppe für die U17-Nationalmannschaft hinzugefügt worden bin. Ich dachte nur: Ich glaube, die meinen nicht mich … und ich wurde dann auch relativ schnell wieder gelöscht (lacht)

Du spielst, wie der andere Marten eben schon andeutete, in der 2. Bundesliga. Wie viel Beachhandball ist da noch möglich?

Marten Franke (Havana Beach Club):
Ich schaue gerne zu und bin bei meinem Team, dem Havana Beach Club, dabei, aber beim Spielen ziehe ich mich eigentlich komplett raus. Da ist der andere Marten sehr aktiv …

Und das, obwohl du überlegt hattest, inwieweit du neben dem Job als Nationaltrainer noch zum Spielen kommst…

Marten Franke (Nordlichter Beachhandball):
Klar, ich muss gucken, wie es passt. Da die U17 jedoch gerade durch ist und die Maßnahmen mit dem Jahrgang 2004 erst im August anstehen, habe ich im Moment etwas Zeit. Die Vorbereitung in der Halle ist zwar auch schon losgegangen, aber wenn wir das Wochenende frei haben, will ich natürlich gerne bei den Nordlichtern sein …

Ihr begleitet den Beachhandball beide seit mehreren Jahren. Wie bewertet ihr die Entwicklung in Deutschland?

Marten Franke (Havana Beach Club):
Der Beachhandball ist sehr kontaktlos geworden, das ist meiner Meinung nach unbedingt positiv zu bewerten. Es kann im Sand sonst sehr gefährlich sein, das habe ich ja selbst erlebt (Marten Franke verletzte sich bei der Beachhandball-Europameisterschaft 2015 schwer, Anm. d. Red.). Ansonsten ist der Beachhandball auch sehr, sehr schnell geworden, sehr dynamisch. Der andere Marten kann es aber sicherlich noch besser bewerten als ich …

Marten Franke (Nordlichter Beachhandball):
Die Entwicklung ist auf jeden Fall positiv, weil es eine deutlich größere Breite gibt. Das Niveau ist sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern gestiegen. Bei der Deutschen Meisterschaft wird es in jedem Spiel um alles gehen, gefühlt kann inzwischen jeder jeden schlagen. Das ist natürlich eine gute Entwicklung, um in der Spitze – beispielsweise mit der Männer-Nationalmannschaft – weiter nach vorne zu kommen.

Stichwort Nationalmannschaft: Marten, du standest 2015 selbst im EM-Kader. Hast du die Europameisterschaft Anfang des Monats verfolgt?

Marten Franke (Havana Beach Club):
Ja, ich habe fast jedes Spiel gesehen, war allerdings ein bisschen enttäuscht vom Wetter (schmunzelt). Ich hätte den Jungs viel, besseres Wetter gewünscht. Ich habe auch schon zu Kai Bierbaum gesagt: Ich war sportlich sehr, sehr überzeugt davon, wie sich der deutsche Beachhandball entwickelt hat.

Zum Abschluss ein Blick auf die aktuelle Saison der German Beach Open. Wie zufrieden seid ihr mit der aktuellen Situation eurer Teams?

Marten Franke (Nordlichter Beachhandball):
Wir wollten am Wochenende in Oberlübbe eigentlich ins Halbfinale kommen; das hat durch ein schlechtes Spiel gegen die Sand Devils am Sonntagmorgen jedoch leider nicht geklappt. Ansonsten können wir zufrieden sein. Wir hatten allerdings nicht ganz so viele Turniere, bei denen wir in voller Besetzung waren, daher müssen wir gucken, dass wir bei der Deutschen Meisterschaft möglichst vom ersten Spiel an gut im Turnier drin sind. Ansonsten werden wir in Berlin wie jedes Jahr gucken, was wir reißen können.

Marten Franke (Havana Beach Club):
Bei uns ist die Situation ein bisschen anders. Wir haben ein großes Problem mit den Terminen. Gerade für mich, wenn ich noch einmal aktiv dabei sein will, ist es mit der Vorbereitung total schwierig unter einen Hut zu bringen. Wenn man mal Freizeit hat, ist man natürlich auch anders verplant. Daher ist es für uns jedes Jahr schwer, zur Deutschen Meisterschaft zu kommen, weil wir einfach nicht genug Turniere spielen.

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