U17 Beach-Nationalmannschaft: Deutschland bei Beach-EM "würdig vertreten"
U17-Nationaltrainer Marten Franke im Interview

Neue Mannschaft, neuer Trainer: Im Januar fand in Witten der erste Lehrgang der männlichen U17-Auswahl im Beachhandball statt. Es war der Auftakt auf dem Weg zur Jugend-Europameisterschaft, die vom 27. bis 30. Juni 2019 in Polen stattfindet. Konrad Bansa gab das das Amt nach dem EM-Gold 2018 ab, um sich komplett auf die Männer-Nationalmannschaft zu konzentrieren – seine Nachfolge trat Marten Franke an. Der 24 Jahre alte B-Lizenz-Inhaber ist bei den „Nordlichtern“ aktiv und sagt über sich selbst, er sei „Beachhandballer durch und durch“. Im Interview spricht Franke über die Ziele für die Europameisterschaft, seine Planungen für die Mannschaften und die Zusammenarbeit mit Co-Trainer Harald Mulder…

Marten, bei der letzten Jugend-Europameisterschaft holte die deutsche Auswahl die Goldmedaille. Was ist mit der neuen – jungen – Mannschaft das Ziel für die Europameisterschaft im Juni?

Marten Franke:
Es sind natürlich sehr große Fußstapfen, in die wir treten. Wir wollen einfach so weit wie möglich kommen – und werden im ersten Schritt versuchen, uns für das Viertelfinale zu qualifizieren. Mehr kann ich dazu noch schlecht sagen, weil der Modus noch nicht bekannt ist. Es ist nun erst einmal unsere Aufgabe als Trainer, die Jungs bis zum Turnier bestmöglich auszubilden, damit wir so gut vorbereitet wie möglich in dieses Turnier gehen können. Ich bin überzeugt, dass wir das hinbekommen (schmunzelt).

Im Januar fand der Sichtungslehrgang statt. Wie fällt deine Bilanz aus?

Marten Franke:
Definitiv sehr positiv. Ich war im Vorfeld selbst sehr gespannt, was die Jungs mitbringen und wie sie harmonieren, denn wir hatten Spieler mit unterschiedlichen Voraussetzungen dabei. Einige haben sich über ihre Leistung bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft empfohlen, andere sind uns in der Halle aufgefallen, weil wir gesehen haben, dass die Anlagen passen könnten.

Ich denke, man hat im Laufe der zweieinhalb Tage gesehen, wie gut sich die Jungs bereits entwickelt haben. Es ging sehr schnell, dass sie sportlich und menschlich zueinander gefunden haben. Das ist wichtig, denn es wird bei der EM entscheidend sein, dass man einen guten Teamgeist mitbringt. Auch sportlich waren Harald und ich sehr angetan und sehen den kommenden Aufgaben sehr positiv entgegen.

Ein Wort noch zu den Voraussetzungen: Wie darf man sich das Training mit so unterschiedlichen Anlagen vorstellen?

Marten Franke:
Wir haben differenziert. Es waren ein, zwei Spieler dabei, die wir beim Länderpokal in der Halle gesehen hatten und die wir unbedingt im Sand testen wollten – wie beispielsweise die drei Spieler aus Schweriner oder Jonah Jungman aus Minden. Sie sind zwar schon früher im Sand gewesen, aber haben es noch nicht leistungsorientierter gespielt. Bei ihnen hat es natürlich eine gewisse Eingewöhnungsphase gebraucht, um in eine saubere Pirouette zu kommen, während andere Jungs die Pirouette bereits traumhaft sicher springen.

Alle anderen haben die Techniken auch gut und schnell erlernt, weil sie die athletischen Voraussetzungen mitgebracht haben. Am Ende des Lehrgang sah es dann in der ganzen Mannschaft schon nach wirklich gutem Beachhandball aus; daher werden wir am nächsten Lehrgang über Ostern relativ schnell in die Kooperation gehen und nicht mehr nur auf individuelle Technik schauen.

Du hast in Harald Mulder einen erfahrenen Co-Trainer an der Seite. Wie läuft eure Zusammenarbeit?

Marten Franke:
Die Zusammenarbeit funktioniert sehr gut, es macht viel Spaß mit Harald. Es ist sehr interessant, wenn er von seinen Erfahrungen berichtet, die er gerade im Mädchenbereich gesammelt hat und mit ihm dann die Unterschiede im Training und Spiel bei den Jungs Mädels zu diskutieren. Es bringt die Mannschaft auf jeden Fall nach vorne, denn jeder nimmt die ein oder andere Idee mit.

