1. Herren: Gegenwehr erlahmt zusehends
Hastedt unterliegt Topfavoriten Aurich nach starkem Beginn noch mit 21:32

Bremen. Im Hinspiel hatten sie dem OHV Aurich das Leben noch wesentlich schwerer gemacht. Die knappe 21:14-Niederlage stammte bereits vom zweiten Spieltag. Und wer weiß, wie die Partie ausgegangen wäre, hätte sich Marten Franke nicht dabei einen Achillessehnenriss zugezogen. Mittlerweile hat sich sowohl bei den Oberliga-Handballern der SG HC Bremen/Hastedt als auch bei den Ostfriesen eine Menge getan. Während die Bremer auch durch enormes Verletzungspech immer mehr in den Abstiegssog gerieten, avancierte Aurich zum Überflieger der Liga. Nach dem jüngsten 32:21 (18:11) in Hastedt steht der Drittliga-Absteiger weiterhin mit 15 Siegen aus 15 Spielen unangefochten an der Tabellenspitze. Die SG hat derzeit einen Punkt Vorsprung vor den Abstiegsplätzen.

An der Deutlichkeit dieses Auricher Erfolges wollte auch Hastedts Spielertrainer Marten Franke erst gar keine Zweifel aufkommen lassen. „Der Sieg war letztendlich absolut verdient. Aurich war 50 Minuten lang die bessere Mannschaft.“ Dennoch wäre für die Gastgeber sicherlich mehr drin gewesen, es blieben durchaus genügend Möglichkeiten, um das Spiel knapper zu gestalten – sowohl durch eine bessere Chancenverwertung in der Offensive, als auch durch höhere Aufmerksamkeit in der Abwehr.

Zunächst starteten die Bremer verheißungsvoll. Die sehr offensive 3:2:1-Deckung ging aggressiv in die Zweikämpfe, von denen die meisten auch gewonnen wurden. „Wir standen sehr stabil, haben auch vorne getroffen. Zu diesem Zeitpunkt waren wir sehr zufrieden“, sagte Franke. Nach dem 6:6 (14.) sollte aber bereits so etwas wie eine Vorentscheidung fallen. Mit einem 8:0-Lauf bis zum 16:7 wurde den Hastedtern nahezu sämtlicher Kampfgeist genommen, mit jedem Auricher Tor verringerte sich die Wahrscheinlichkeit, in diesem Spiel doch noch so etwas wie eine Wende herbeizuführen.

Plötzlich wurden die Zweikämpfe nicht mehr gewonnen und die Strategie, sich in der Abwehr verstärkt auf die Mitte zu konzen­trieren, schlug fehl. Schuld daran war in erster Linie Rechtsaußen Josip Crnic aufseiten der Auricher. Der Kroate war zuletzt angeschlagen, worauf auch die Bremer spekuliert hatten. Doch Crnic hatte im Gegenteil einen überragenden Tag erwischt, traf auf seiner Position zudem auf wenig Gegenwehr und machte aus acht Versuchen acht Tore, sieben davon bereits bis zur 19. Minute.

Auch in der Hastedter Offensive lief es lange nicht mehr so rund. Die Würfe wurden oftmals viel zu überhastet genommen. Statt wie geplant zumeist über die Halbpositionen zum Erfolg zu kommen, ging viel zu viel über die Mitte. Dort stand bei den Aurichern aber unter anderem Jannes Hertlein, der nicht nur im Angriff mit sieben Toren gefiel, sondern auch im Mittelblock mit seinen 2,10 Metern Körperlänge kaum zu überwinden war.

Für einen Lichtblick auf Bremer Seite sorgte Youngster Julian Langwucht, der seinem Nachnamen Ehre machte. Der Linkshänder wurde in der zweiten Hälfte eingewechselt und war auf der halbrechten Position mit seinen kraftvollen Würfen eine Bank. „Julian hat schon einen ganz ordentlichen Zug im Arm. Das hat er sehr gut gemacht und mit vier Toren auch schon sehr effektiv geworfen“, sagte Marten Franke. Für den Trainer ist der A-Jugendliche damit eine willkommene Alternative, denn zu den vier Langzeitverletzten kamen gegen Aurich noch die Ausfälle von David Brune und Jorrit Latacz hinzu.

Insgesamt wäre durchaus ein weniger deutliches Ergebnis möglich gewesen. Drei freie Gegenstöße wurden durch Leon Grieme, Jan Wiezorrek und Maik Skoric vergeben, zudem verwarf Marten Franke einen Siebenmeter. Nach der Pause stellte Hastedt zwar auf eine 6:0-Deckung um, doch letztlich fehlte den Gastgebern dann zunehmend die Kraft, um sich den individuell starken Aurichern wirkungsvoll entgegenzustemmen. „Ein Sieg wäre letztlich aber auch dann nicht drin gewesen, dafür hatten wir selber einfach einen zu schlechten Tag erwischt“, sagte Franke.

Möglichkeiten zu punkten, gibt es für die Hastedter aber noch genügend. Zum Beispiel am kommenden Sonnabend (19.30 Uhr) erneut zu Hause gegen den Tabellenvierten TV Cloppenburg. Dieses Spiel hätte Franke gerne verlegen lassen wollen, da er sich zeitgleich als Beachhandball-Bundestrainer bei einer Sichtungsmaßnahme befindet. „Noch hat Cloppenburg abgelehnt, aber ich hoffe, dass sie es sich bis Montagabend noch anders überlegen“, sagte er.

HC Bremen: Drazen, Prieß; Felix Fietze (2), Schröder (1), Gövert, Franke (4/1), Helbig, Kai Wiezorrek, Grieme, Langwucht (4), Skoric (1), Ole Fietze (4), Jan Wiezorrek (2), Hermann (3).

Nächste Spieltermine

 

20:00
1. Herren

HC Bremen — SG VTB/Altjuehrden

9:00
D-Jugend

ATSV Habenhausen — HC Bremen

16:00
B-Jugend

HC Bremen — TV Bissendorf

19:30
1. Herren

HC Bremen — TSG Hatten-Sandkrug

13:30
B-Jugend 2

HV Lueneburg — HC Bremen