Aktuelles

News
Beachhandball Nationalmannschaft: Matthew Wollin zeigt trickreiche Würfe im Sand
Fliegt spektakulär durch die Luft: Matthew Wollin setzt zum Torwurf an. Der 17-Jährige gewann den Trickshot-Contest der Männer-Nationalmannschaften.

Die Beachhandball-Nationalmannschaften trafen sich in Düsseldorf zu einem Lehrgang. Auch zwei Spieler aus dem Landkreis waren dabei – und hoffen, für die Europameisterschaft im Sommer nominiert zu werden.

In der Handball-Halle zählen sie zu den großen Talenten ihres Vereins – im Sand sind sie sogar schon Nationalspieler: Der in Wildeshausen wohnende Matthew Wollin und Nick Horstmann aus Harpstedt, die beide für den HC Bremen auflaufen, nahmen am Wochenende mit den vier Beachhandball-Nationalteams an der Beach-Trophy in Düsseldorf teil.

„Dieses Event war auch für uns alle sowie die Verantwortlichen neu, aber auf jeden Fall eine coole Sache“, erzählt der 17-Jährige Matthew Wollin, der beim TV Neerstedt mit dem Handballspielen angefangen hat und 2018 zum HC Bremen wechselte: „Die Beach-Trophy war definitiv ein interessantes Format, wenngleich es für uns Spieler doch mehr den Charakter eines Lehrgangs hatte“, fügt der Schüler hinzu.
350 Tonnen Sand
Für den Lehrgang waren im Vorfeld einige Hürden zu nehmen. Schauplatz war die „Mitsubishi Electric Halle“, in der aus 350 Tonnen Sand ein professioneller Court errichtet worden war. Diesen nutzten zunächst die Beachhandballer, bis zum 13. Februar folgen nun noch die Beachvolleyballer. Im Turnier der Handballer traten die Nationalmannschaften der Frauen und Männer sowie die männlichen und weiblichen Perspektivteams (U 17) – aufgeteilt jeweils in ein Nord- und Süd-Team – gegeneinander an.

Dem Turnier zugrunde lag ein umfassendes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept, das unter anderem eine mehrfache Testung auf COVID-19 der Beteiligten vorsah. „Wir sind vor dem Lehrgang alle getestet worden und mussten danach erstmal in Isolation“, erzählt Matthew. Erst nach dem negativen Testergebnis konnte am nächsten Tag das Training aufgenommen werden. „Das war schon ein recht aufwendiges Prozedere mit den Tests. Aber dadurch konnte man sich dann auch sicher fühlen“, sagt Nick Horstmann.

Wechsel nach Bremen
Der 16-Jährige begann mit dem Handballspielen beim Harpstedter TB und fand über seinen damaligen Regionsauswahltrainer Nils Kruse den Weg zum HC Bremen. Dort spielt er nun schon seit 2017. Spezialisiert auf die Sandvariante hat sich der Sportler eigentlich nicht, „doch in Bremen spielt der Beachhandball schon eine größere Rolle und wird von den Trainern gerade im Sommer besonders eingebracht“, erzählt Nick.

Für den 16-Jährigen war die Beach Trophy in Düsseldorf bereits die dritte Lehrgangsmaßnahme im Perspektivteam des DHB. In der Auswahl von U-17-Bundestrainer Marten Franke ist er einer von drei Linkshändern. Auch Franke kommt aus dem Landkreis (Dötlingen), ist als Spieler und Vereinstrainer für den HC Bremen im Einsatz. Die Leistungen seines Schützlings bewertet Franke überaus positiv: „Nick hat gezeigt, dass er sich gut entwickelt hat.“ Das wird der 16-Jährige gerne hören, denn für das Jahr 2021 hat er ambitionierte Ziele, was den Beachhandball angeht. Größte Herausforderung dürfte die Europameisterschaft sein. Diese hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr in Italien stattfinden sollen, wird nun aber vom 8. bis 11. Juli in Bulgarien nachgeholt. „Ich hoffe natürlich, dort dabei zu sein“, blickt der Harpstedter voraus.

Der Jüngste im Team

Auch Matthew Wollin wünscht sich, für die Europameisterschaft im Sommer nominiert zu werden. Der 17-Jährige zählt bereits zur Männer-Auswahl von Bundestrainer Konrad Bansa und ist dort der Jüngste. „Ein paar Lehrgänge habe ich schon mitgemacht, deswegen kenne ich auch einige Spieler“, erzählt Matthew.
Die Beach Trophy in Düsseldorf wird der sprungkräftige Rückraumspieler nicht nur wegen der ungewöhnlichen Umstände in Erinnerung behalten. Denn beim Trickshot-Contest – ein Wettbewerb, der neben den normalen Einheiten und Trainingsspielen veranstaltet wurde – konnte sich der Wildeshauser gegen all seine Mitspieler behaupten. Bei diesem Contest mussten sich die Handballer für die Aktion vor dem Torwurf neben Pirouetten oder Kempawürfen noch ausgefallenere Dinge überlegen. „Zum Beispiel eine doppelte Drehung oder spektakuläre Flugeinlage“, erklärt Matthew. Er meisterte diese Aufgabe am besten – und setzte sich im Finale gegen Niklas Haupt mit einem Abstimmungsergebnis von über 70 Prozent recht deutlich durch. Das Voting übernahmen übrigens die Zuschauer, die das Event in einem Livestream verfolgten. „Mit insgesamt 600 000 Aufrufen und in der Spitze 10 000 Usern im Stream konnte sich die Sportart einer großen Zielgruppe präsentieren“, zeigt sich der DHB zufrieden. „Dass wir so viele Zuschauer haben würden, hätten wir auch nicht gedacht“, ergänzt Matthew.

 

Video vom Trickshot-Contest

 

Beachhandball Nationalmannschaft: German Beach Trophy überzeugt im Sand und im Livestream
Die Nationalspieler maßen sich in mannschaftsinternen Nord-Süd-Teams miteinander.

