mJA: Zurück auf höchstem Niveau
Die A-Jugend der SG HC Bremen/Hastedt feiert die Rückkehr in die Bundesliga und trifft dort auf starke Gegner

Bremen. Als Ralf Fricke von der Einteilung der neuen Jugendhandball-Bundesliga erfuhr, da begannen seine Augen zu glänzen. Denn die männliche A-Jugend der SG HC Bremen/Hastedt wurde im Konzert der 48 besten deutschen Mannschaften der Nord-Staffel zugeteilt – und in der spielen dem THW Kiel, der SG Flensburg-Handewitt, SC Magdeburg und den Füchsen Berlin überaus namhafte Mannschaften. „Das sind attraktivere Gegner, als wenn wir in der Mitte-Staffel gelandet wären“, sagt der Chef des HC Bremen zufrieden. „Zusammen mit unserer einjährigen Bundesligapause bringt uns das sicher einige zusätzliche Zuschauer.“
Vergessen ist bei den Bremern das unsägliche Jahr, in dem sie den Bundesligaaufstieg verpasst hatten und sich mit der Oberliga-Meisterschaft begnügen mussten. „Wir haben ein Jahr weiter auf Bundesliga-Niveau trainiert und freuen uns, dass wir jetzt wieder zurück sind“, sagt Trainer Tim Schulenberg. Die Rückkehr des Bundesliga-Gründungsmitglieds (141:121 Punkte in sechs Jahren) hing jedoch in der ersten Aufstiegsrunde am seidenen Faden – da die Bremer zusammen mit dem BSV Magdeburg und der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg eine „Todesgruppe“ erwischt hatten. Das waren drei Teams auf Bundesliga-Niveau, von denen nur zwei in die nächste Runde einziehen würden.
Was dieses Trio außerdem hochgradig ärgerte: Dass der TV Oyten in der Parallelgruppe mit dem HC Elbflorenz und Nickelhütte Aue zwei Gegner vor der Brust hatte, die in ihrer Leistungsstärke gegenüber allen anderen gewaltig abfielen. „Da wäre eine Sechsergruppe sportlich fairer gewesen“, kritisierte nicht nur HC-Chef Ralf Fricke.
Der Start in die „Todesgruppe“ verlief für die SG HC Bremen/Hastedt dann auch wenig verheißungsvoll. Nach einer phasenweise schwachen Leistung unterlag man den Magdeburgern mit 18:20. Die Bookholzberger wiederum hatten Magdeburg geschlagen – und schienen damit für das Schulenburg-Team zum Stolperstein zu werden. So wie schon im Vorjahr. „Unserem Betreuerstab war da nicht ganz wohl in der Haut“, gibt der HC-Boss zu.
Auch das Team hatte sich nach der Niederlage zusammengesetzt und Tacheles geredet. Es wollte gegen Grüppenbühren/Bookholzberg nicht auch noch das fünfte Mal in Folge verlieren – und riss sich entsprechend am Riemen. „Aufgrund des Zusammenhalts unserer Mannschaft war ich mir hundertprozentig sicher, dass wir es schaffen würden“, verrät SG-Spielmacher Bjarne Budelmann. Er war beim anschließenden 24:14-Sieg über das Team aus dem Landkreis Oldenburg mit elf Toren der entscheidende Taktgeber für das Weiterkommen in die nächste Runde. Und HC-Boss Fricke konnte aufatmen. „Noch ein weiteres Jahr wäre es uns auch nicht gelungen, alle Spieler zusammenzuhalten“, sagt er.
Die zweite Runde war für seine Mannschaft mit vier Teams bei drei Direktaufsteigern nur noch Formsache, da der völlig überforderte HC Elbflorenz gleich mit 25:12 abgefertigt wurde. Danach gab es einen 19:18 Erfolg im bedeutungslosen Spiel über den TV Oyten, in dem beide Mannschaften schon nicht mehr ihre Bestbesetzung aufboten.