Insgesamt harmonieren wir sehr gut und ich bin sehr glücklich, einen solchen klasse Mann an der Seite zu haben, der uns helfen kann, weil er solche Turniere schon gespielt hat. Die Holländer haben zudem einen anderen Blick als wir Deutschen und lösen bestimmte Situationen anders als wir, da können wir gegenseitig nur profitieren. Am Ende geht es uns einfach darum, den Jungs ein möglichst breit gefächertes Spektrum an Möglichkeiten mit auf den Weg geben.

Für alle, die mit deinem Namen bei der Berufung nicht viel anfangen konnten: Wie ist deine Verbindung zum Beachhandball?

Marten Franke:
Ich spiele letztendlich seit der E-Jugend immer im Sommer im Sand, Cuxhaven war für uns früher immer das Highlight. Mein Vater war damals mein Trainer und hat auch Beachhandball gefördert. So bin ich zum Beachhandball gekommen. 2014 hat sich bei der German Open in Wildeshausen eine Wildcard ergeben, wir haben eine lokale Truppe mit alten Mannschaftskollegen gebildet – und sind auf Anhieb German-Open-Sieger geworden.

Von da an haben wir versucht, den Beachhandball als Nordlichter möglich professionell auf die Beine zu stellen. 2014 haben wir beim EHF Champions Cup gespielt, wir sind keine unbedeutende Mannschaft auf der GBO-Tour und 2018 haben wir bei den EBT-Finals in Polen trotz kleinem Kader eine gute Rolle gespielt. Ich bin also Beachhandballer durch und durch (lacht).

Wirst du neben der Tätigkeit als Nationaltrainer noch weiter spielen?

Marten Franke:
In der Halle bin ich Spielertrainer beim HC Bremen in der Oberliga und werde das auch nächstes Jahr so weitermachen. Im Beachhandball muss man gucken, wie es nach meiner Achillessehnen-Verletzung weitergeht. Wenn ich auch dort wieder auf die Beine komme, werde ich spielen, wenn es zeitlich machbar ist.

Du hast den Lehrgang an Ostern eben schon im Nebensatz erwähnt. Wirst du auf den gleichen Kader zurückgreifen oder ist noch mit Veränderungen zu rechnen?

Marten Franke:
Wir sind natürlich immer auf der Suche, um noch die ein oder andere Verstärkung zu bekommen. Im Moment planen wir den Lehrgang noch und schreiben fleißig Namen auf einen Zettel (schmunzelt). Es steht zwar noch nichts final fest, aber ich denke, es wird die ein oder andere Veränderung im Vergleich zum 16er-Kader des Sichtungslehrgangs geben, weil wir den einen oder anderen neuen Spieler aus unserem Blickfeld noch sehen wollen.

Wir waren ja nicht nur beim Länderpokal, sondern ich war Anfang Februar bei der Nordsichtung in Kienbaum und habe da ein, zwei Spieler gesichtet. Konrad fährt nächste Woche nach Heidelberg zur Südsichtung und wird sich spezifisch um ein, zwei Positionen bemühen. Daher kann sich jederzeit noch jemand reinspielen. Ich möchte mit einem Gerüst von 20 Spielern, die wir im Blick haben, arbeiten und am Ende die zwölf Spieler herausfiltern, die eine gute Rolle bei der EM spielen und Deutschland würdig vertreten können.

Auch, wenn es noch einige Monate bis zur EM sind: Wie groß ist die Vorfreude?

Marten Franke:
Die Vorfreude ist natürlich riesig. Es ist im Moment noch ein bisschen weit weg, weil wir noch einige Termine in der Vorbereitung haben. Wir wollen die Jungs wie gesagt möglichst gut vorbereiten, sodass wir auf den Punkt da sind. Dafür werden wir direkt vor der EM noch einen Lehrgang und ein Turnier bestreiten und eventuell noch in Ismaning in zweitägiges Trainingslager machen. Bevor es zur EM geht, sind wir also noch den ein oder anderen Tag unterwegs. Dennoch steht fest: Die EM wird nicht nur für die Jungs ein Highlight, sondern auch für mich!

Nächste Spieltermine

 

20:00
1. Herren

HC Bremen — SG VTB/Altjuehrden

9:00
D-Jugend

ATSV Habenhausen — HC Bremen

16:00
B-Jugend

HC Bremen — TV Bissendorf

19:30
1. Herren

HC Bremen — TSG Hatten-Sandkrug

13:30
B-Jugend 2

HV Lueneburg — HC Bremen