Es war ein Erfolg sowohl im Sand als auch auf dem Bildschirm: Bei der erstmalig ausgetragenen German Beach Trophy traten die vier deutschen Nationalteams am vergangenen Wochenende in Düsseldorf zu einem verbandsinternen Wettkampf an – und zeigten sich danach rundum zufrieden. Neben den sportlichen Ergebnissen begeisterte vor allem das große Interesse am Livestream via Twitch die Beachhandball:innen.
„Wir wussten vorher, dass es geil werden kann, aber das es wirklich so gut wird, hätten wir nicht gedacht“, freute sich Männer-Nationalspieler Sebastian Zeyen. „Es gab viele spektakuläre Szenen, mit denen wir Werbung für den Beachhandball machen konnten“, betonte auch Frauen-Nationaltrainer Alexander Novakovic – und Männer-Nationaltrainer Konrad Bansa sprach sogar von „einer neuen Dimension bei der Präsentation des Beachhandballs“.

Neben den acht Spielen wurden bei der German Beach Trophy zwei „Trickshot Contests“ ausgetragen – am Samstag im Einzelwettbewerb, am Sonntag in Kleingruppen. Das bunte Programm kam an: In der Spitze verfolgten knapp 10.000 Zuschauer gleichzeitig den Livestream, der über den Kanal Trops4 von Beachvolleyballer Alexander Walkenhorst gestreamt wurde.

Insgesamt wurden rund 600.000 Zugriffe registriert. „Damit hätten wir nie gerechnet“, gestand Bansa ein. Auch Jens Pfänder, Leiter Beachhandball des Deutschen Handballbundes, war hochzufrieden: „Das sind Zahlen, von denen wir nur vorher nur träumen konnten.“

Pfänder hofft auf einen positiven Effekt des Events. „Es war ein wichtiger Faktor, dass wir unsere Sportart über dieses Format auch Nicht-Handballern darstellen konnten“, so der Funktionär, der sich rundum zufrieden zeigte: „Die Produktion war sehr professionell und auf dem Feld ist es unseren Teams gelungen, die Attraktivität des Beachhandballs wirklich gut zu transportieren.“

Marc Kunz, Organisator der German Beach Open (GBO) war als Co-Kommentator und Experte im Livestream im Einsatz – und zeigte sich restlos begeistert. „Ein geiler Rahmen – das ist das, wo es hingehen muss“, schwärmte er. „Streaming ist in der aktuellen Zeit das Non-Plus-Ultra, für Sportarten wie unsere wäre der TV im Moment der falsche Rahmen.“ Er hob gerade die Interaktivität bei Twitch hervor – sowie die Qualität der Übertragung: „Das ist etwas anderes, als wir es bisher vom Beachhandball kannten.“
Nationaltrainer loben sportliche Entwicklung

Für die Nationaltrainer stand mit Blick auf die Großturniere im Sommer indes die sportliche Entwicklung im Fokus. „Die Spieler haben sich alle gut präsentiert und es kristallineren sich bereits einige harte Entscheidungen heraus“, hielt Bansa fest. Novakovic war ebenfalls zufrieden: „Insgesamt hat uns dieses Wochenende einen großen Schritt vorangebracht.“

Die beiden Jugend-Nationaltrainer zogen eine ähnliche Bilanz. „Insgesamt können wir mit dem Fortschritt zufrieden sein, da war viel Perspektive drin“, hielt Frowin Fasold, Coach der weiblichen U17-Auswahl, fest und Marten Franke betonte: „Wir sind wirklich weitergekommen. Nach einer intensiven Videoanalyse des ersten Spiels waren die Fortschritte im zweiten Spiel deutlich zu erkennen.“

Für seine Nachwuchstalente war es zudem das erste Mal, dass sie das offizielle Nationaltrikot tragen durften. „Das war natürlich eine große Sache“, unterstrich Franke – und hob die Bedeutung des Livestreams hervir: „Es war für die Jungs natürlich aufregend, vor so vielen Zuschauern zu spielen – auch, wenn die nur online dabei waren – und ich hoffe, dass uns diese Erfahrung mit Blick auf die EM helfen wird.“

Angesichts der aktuellen Corona-Lage herrschten strenge Hygieneauflagen für die Veranstaltung – die Spieler:innen wurden mehrfach getestet; zudem bewegten sich die männlichen und weiblichen Teams in zwei separierten Bubbles. „Wir sind einfach froh, dass wir die Chance bekommen haben, unseren Sportart zu betreiben“, zeigte sich Bansa dankbar. „Das ist ein absolutes Privileg.“
Vergleich: Nord vs. Süd 3:5

Männer
Samstag: 2:0 (22:21, 21:20)
Sonntag: 1:2 (20:18, 15:18, 2:9)

Frauen
Samstag: 0:2 (8:20, 12:18)
Sonntag: 0:2 (10:13, 15:16)

U17 männlich
Samstag: 2:1 (22:18, 16:20, 7:6)
Sonntag: 2:0 (22:19, 22:21)

U17 weiblich
Samstag: 0:2 (22:23, 8:14)
Sonntag: 0:2 (14:22, 14:22)

Schiedsrichter*innen:
Bjarne Deiters / Jesper Stumpfe
Linda Berndt / Arite Hartmann

Videomitschnitt Übertragung männliche U17 vom 16.01.2021

Videomitschnitt Übertragung männliche U17 vom 17.01.2021

Beachhandball Nationalmannschaft: GERMAN BEACH TROPHY: SÜD-AUSWAHLEN TRIUMPHIEREN
Rund 600.000 Streaming-Klicks beim internen Beachhandball-Turnier des DHB

Beeindruckendes Wochenende: Nach den packenden Duellen der vier Nationalteams am Samstag, bot auch der Sonntag wieder spektakuläre Beachhandballszenen in der Mitsubishi Electric Halle in Düsseldorf. Mit 10.000 Zuschauern in der Spitze und 600.000 Gesamtklicks beim Streamingportal Twitch überzeugte das Format auch mit Blick in die Zukunft.

Am ersten Spieltag trennten sich die Regionen noch schiedlich friedlich remis: Nord und Süd gingen mit einem 2:2 aus dem Samstag. Am Sonntag drehten die Süd-Formationen aber noch einmal auf und entschieden drei der vier Duelle für sich. Dabei boten die Männer-Nationalspieler mit einem Shootout gleich das packendste Spiel zu Beginn: Nord holte sich den ersten Satz mit 20:18, Süd gewann den zweiten mit 18:15. In der Entscheidung dominierten letztere schließlich mit 9:2 und brachten Süd mit 3:2 in Front.

