1. Herren: HSG Delmenhorst verschenkt Sieg
Die HSG Delmenhorst führte bei dem HC Bremen bereits mit sieben Toren, musste sich am Ende aber mit einem Remis zufriedengeben.

Bremen. Schon das erste Aufeinandertreffen der HSG Delmenhorst und der SG HC Bremen/Hastedt verlief dramatisch. Und auch das Rückspiel in der Handball-Oberliga war nichts für schwache Nerven. Diesmal blieb das Happy End für die Delmenhorster jedoch – anders als im Hinspiel – aus: Die Sieben von Trainer Jörg Rademacher kam gegen den Tabellenelften nicht über ein aus ihrer Sicht unbefriedigendes 30:30 (16:13)-Remis hinaus. Tatsächlich mussten die Gäste am Ende aber glücklich darüber sein, überhaupt einen Punkt aus Bremen mitgenommen zu haben. Denn erst mit der finalen Aktion und ablaufender Spielzeit glichen die Delmenhorster durch Lasse Till aus.
Dass die Partie zum Ende hin noch einen so dramatischen Verlauf nehmen würde, damit war zu Beginn nun wirklich nicht zu rechnen. Denn die Rademacher-Sieben erwischte einen Traumstart in die Partie und führte nach genau neun Minuten mit 7:0. „Wir haben super angefangen. Aber wahrscheinlich haben wir dann schon gedacht, dass das Spiel schon gelaufen ist“, mutmaßte Rademacher und schickte hinterher: „Für uns ist das auf jeden Fall ein Punktverlust. Das soll nicht arrogant klingen, aber normalerweise müssen wir hier gewinnen. Am Ende ist es aller Ehren wert, dass das Team den Kopf oben behält und den Ausgleich macht.“
Nichtsdestotrotz war der Coach mit der Vorstellung seiner Mannschaft keineswegs zufrieden. Er kritisierte sein Team für teils dämliche Fehler. „Wir bereiten uns eine Woche darauf vor und dann so etwas. Von gestandenen Spielern muss ich erwarten, dass sie zumindest vernünftig passen können. Das ärgert mich“, sagte der Coach direkt nach Abpfiff. Tatsächlich unterliefen den Delmenhorstern gerade in Durchgang zwei unheimlich viele technische Fehler. Beispielhaft dafür eine Szene kurz vor Schluss: Beim Stand von 29:29 (58.) war die HSG in Ballbesitz. Kreisläufer Michael Schröder probierte, das Spielgerät aus einem Meter zu Jörn Janßen zu passen. Der Versuch geriet jedoch zu hoch, was Janßen überraschte. Er tippte den Ball an, sodass dieser über ihn hinweg flog und im Seitenaus landete. Die SG HC Bremen/Hastedt nutzte dieses Geschenk und ging 30 Sekunden vor Abpfiff mit 30:29 in Front.
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Für die Gastgeber bedeutete dies die überhaupt erst zweite Führung im gesamten Spiel. Bis zur 56. Minute rannten sie einem Rückstand hinterher. „Man kann sagen, dass das Unentschieden bitter für uns ist, weil wir vier Sekunden vor Schluss mit einem Tor führen. Aber wir brauchen jeden Punkt in unserer Situation und lagen schon mit sieben Toren zurück“, lobte HC-Spielertrainer Marten Franke sein Team für dessen Einstellung. Apropos Franke: Er wollte nach überstandener Verletzung erstmals wieder mit in das Geschehen auf dem Parkett eingreifen. Mit so viel Spielzeit hatte er zuvor jedoch nicht geplant. Wechselte sich der Dötlinger in Durchgang eins im Angriff immer mal wieder ein, spielte er ab der zweiten Hälfte nämlich fast durch. Und er war es auch, den die Delmenhorster einfach nicht in den Griff bekamen.

Sehr zum Ärger ihres Trainers. „Es war zum Schluss nur noch Marten Franke“, meinte Rademacher, „aber in der Deckung kleben wir auf sechs Metern fest, anstatt mal rauszurücken.“ In Durchgang eins machte es die Deckung der Delmenhorster dagegen noch recht ordentlich. Die Gastgeber kamen zu wenig Abschlüssen, agierten aber auch recht uninspiriert. Erst als die Bremer etwa ab Minute 40 im Angriff den siebten Feldspieler brachten und Franke als Dirigent nahezu dauerhaft auf dem Parkett stand, strauchelte die Delmenhorster Abwehr. Franke: „Wir waren dazu gezwungen, den siebten Mann zu bringen. Das lief aber gut. Wir haben kein langes Tor kassiert. Wir haben eine gute Mischung zwischen Breite und Anspielen an den Kreis gefunden.“

Zu derselben Zeit häuften sich im Angriffsspiel der HSG die Fehler. Viel war hier abhängig von Tim Coors, der in Durchgang zwei immer wieder erfolgreich abschloss – fünf seiner sechs Tore erzielte er in Hälfte zwei. Selbstverständlich blieb das allerdings auch nicht den Gastgebern verborgen, die einen Spieler abstellten, der die Passwege zu Coors zustellen sollte. Phasenweise klappte das auch gut, in den finalen zehn Minuten netzte Coors nur ein einziges Mal ein.

Dafür bewies er als Vorlagengeber seine Qualitäten. Bei Überzahl und noch vier Sekunden auf der Uhr behielt er die Ruhe und nahm eben keinen Notwurf. Er passte nach außen zum frei stehenden Lasse Till, der mit Ablaufen der Spieluhr das 30:30 erzielte. „Da hat Tim natürlich seine Übersicht bewiesen. Das haben wir da gut gemacht. Aber wenn du schon mit sieben Toren führst, dann ist das natürlich bedauerlich“, haderte der HSG-Coach mit dem Remis.

Letztendlich sah Rademacher sich in dem bestätigt, was er zuvor gepredigt hatte: Sein Team braucht nach der Winterpause noch Zeit, um wieder in den Rhythmus zu kommen. „Zwei, drei Wochen wird das dauern. In der Deckung waren wir noch nicht wieder sattelfest. Und wir hatten viel Leerlauf“, bemängelte der Coach und schickte hinterher: „Wir wollen oben mit den Spitzenteams mitspielen. Aber heute hat man gesehen, dass wir einfach noch zu grün hinter den Ohren sind.“

Nächste Spieltermine

 

20:00
1. Herren

HC Bremen — SG VTB/Altjuehrden

9:00
D-Jugend

ATSV Habenhausen — HC Bremen

16:00
B-Jugend

HC Bremen — TV Bissendorf

19:30
1. Herren

HC Bremen — TSG Hatten-Sandkrug

13:30
B-Jugend 2

HV Lueneburg — HC Bremen