Nun plant Fricke, das attraktive Bundesliga-Nachbarschaftsduell gegen den TV Oyten in eine andere Halle zu verlegen, um das erwartungsgemäß große Zuschauerinteresse befriedigen zu können. Schließlich war Oyten in der vergangenen Saison zusammen mit Grüppenbühren/Bookholzberg schon der Zuschauer-Krösus aller vier Bundesligen (im Schnitt knapp 300 Zuschauer). Zum Vergleich: Der Schnitt der Hastedter lag in den vergangenen Jahren bei rund 150 Zuschauern. Mit Ausnahme der letzten vier Partien im Abstiegsjahr, als sich nur noch 50 bis 60 Interessierte am Jakobsberg verloren. „Unsere aktuelle Mannschaft spielt wesentlich attraktiver und kann hier und da auch mal eine kleine Show liefern“, glaubt Fricke.
Außerdem verfügt das neue Team mit Miro Schluroff und dem Linkshänder Julian Langwucht über zwei wurfstarke Rückraumschützen mit knapp zwei Metern Körperlänge, die vom „genialen Spielmacher Bjarne Budelmann“ (Ralf Fricke) in Szene gesetzt werden. Der solchermaßen gelobte Regisseur Budelmann möchte zukünftig gerne noch höher hinaus – und hat deshalb jüngst einen Vertrag beim Bremer Spielerberater „Sports Impuls“ unterschrieben. „Ich strebe an, in der höchsten Handball-Liga zu spielen“, erklärt Budelmann dazu.
Finanziell ist die Bundesliga-Saison für die SG HC Bremen/Hastedt mittlerweile in großen Teilen abgesichert, da sie mit Türenheld und dem Hauptsponsor HKK auf dem Trikot zwei Geldgeber für sich gewinnen konnte. Der Trainerstab wurde durch die Torwarttrainer Timo Hermann und Michael Kante erweitert. Als Neuzugang hat sich der Rückraumspieler Piet Gerke von der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg den Bremern angeschlossen. Der Kader des Bundesliga-Rückkehrers umfasst damit 19 Spieler, unter denen sich vier Torhüter befinden. Auch die Altersstruktur innerhalb der Mannschaft ist mit zehn Spielern des älteren und neun des jüngeren Jahrgangs ausgewogen besetzt.
Dahinter befinden sich starke Nachwuchsteams, von denen die erste B- und C-Jugend jeweils in der Oberliga spielen und deren zweite Mannschaften dahinter in der Landesliga an den Start gehen. Für deren Trainer Jörn Franke ist die Kooperation mit der sportbetonten Schule Ronzelenstraße ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. „Dort absolvieren unsere jungen Sportler jede Woche drei Krafteinheiten in einem modern ausgestatteten Raum – und drei weitere Trainingseinheiten im handballerischen und athletischen Bereich“, erklärt er.
Auch die A-Jugend nutzt diese herausragenden Möglichkeiten, um bei der Trainingsintensität mit den großen Handball-Internaten irgendwie Schritt halten zu können. Deren Spieler werden sich aber noch an die weiten Fahrten gewöhnen müssen, von denen die längste bis nach Cottbus nahe der polnischen Grenze führt. „Vor zwei Jahren waren wir dort inklusive Spiel und Spielvorbereitung 16 Stunden unterwegs“, erinnert sich Ralf Fricke. Im gesamten verflixten siebten Bundesliga-Jahr wird seine Mannschaft rund 5400 Kilometer zurücklegen.

Foto Piet Gerke: Kowalzik

Nächste Spieltermine

 

15:00
2. Damen

TS Woltmershausen — HC Bremen

17:30
2. Herren

HC Bremen — SV Werder

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1. Herren

HC Bremen — SG VTB/Altjuehrden

9:00
D-Jugend

ATSV Habenhausen — HC Bremen

16:00
B-Jugend

HC Bremen — TV Bissendorf