Bei den Frauen bot sich ein ähnliches Bild, wie auch am Samstag: Süd-Torfrau Joelle Arno stach besonders aus einer dominanten Formation heraus, die beide Sätze mit 13:10 und 16:15 für sich entschied. „Insgesamt hat dieses Wochenende uns einen großen Schritt vorangebracht. Es ist schön zu hören, dass auch weitere Schritte geplant sind“, erklärte Nationaltrainer Alexander Novakovic. Einen besonderen Dank richtete er an die Organisatoren der Sportstadt Düsseldorf, der German Beach Trophy, des DHB und Streaminganbieter Twitch.

Für eine Vorentscheidung im Regionalduell sorgte schließlich die weibliche U16-Nationalmannschaft im vorletzten Turnierspiel. 22:14 gewann der Süden beide Sätze, damit stand der Süd-Gesamtsieg mit 5:2 vorzeitig fest. „Das Match hatte nicht ganz das Niveau vom Samstag, was aber aufgrund der wachsenden Müdigkeit nach den Lehrgangstagen völlig normal ist“, sagte Nationaltrainer Frowin Fasold. Im ersten Satz erwischte Nord einen Fehlstart, der im Verlauf aber ausgeglichen wurde. Trotzdem siegte Süd letztlich deutlich mit 22:14. Im zweiten Satz war das Nord-Team sogar offensiv überlegen, aufgrund der Chancenverwertung blieb aber auch hier die Süd-Formation effizienter. „Insgesamt können wir mit dem Fortschritt zufrieden sein, da war viel Perspektive drin“, sagte Fasold.

Zum Abschluss gelang den Nördlichen aber dann doch noch ein Sieg. Mit 22:19 und 22:21 fuhr die Nord-Auswahl der männlichen U16-Nationalmannschaft den letzten möglichen Erfolg ein und verkürzte in der Gesamtwertung auf 3:5. Dabei sah Nationalcoach Marten Franke aber auch Fortschritte im Vergleich zum Samstag: „Wir haben in der Videoanalyse Dinge im Abwehrspiel gesehen, die wir verbessern wollten, das haben wir gut umgesetzt.“ Zur Geschichte des Spiel gehörte deshalb auch, dass Nord einen 12:17-Rückstand nach einer Auszeit mit acht Treffern in ein 20:17 drehte und sich deshalb den Sieg holte. Am Ende des zweiten Satzes hatte Süd sogar die Chance auf den Sieg, ein Ballverlust brachte aber erneut Nord den abschließenden Erfolg. „Wir konnten viele wertvolle Erfahrungen sammeln“, sagte Franke.

DHB
Beachhandball Nationalmannschaft: Die Hoffnung auf Wettkampf: Beach-Nationalteams blicken nach Corona-Jahr 2020 nach vorne
Fortschritte dank Stützpunkttraining: Die Nationaltrainer loben individuelle Entwicklung im Corona-Jahr.

Für die deutschen Beachhandball-Nationalmannschaften geht es am Wochenende erstmals im Jahr 2021 in den Sand: Bei der German Beach Trophy in Düsseldorf messen sich die vier Teams in einem verbandsinternen Wettkampf (wir berichteten). Hinter den Auswahlen liegt ein schwieriges Corona-Jahr 2020: Die Beach-Saison im Sommer fiel nahezu komplett aus, die Großturniere wurden abgesagt. Dennoch sehen die Nationaltrainer Fortschritte in der Entwicklung und hoffen auf Wettkämpfe in 2021.

Männer-Nationalmannschaft

Eigentlich sollte 2020 das große Jahr für die Männer-Nationalmannschaft werden: Im Februar erhielt das Team von Konrad Bansa eine Wildcard für die Weltmeisterschaft im Juli, doch die Corona-Pandemie pulverisierte die Planung. Nun nimmt die DHB-Auswahl einen neuen Anlauf: Die Planung ist auf eine Neuansetzung der WM im Juni 2021 ausgerichtet, wenige Wochen später soll die Europameisterschaft folgen.

„Nach den uns zur Verfügung stehenden Informationen soll die WM stattfinden und das ist unser Fixpunkt“, betont Bansa. „Wir werden uns auf dieses Turnier konzentrieren.“ Offizielle Informationen des Weltverbandes gibt es noch nicht, der Nationaltrainer bleibt pragmatisch: „Sollte die WM nicht stattfinden, sind wir eben besonders gut vorbereitet für die EM, die einen Monat später gespielt wird.“

Die Selektion des Kaders sowie die Vorbereitung des Teams auf den Sommer sind die Schwerpunkte, die Bansa für die kommenden Monate gesetzt hat. Nach aktuellem Planungsstand sollen – neben der German Beach Trophy in Düsseldorf – zwei Kurzlehrgänge zu Karneval und Ostern stattfinden; im Frühsommer steht dann die Spielpraxis im Fokus.

„Wir haben im vergangenen Jahr Schritt für Schritt neue Dinge eingebaut, aber wir wissen nicht, ob es funktioniert“, blickt Bansa auf das turnierlose Jahr 2020 zurück. „Eine Aussage über unsere Leistungsstärke im Wettkampf ist daher aktuell schwierig.“ Insgesamt drei Präsenz-Lehrgänge absolvierte er mit seinem neuen Co-Trainer Manel Cirac und – in wechselnden Konstellationen – 28 Spielern; zudem fanden fünf Online-Lehrgänge statt.

Im Blickfeld der Männer-Nationalmannschaft stehen – auch dank der Möglichkeiten der Stützpunkt-Förderung im Sommer – 40 bis 50 Akteure. Inwiefern aus diesem Aufgebot gerade die Hallenspieler der 1. und 2. Bundesliga beim engen Terminplan 2021 zur Verfügung stehen werden, ist noch offen.

