mJA: "Was wünscht man sich mehr?": Tim Schulenberg über das Endspiel um die JBLH-Meisterrunde
Endspurt im Kampf um die Meisterrunde: Der HC Bremen trifft am Samstag um 18:00 Uhr auf den HSV Hamburg. Für beide Teams ist es ein Endspiel ums Weiterkommen – nur die ersten vier Mannschaften der Staffel gelingt der Schritt in die Meisterrunde. Trainer Tim Schulenberg blickt im Interview auf das Match voraus und äußert sich auch über den neuen Modus.
Herr Schulenberg, wie fällt Ihre Zwischenbilanz vor dem letzten Spieltag aus?
Tim Schulenberg:
Wir haben ein Endspiel in Hamburg – was wünscht man sich mehr? Überall ist es ähnlich spannend, mindestens ein Platz ist in allen Staffeln noch vakant.
Wie groß ist Ihre Hoffnung, dass Ihre Mannschaft die Meisterrunde noch erreicht?
Tim Schulenberg:
Wir wissen, dass wir in Hamburg gewinnen müssen, aber es ist keinem bange vor diesem Spiel. Im Gegenteil: Die Jungs freuen sich darauf und werden dort ihr Bestes geben.
Was war der größte Entwicklungsschritt, den Ihre Mannschaft im Saisonverlauf bereits gemacht hat?
Tim Schulenberg:
Vor der Saison war unsere Abwehr aus meiner Sicht das größte Manko. Gerade in den letzten Spielen haben wir dort einen guten Schritt nach vorne gemacht.
Wie bewerten Sie das Niveau in der Jugend-Bundesliga?
Tim Schulenberg:
Ich habe noch nicht viel aus den anderen Staffeln gesehen, aber die Ergebnisse zeigen schon, das alles enger geworden ist. Sicherlich haben wir gerade in der Oststaffel mit Berlin, Magdeburg und Leipzig drei Mannschaften, die richtig Gas geben, aber insgesamt ist alles ein bisschen zusammengerückt.
Diese Saison ist die erste Spielzeit nach dem neuen Modus. Welche Erwartungen hatten Sie vorher?
Tim Schulenberg:
Es war nicht so richtig abzusehen, in welche Richtung es gehen konnte oder sollte. Es war nur klar, dass wir, um die Chance auf die Meisterrunde zu haben, ans Limit gehen müssen. Wir haben andere Möglichkeiten als die Leistungszentren; sie sind uns ein Stückweit voraus. Es war daher auch nicht abzusehen, wie dieser Modus ankommt.
Wie schätzen Sie den Modus denn jetzt – zum Ende der Vorrunde – ein?
Tim Schulenberg:
Ich bin ein bisschen zwiegespalten. Auf der einen Seite sollte es grundsätzlich um eine Spiel-Reduzierung für die Topspieler in den Topklubs gehen, aber letztendlich werden die Teams nun bis zur Deutschen Meisterschaft ein Spiel mehr gemacht haben als im letzen Jahr. Zudem haben wir in der Vorrunde die typische Situation aus Hin- und Rückspiel nicht – das heißt, wenn einem Team mehrere Spieler zu einem bestimmten Zeitpunkt fehlen, kann die Situation nicht mehr durch ein Rückspiel korrigiert werden. Das ist sicherlich irgendwo ein Nachteil, ob die Chancengleichheit damit gewahrt ist, weiß ich nicht.
Auf der anderen Seite gibt es durch den Modus Zwischenziele, die man erreichen möchte und wir haben nun an Wochenende ein Spiel mit Endspielcharakter. Das macht die Saison durchaus spannender.
Die Meisterrunde würde unter anderem weitere Auswärtsfahrten mit sich bringen. Wie bewerten Sie den zusätzlichen Aufwand, der dadurch anfallen würde?
Tim Schulenberg:
Für einen Klub wie den HC Bremen wäre die Meisterrunde ein deutlicher finanzieller Mehraufwand. Wenn wir beispielsweise in Allach spielen würden, könnten wir nicht erst an dem Tag losfahren und hoffen, dass wir rechtzeitig ankommen. Es ist eine deutliche Mehrbelastung, die wir schultern müssten. Ob der Mehrwert so groß ist, ist die Frage.
Wie gehen Ihre Spieler an die Jugendbundesliga heran? Sie haben eben schon gesagt: Sie haben kein Leistungszentrum wie ein Bundesliganachwuchs im Rücken.
Tim Schulenberg:
Unsere Jungs sind an einer Sportschule und nehmen dort am Frühtraining teil. Wir arbeiten also nicht im Nirvana, sondern haben Strukturen geschaffen, die uns in die Richtung der Leistungszentren bringen – auch, wenn wir natürlich nicht auf einem Level sind. Die Jungs sind jedoch entsprechend motiviert und gehen auch mit dem entsprechenden Anspruch an ihre Sportart heran. Sie haben ehrgeizige Ziele und verfolgen sie auch.
Wie sieht der Anschluss an den Erwachsenenbereich aus?
Tim Schulenberg:
Unsere Spieler sind in diesem Jahr schon mit Doppelspielrecht ausgestattet; nicht nur beim HC Bremen, sondern auch bei anderen Vereinen im Bremer Umfeld, die in der 4. Liga spielen. Dass der Schritt danach gelingen kann, zeigt sich am Beispiel Miro Schluroff. Er ist nach der A-Jugend zu den Füchsen Berlin gewechselt und spielt dort eine super Rolle in der zweiten Mannschaft. Die Jungs sind so ausgebildet, dass sie den Sprung schaffen können.
Wann würden Sie nach der Spielzeit von einer erfolgreichen Saison sprechen?
Tim Schulenberg:
Schaffen wir die Meisterrunde, ist es ein absoluter Erfolg. Grundsätzlich geht es immer um einer Weiterentwicklung der Jungs. Schaffen wir diese Meisterrunde also nicht, wollen wir beste Möglichkeiten dafür schaffen. Daher wäre dann sicherlich der Deutschland-Cup anzustreben – sprich in dem unteren Ranking Rang Eins oder Zwei.
… und damit auch gleich die direkte Qualifikation für das nächste Jahr zu schaffen?!
Tim Schulenberg:
Genau, denn das nimmt immer ein bisschen Druck. Wenn man durch diese Quali-Mühle am Ende einer Saison muss, ist das ein erheblicher zeitlicher Aufwand, durch den die gesamte Saisonvorbereitung auch ganz anders läuft. Da ist es schon einfacher, wenn man sich direkt qualifiziert (schmunzelt).
Nächste Spieltermine

 

17:15
1. Damen

Elsflether TB — HC Bremen

18:00
1. Herren

TuS Haren — HC Bremen

19:30
A-Jugend

HC Bremen — TSG Altenhagen-Heepen

15:00
2. Damen

TS Woltmershausen — HC Bremen

17:30
2. Herren

HC Bremen — SV Werder