Der letzte Lehrgang fand unmittelbar vor Weihnachten statt, Bansa versammelte 21 Spieler in Witten. „Wir waren alle froh, dass wir die Maßnahme dank des funktionierenden Testkonzeptes absolvieren konnten“, blickt der Nationaltrainer zurück. „Für das Team hat mit diesem Lehrgang der Neustart 2021 und die erste Etappe auf dem Weg zur WM begonnen. Entsprechend sind wir alle motiviert nach Hause gefahren.“

Frauen-Nationalmannschaft

Obwohl der erste Lehrgang mit seiner Mannschaft im Jahr 2020 erst im November stattfinden konnte, zeigte sich Alexander Novakovic bewusst optimistisch. „Abgesehen davon, dass wir keinen Wettkampf hatten, war es ein erfolgreiches Jahr“, betont der Frauen-Nationaltrainer. „Wir hatten endlich Zeit, in Ruhe verschiedene Spielerinnen zu sichten und auch individuell ist eine klare Weiterentwicklung erkennbar.“

Lediglich der Wettkampf fehlte komplett – dass die eigentlich für Anfang Juli 2020 angesetzte EM-Qualifikation ausfallen würde, gab die EHF früh bekannt. Novakovic plant die EM-Teilnahme dennoch ein: „Ich gehe davon aus, dass das Teilnehmerfeld noch einmal ohne Qualifikation besetzt wird – und dann im nächsten Jahr die Quali für 2023 angesetzt wird.“

Bei der Planung der Vorbereitung habe er Rücksicht auf die zehn Erst- und Zweitligaspielerinnen seines engeren 18-köpfigen Kaders genommen – darunter mehrere Spielerinnen, die bereits in den Jugend-Nationalmannschaften im Sand aufliefen. „Es bringt uns auch im Sand auf ein höheres Niveau, dass unsere ausgebildeten Beachhandballerinnen in der Halle hochklassig spielen“, betont Novakovic.

Zusätzlich sichtete er über die Stützpunkt bewusst weitere Bundesligaspielerinnen, um seinen Kader zu verstärken. „Viele Vereine unterstützen uns“, freut sich Novakovic, der die „oft enge Kommunikation“ lobt. Aktuell hat Novakovic so rund 40 bis 50 Spielerinnen auf dem Zettel, die teilweise über das Stützpunkttraining im Sommer in den Fokus rückten.

Im November und Dezember fanden insgesamt drei Lehrgänge in Witten statt, zudem waren drei Online-Lehrgänge angesetzt. Der erste Lehrgang in diesem Jahr soll Ostern stattfinden; nach der Hallensaison liegt dann der Fokus auf dem Wettkampf. „Das brauchen wir – unbedingt“, betont der Nationaltrainer. „Nur damit können wir uns weiterentwickeln.“

U16 männlich

Hinter der männlichen U16-Nationalmannschaft liegt ein Jahr der Höhen und Tiefen. im Januar versammelten sich die Nachwuchstalente der Jahrgänge 2004 und 2005 zu ihrem ersten DHB-Lehrgang, das große Ziel war die Jugend-Europameisterschaft im Juni. Diese wurde allerdings erst coronabedingt verschoben – und dann wenige Wochen vor dem neuen Termin abgesagt. Die Hoffnung der Talente wurde damit erneut enttäuscht – gerade, weil sie im Sommer in den Stützpunkten intensiv gearbeitet hatten.

„Die zweimalige Verschiebung der EM und die Absage der Jugendolympischen Spiele hat den Jungs schon einen zwischenzeitlichen Knacks in ihrer Motivation gegeben“, sagt Nationaltrainer Marten Franke rückblickend. Nach dem erneuten Lockdown musste zudem der Dezember-Lehrgang kurzfristig abgesagt werden. „Ich glaube, wir konnten das insgesamt gut auffangen. Für die Jungs ist es das Wichtigste, überhaupt im Sand zu stehen und eine Perspektive auf ein kommendes Großereignis mit der EM zu haben.“

Diese soll nun – das ist die Hoffnung – in 2021 endlich stattfinden. „Wir wollen nun bis zur EM möglichst viel Wettkampfpraxis sammeln, um dadurch mehr Souveränität und Automatismen in unser Spiel zu bekommen“, gibt Franke die Richtung vor. „Wettkampfpraxis ist nunmal das A und O, um in wichtigen Drucksituationen voll da zu sein.“

Auftakt ist die German Beach Trophy am Wochenende in Düsseldorf (wir berichteten), die folgenden Termine sind noch offen. „Welche Turniere wir im weiteren Verlauf des Frühjahres noch spielen können, ist natürlich von der Entwicklung der Pandemie abhängig, aber ich bin optimistisch, dass wir noch einige Lehrgänge durchführen können, bevor es in die unmittelbare EM-Vorbereitung geht“, blickt Franke voraus.

Im vergangenen Jahr versammelte er seine Spieler zu drei Präsenz- und vier Online-Lehrgängen; insgesamt nahmen 24 Talente in unterschiedlichen Konstellationen teil. Hinzu kam das Training an den Stützpunkten von Juni bis Ende August – ein Spieler nahm in dieser Zeit an 20 Trainingseinheiten teil, es ist der Topwert des Teams. Trotz Corona habe sich der Beachhandball so, wie sich Franke freut, „im Laufe dieses Jahres bei den Jungs zu einer zusätzlichen Säule im Leben entwickelt, die neben Schule, Familie, Freunden und dem Hallenhandball eine gute Gewichtung findet.“

U16 weiblich

Eine positive individuelle Entwicklung steht der fehlende Wettkampfpraxis gegenüber: In der weiblichen U16-Nationalmannschaft zeichnet sich nach dem schwierigen Jahr 2020 ein ähnliches Bild wie in den anderen vier Teams. „Wir sind sicherlich auf einen guten Weg und sehr zufrieden mit den persönlichen Fortschritten“, bilanziert Nationaltrainer Frowin Fasold. „Das ist allerdings nur die halbe Sache; der fehlende Wettkampf ist sehr deprimierend.“

Mit fünf Präsenz-Lehrgängen, monatlichen Online-Lehrgängen sowie dem Stützpunkttraining versuchten Fasold und Co-Trainerin Fernanda Scovenna die Absage der EM und der Vorbereitungsturniere für ihre 30 Spielerinnen zu kompensieren. Nach der German Beach Trophy ist in diesem Jahr über Ostern ein Lehrgang geplant; zudem will Fasold die German Beach Open nutzen, um Wettkampfpraxis zu sammeln.

Fasold hofft inständig, dass die Europameisterschaft dieses Jahr endlich ausgetragen werden kann. „Die Entscheidung, die EM abzusagen, war natürlich richtig, aber es war dennoch frustrierend und enttäuschend“, betont er. „Solle die EM nun wieder ausfallen, wäre der Frust wohl noch einmal größer. Wir haben vergangenes Jahr die Enttäuschung in den Gesichtern gesehen, wenn wieder etwas abgesagt wurde. Das macht keinen Spaß.“

Mit dem Einsatz der Spielerinnen zeigt sich der Nationaltrainer zufrieden. „Bei den Mädels gibt es bereits ein sehr, sehr leistungssportliches Denken in Bezug auf die Disziplin Beachhandball; das hätte ich so nicht erwartet“, betont der Sportwissenschaftler. „Sie haben die Lehrgänge voll durchgezogen und jede Schutzmaßnahme akribisch befolgt. Das hat mich beeindruckt, denn dass sie sich so mit dem Beachhandball auseinandersetzen, ist ein gutes Zeichen.“

Regionalstützpunkte als Erfolgsrezept

Neben der Bedeutung des Wettkampfes für die Weiterentwicklung, die alle Coaches betonen, sind sich Bansa, Novakovic, Franke und Fasold in einem weiteren Punkt einig: Die Einführung der Regionalstützpunkte war ein voller Erfolg. An sieben Standorten wurden im Sommer mannschaftsübergreifend wöchentlich ein- bis zwei Einheiten angeboten; die Nationalspieler*innen konnten so regelmäßig trainieren.

„Durch die Entwicklung der Regionalstützpunkte konnten wir trotz Pandemie und ausgefallenen Lehrgängen im Sommer sicherstellen, dass die Spielerinnen und Spieler zahlreiche Trainingsstunden im Sand hatten“, betont Franke. Auch Bansa lobt: „Die Stützpunkte sind ein echter Fortschritt und waren sehr wertvoll für die individuelle Entwicklung.“

Geht es nach Novakovic, sollen die Stützpunkte in diesem Jahr fortgesetzt werden – trotz eines hoffentlich volleren Turnierkalenders durch Europameisterschaften und German Beach Open. „Das ist ein ganz klares Ziel“, betont der Frauen-Nationaltrainer. „Es ist auf jeden Fall möglich, die Stützpunkte regional neben der GBO unter der Woche anzubieten.“

Er sehe noch „ganz viel Potenzial“ in dem Stützpunktsystem, wie Novakovic betont. „Es geht um die Weiterentwicklung, da kann auch der A-Kader profitieren.“ Einige Landesverbände wie Bayern, Württemberg oder Niedersachsen bieten bereits Stützpunkte auf ihrer Ebene an; Novakovic hofft, dass noch mehr Landesverbände einsteigen: „Wir könnten darüber noch viel, viel mehr Fortschritte – auch in der Breite – machen.“

Beachhandball: Fünf Bremer im Nationalteam
Lehrgang der Beachhandballer

Bremen. Dieses Mal soll es anders laufen. Anders als in den Herbstferien vor zwei Monaten. Da hatten Nick Horstmann, Noah Duris, Paul Bonnet, Finn Geils und Yunus Uckac den Lehrgang bei der U 17-Beachhandball-Nationalmannschaft sausen lassen müssen. Ein positiver Corona-Befund innerhalb ihres Vereinsteams hatte die Nachwuchs-Handballer des HC Bremen in die vorsorgliche Quarantäne geschickt. Wenigstens war es nicht ihr erster Lehrgang beim Deutschen Handball-Bund (DHB), denn sie sind seit 2019 mit dabei.

An diesem Donnerstag fährt das Bremer Quintett zu einem viertägigen DHB-Lehrgang. „Auf den freue ich mich jetzt umso mehr“, sagt Nick Horstmann. „Beim Beachhandball kann man sehr kreativ spielen und spektakuläre Tore werfen.“, meint er. Sonst spielt er beim HC in der B-Jugend-Oberliga in der Halle. Auch in der A-Jugend-Bundesliga ist er schon aufgeboten worden. Aufgrund der aktuellen Lage hat der DHB die Schutzmaßnahmen erhöht. Neben dem üblichen Corona-Test frühestens fünf Tage vor Lehrgangsbeginn müssen die Teilnehmer nach der Anreise zusätzlich einen Corona-Schnelltest durchführen. „Erst wenn auch der negativ ist, darf am Training teilgenommen werden“, erklärt Nationaltrainer Marten Franke. Er ist auch Vereinstrainer beim HC Bremen, auch er konnte im Herbst nicht zum Nationalmannschaftslehrgang fahren.

Das Virus hatte seinem DHB-Kader ohnehin schon einige Schnippchen geschlagen. Zunächst wurde die Jugend-Europameisterschaft im Sommer dieses Jahres zweimal abgesagt, jetzt soll sie im Sommer 2021 stattfinden. „Wir wollen ins Halbfinale kommen, um in die WM-Qualifikationsrunde einzuziehen“, gibt Marten Franke schon mal das Ziel für diese Titelkämpfe aus. Die WM soll bereits zwei Monate nach der EM ausgetragen werden – so der aktuelle Plan. 22 Spieler hat Marten Franke zurzeit im Fokus, 17 von ihnen sind beim nächsten Lehrgang im westfälischen Witten dabei. Bastian Clasen vom HC Bremen steht dafür in der Reserve. Zwölf Spieler dürfen letztlich zur Europameisterschaft mitreisen.

Langfristig könnten für einige dieser Spieler die Olympischen Spiele in den Fokus rücken, wenn es sie denn für sie gäbe. Die für 2022 vorgesehene Jugend-Olympiade im Senegal fällt für sie aus, da diese aufgrund der Corona-Problematik auf 2026 verschoben wurde. Auch der Traum von der Aufnahme des Beachhandballs ins Programm der Olympischen Spiele muss weiter warten. Wie das Internationale Olympische Komitee jüngst bekannt gab, werden keine der 41 vorgeschlagenen neuen Sportarten Teil des Programms 2024 in Paris sein. „Das ist zwar sehr schade, war aber durch die Corona-Pandemie absehbar“, sagt Marten Franke. Im Anschluss an die U 17-Auswahl führt die Männer-Beachnationalmannschaft ihren Lehrgang vom 20. bis 23. Dezember durch. Zu den 24 eingeladenen Spielern zählen auch Torben Knop (SG Findorff) und Matthew Wollin (HC Bremen).

Oberliga-Neustart nicht vor Februar
Beratungen der Handball-Klubs

Bremen. Die Handball-Saison wird in den Oberligen der Männer und Frauen sowie den Verbandsligen frühestens im Februar des kommenden Jahres fortgesetzt. Favorisiert wird eine Einfachrunde, in der die Ergebnisse der bislang ausgetragenen Spiele mit berücksichtigt werden sollen. Dafür votierte am vergangenen Sonnabend das Gros der vom Spielbetrieb betroffenen Vereinsvertreter in einer Videokonferenz. An der hatten sich laut einer Pressemitteilung des Handballverbandes Niedersachsen (HVN) 85 Prozent der Vereine beteiligt. Betroffen sind in diesen Spielklassen unter anderem die Männer des HC Bremen (Oberliga), des ATSV Habenhausen II (Verbandsliga) sowie die Frauen des SV Werder Bremen II und der SG Findorff (beide Oberliga).

Die Mitglieder der „Task Force Spielbetrieb“ der Handballverbände Bremen (BHV) und Niedersachsen (HVN) gehen davon aus, dass die Mannschaften die Sporthallen frühestens am 11. Januar 2021 wieder betreten können. Inklusive der mindestens dreiwöchigen Trainingsvorbereitung, auf die sich die Klubs verständigten, wäre damit im Optimalfall ein Re-Start der Saison am 6./7. Februar möglich.

Eine Halbserie hätte dem Stimmungsbild der betroffenen Teams zufolge den Vorteil, dass die Wertung der bereits ausgetragenen Partien eine zusätzliche Entlastung im ohnehin schon eng zu erwartenden Zeitrahmen brächte. Wie sich jedoch die Einfachrunde gestalten würde, nach der auch Auf- und gegebenenfalls Absteiger ermittelt werden sollen, „müssen wir noch beraten“, teilt Jens Schoof, Vizepräsident Spieltechnik im BHV und im HVN, schriftlich mit.

Fakt sei, dass die Saison mit Ablauf des Monats Juni enden muss. „Keiner weiß, ab wann wir wieder spielen dürfen. Das Ziel ist es, zum Ende der Spielzeit eine sportliche Wertung hinzubekommen, um so die Voraussetzungen für eine möglichst normale Saison 2021/22 zu schaffen“, führt Schoof weiter aus. Die betroffenen Klubs haben mit dem Verband weitere Online-Zusammenkünfte zu Beginn des kommenden Jahres vereinbart.

Frühestens danach wird der Spielausschuss dem Präsidium des HVN, dem auch Vertreter des BHV angehören, konkrete Empfehlungen zur Beschlussfassung über die Saisonfortsetzung an die Hand geben. Bei der Männer-Landesliga wird das Meinungsbild zur Fortsetzung des Spielbetriebs zurzeit in einer Online-Umfrage ermittelt. Planungen für die Bereiche der Frauen-Landesliga, der Landesklassen und der Jugend seien in Arbeit.

mJB: Nick Horstmann allein zu Haus
16-jähriger Harpstedter lebt seinen Traum vom großen Handball

Harpstedt – Seit Beginn des Schuljahres ist Nick Horstmann Herr über seine eigenen vier Wände. Das Kinderzimmer im Harpstedter Elternhaus hat der 16-Jährige gegen ein Ein-Zimmer-Appartement in Bremen-Horn eingetauscht. „Das ist schon ein cooles Gefühl, selbstständig zu sein“, sagt Nick Horstmann. Dabei verbringt er nur wenig Zeit in seinem neuen Reich. Stattdessen arbeitet der Zwölftklässler der sportbetonten Schule an der Ronzelenstraße auf zwei große Ziele hin. Die Leistungskurse Sport und Englisch sollen ihn 2022 zum Abitur führen. Außerdem möchte der Blondschopf unbedingt den Sprung in die Handball-Bundesliga schaffen. „Dafür werde ich alles geben“, betont Nick Horstmann.

Das Potenzial hat der 1,75 Meter große und 69 Kilogramm schwere Linkshänder durchaus. Eigentlich ist der Rechtsaußen beim HC Bremen als Leistungsträger für die B-Jugend eingeplant. Doch weil der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) den Spielbetrieb in seinen Klassen coronabedingt bis zum Jahresende ausgesetzt hat, konnte die Crew des Trainerduos Jörn und Marten Franke bislang noch nicht in die Oberliga-Vorrunde starten. „Wir hatten sogar einen Coronafall in der Mannschaft“, berichtet Nick Horstmann. Er selbst musste deswegen in Quarantäne, sei aber negativ auf das Virus getestet worden.

Insgesamt läuft es für den talentierten Harpstedter beim HC Bremen aber ziemlich gut. Denn während die B-Jugend pausiert, holte ihn Tim Schulenberg für die ersten vier Saisonspiele in den Kader der Bremer Bundesliga-A-Jugend. Nach Kurzeinsätzen in den Partien gegen den HSV Hamburg (21:24) und bei GWD Minden (22:36) durfte Nick Horstmann ausgerechnet gegen seinen Lieblingsclub SG Flensburg-Handewitt von Anfang an ran, weil sich der etatmäßige HC-Rechtsaußen Timon Winter verletzt hatte. „Ich war total überrascht“, erzählt Nick Horstmann. Seine anfängliche Nervosität legte sich, nachdem er gleich seine ersten beiden Würfe verwandelt hatte. Später ließ er noch einen dritten Treffer folgen, konnte die 21:31-Pleite aber ebenso wenig verhindern wie sein aus Dötlingen stammender Teamkollge Matthew Wollin. Bei der bislang letzten Begegnung des Bremer Nachwuchses gegen die JSG LIT 1912 (27:27) saß Nick Horstmann dann 60 Minuten auf der Bank. Wegen des Lockdowns ruht der Spielbetrieb in der höchsten deutschen Jugendklasse inzwischen ebenfalls.

Die Coronapandemie bremst Nick Horstmann nicht zum ersten Mal aus. Im Spätsommer hatte ihn Marten Franke, der auch Beachhandball-Nationaltrainer ist, in das erweiterte Aufgebot für die U 16-EM berufen. Doch das Turnier im italienischen Silvi Marina wurde abgesagt, der geplante Vorbereitungslehrgang in Neerstedt ebenso. „Das ist sehr schade! Ich hatte mich total gefreut und wollte die Chance nutzen“, bedauert Nick Horstmann. Doch aufgeschoben ist nicht aufgehoben. So rechnet Nationalcoach Franke damit, dass die EM im Frühjahr nachgeholt wird. Schließlich geht es um die Startplätze für die Weltmeisterschaft im portugiesischen Nazare im Juni 2021.

„Nick ist ein absoluter Teamplayer. Er versucht immer, seiner Mannschaft zu helfen. Er übernimmt Verantwortung, hat ein gutes Auge und kann den gegnerischen Torwart gut lesen. Dadurch ist er sehr effektiv im Abschluss. Er hat eine gute athletische Ausbildung und gute koordinative Fähigkeiten –das kommt ihm bei Pirouetten und Kempa-Tricks zugute“, erläutert der in Dötlingen geborene Franke die Vorzüge seines Schützlings.

„An meiner Wurfvariabilität und Sprungkraft muss ich noch arbeiten“, bekennt Nick Horstmann, der im Alter von sieben Jahren mit dem Handball spielen angefangen hatte. Sein Kumpel Thorben Huntemann, der jetzt für die B-Jugend des HSV Hamburg das Tor hütet, nahm ihn mit zur HSG Harpstedt/Wildeshausen. Nick Horstmanns Talent blieb nicht lange verborgen. Nils Kruse, Auswahltrainer der Handballregion Oldenburg (HRO), stellte den Kontakt zum HC Bremen her. „Das Probetraining hat mir super gut gefallen“, erinnert sich Nick Horstmann. Als C-Jugendlicher wechselte er dann in die Hansestadt.

Dort trainiert der Harpstedter normalerweise achtmal pro Woche, verbunden mit der Hoffnung, vielleicht einmal seinem großen Idol Lasse Svan nacheifern zu können. Neben den schulischen Verpflichtungen bleibt da nicht mehr viel Zeit für andere Hobbys. Gelegentlich zockt Nick Horstmann mit Freunden eine Runde an der Playstation. „Und am Wochenende fahre ich mal nach Hause, um Wäsche zu waschen und mich von meiner Mutter verwöhnen zu lassen“, sagt er und lacht.

1. Damen: Aufsteiger hofft auf den Klassenerhalt

Bremen. Im Gegensatz zu vielen anderen Teams sind die Handballerinnen des HC Bremen erst spät in die Vorbereitung auf die neue Saison in der Landesliga Nord eingestiegen. „Mir war es wichtig, die Vorbereitungsphase so kompakt wie möglich zu gestalten“, erklärt HC-Trainerin Andrea Wiegandt, „um die Spannung möglichst hoch zu halten“. So fiel erst Anfang September der offizielle Startschuss. Mit vier bis fünf Einheiten pro Woche arbeitete der HC zunächst im Bereich Kraft und Ausdauer sowie an der Festigung der 3-2-1-Abwehrformation. Im Angriff versuchte die Trainerin, neue Akzente zu setzen.

In den folgenden sechs Testspielen hatte Wiegandt anschließend reichlich Gelegenheit, Einiges ausprobieren. Der HC kassierte lediglich gegen die Oberliga-Reserve aus Oyten mit dem 26:32 eine Niederlage. „Ich bin zufrieden mit den bisherigen Ergebnissen“, bilanziert Wiegandt, „sehe aber auch noch viele Dinge, an denen ich arbeiten möchte.“

Aus der vergangenen Saison hat Andrea Wiegandt mitgenommen, „dass wir gelernt haben, sehr konzentriert an unseren Stärken und Schwächen zu arbeiten“. Auf diesem Weg wolle sie auch bleiben, betont die Trainerin und verweist auf den intakten Teamgeist. „Eine unserer größten Stärken ist unser Mannschaftsgefüge. Wir konnten in vielen Spielen über unser Kollektiv überzeugen, und deshalb haben wir den Fokus vor allem im August auf Teambuilding gesetzt.“

In zahlreichen gemeinsamen Unternehmungen wollte Wiegandt erreichen, dass die Mannschaft noch enger zusammenrückt. Im Trainerteam freut sich Andrea Wiegandt zudem über die Unterstützung von Mark Franke. „Er wird seine jahrelange Trainererfahrung einbringen“, sagt die Trainerin, „und er wird in dem einen oder anderen Moment einfach einen kühleren Kopf bewahren als ich es manchmal tue.“

Schließlich wünscht sich Andrea Wiegandt, dass ihre derzeitigen drei Ausfälle der Mannschaft möglichst bald wieder zur Verfügung stehen. Die HC-Trainerin hofft zwar auf eine gute Saison, ist angesichts steigender Corona-Fallzahlen andererseits aber auch ziemlich skeptisch. „So wie sich die Situation aktuell darstellt, wird es für jede Mannschaft bestimmt nicht die Saison werden, wie wir es bisher kannten“, sagt Wiegandt. „Aufgrund unserer spielerischen Möglichkeiten bin ich aber optimistisch, dass wir als Aufsteiger unser Ziel, uns in der Landesliga zu etablieren und uns möglichst frühzeitig vor dem Abstieg zu sichern, auch erreichen können.“

Ansonsten werde es in der Landesliga taktisch keine Veränderungen geben. „Wir arbeiten von Spiel zu Spiel“, sagt sie, „und ich werde niemals die Trainerin sein, die Prognosen über die Tabellenkonstellation anstellt.“ Wiegandt baut auf die Bereitschaft der Mannschaft, ständig an sich zu arbeiten. Auch bei der Frage nach möglichen Aufstiegskandidaten bleibt Wiegandt ihrer Linie treu und möchte keine Prognosen abgeben.

Sollten der Bremer Handball-Verband (BHV) und der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) an ihren gemeinsamen Plänen festhalten, beginnen die Landesligen und die Landesklassen mit dem Punktspielbetrieb am 24. und 25. Oktober. Die Frauen des HC Bremen bekommen es am Sonnabend um 17.15 Uhr zunächst in einem Auswärtsspiel mit dem Elsflether TB zu tun. Möglicherweise haben BHV und HVN am Mittwoch jedoch Veränderungen im Spielbetrieb beschlossen. Gespräche darüber endeten jedoch erst nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe.

mJA: Erster Punkt des HC Bremen

Bremen. Die männliche A-Jugend des HC Bremen hat in der Handball-Bundesliga ihren ersten Punkt eingefahren. 27:27 (14:13) trennte sie sich im Gastspiel von der HSG LIT, der sich im August dieses Jahres die A-Junioren des TuS Nettelstedt angeschlossen haben. „Wir sind über unseren ersten Punkt froh“, sagte HC-Trainer Tim Schulenberg. Seine Mannschaft stand in Nettelstedt sogar lange vor einem Sieg, führte mit 20:14 (38.), bevor es 23:23 stand (53.). Der Unterzahltreffer von Matthew Wollin zum 27:26 ließ die Gäste 32 Sekunden vor Schluss nur 15 Sekunden auf den ersten Saisonsieg hoffen. Beim HC Bremen boten die beiden Torhüter Moritz Schröder und Marten Kuhlmann eine solide Leistung, auf Linksaußen machte Felix Laube einen guten Job.

HC Bremen: Schröder, Kuhlmann; Winter (3), Laube (8/4), Horstmann, Wollin (5), Dibowski (2), Berdar, Holst (2), Diering, Westermeier (2), Fuhrmann (4), Schluroff (1)

Um die Saison nicht abbrechen zu müssen, wollen viele Verbände auf eine Art Freiwilligen-Modell setzen

Bremen. Das Timing hatte niemand gewollt, es könnte ungünstiger kaum sein. In etlichen Hallen-Sportarten ist der Ligabetrieb gerade wieder angelaufen. Oder soll es zumindest demnächst. Und genau in den Wochen, in denen Handballer, Volleyballer oder Basketballer wieder einsteigen wollen, steigen die Infektionszahlen. So ernst die Lage, so verschieden die Situationen. Es gilt zu unterscheiden zwischen Sport drinnen und Sport draußen, zwischen Spitzen- und Breitensport, zwischen Risikogebiet und niedrigem Inzidenzwert, zwischen Sport-Stopp wegen einer Ansteckung und einer Spielverlegung, weil jemand wegen der Kinder oder Arbeitskollegen in Quarantäne muss. Wer ein allgemeingültiges Stimmungsbild haben möchte, könnte diesen Satz nehmen: „Jetzt alles abzubrechen, wäre eine Katastrophe“. Ausgesprochen von Monika Wöhler, Präsidentin des Bremer Handball-Verbandes (BHV).

Monika Wöhler ist weit davon entfernt, Corona zu unterschätzen. Natürlich stellt sie nicht die Existenz von Vereinen oder die Motivation von Sportlern über die Gesundheit. Sie will die Schwierigkeit benennen, die sich vor allem für diejenigen ergibt, die weitreichende Entscheidungen zu fällen haben. Das BHV-Präsidium hat sich am Montagabend virtuell zusammengefunden, um zu beraten, wie in seinem Hoheitsgebiet weiter verfahren werden soll. Stefan Hüdepohl, Chef des niedersächsischen Verbandes HVN hatte so etwas wie einen Lockdown für Spiele in Risikogebieten vorgeschlagen. Die Bremer legten fest: Ist der Inzidenzwert (Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen) unter 50, wird weiter gespielt. Ist er – wie derzeit in Bremen der Fall – über 50, kann eine Mannschaft verzichten, was sie bis jeweils zum Mittwoch, 23.59 Uhr, gemeldet haben muss. Die Partie wird abgesetzt, nicht gewertet, nicht sanktioniert und kann verlegt werden.

„Ich halte es für denkbar, dass wir den Spielbetrieb in Gebieten, die eine Inzidenz von über 50 . . . haben, keine Spiele stattfinden lassen und auch keine Auswärtsspiele von Teams zulassen, die aus den Gebieten stammen.“ So wird Hüdepohl auf der HVN-Homepage zitiert. Bremen ist als eine Art Regionalverband in den HVN eingegliedert, die Konstruktionen im Volleyball und Basketball sind ähnlich. Den Spielbetrieb in den Bundesligen sowie der dritten Liga regelt der nationale Verband DHB, die Spielklassen darunter werden vom HVN beziehungsweise dann BHV betreut. Am Mittwoch will sich das HVN-Präsidium, zu welchem aus Bremen auch Monika Wöhler und Jens Schoof gehören, in Hannover treffen und über Hüdepohls Vorschlag beraten.

Der Mittwoch soll auch in anderen Landesverbänden ein weiterer Tag X werden. Vom nordwestdeutschen Volleyballverband wollen Vorstand und Spielausschuss tagen. Im Raum steht, sich dem Hamburger Modell anzuschließen, das ebenso die Freiwilligen-Regelung vorsieht. Ohne Sanktionen befürchten zu müssen, sollen Mannschaften beziehungsweise Vereine entscheiden dürfen, ob sie antreten wollen oder nicht. Generell müsse dies bis zu diesem Mittwoch gemeldet werden, je nach Pandemie-Dynamik könne danach noch an einzelnen oder mehreren Spieltagen oder auch für den Rest der Saison ausgestiegen werden. Bis jeweils zum Freitag vor dem Spieltag müsse dies angezeigt werden. So steht es auf der Internetseite der Hamburger.

Lars Thiemann, Präsident des Bremer Verbandes, gehört zu denjenigen, die eine solche Regelung eher begrüßen denn bekämpfen würden. „Ich finde daran gut, dass die Hamburger nicht gewartet haben, bis die Politik eine Vorgabe trifft“, sagt Thiemann. Der Hamburger sei in Anbetracht der Krise ein guter Weg, vor allem eben ein selbstbestimmter. Die Resonanz auf den Beschluss in der Volleyballszene, im Hamburger Landessportbund und auch in der Politik sei positiv.

Damit liegt Thiemann quasi auf einer Wellenlänge mit den Basketball-Entscheidern, zumindest mit denen in Niedersachsen und Bremen. Auch hier will man so lange weiterspielen lassen, so lange es von den Behörden nicht verboten ist. Das aber auf freiwilliger Basis. Das heißt, Mannschaften, die nicht antreten möchten, sollen keine Strafgebühren für eine Spielabsage oder Spielverlegung aufgebrummt bekommen. So erläutert es Thomas Behrens, der im Vorstand des Bremer Verbandes als Ressortleiter für den Spielbetrieb verantwortlich ist. Vizepräsident Carsten Bierwirth sagt, dass man die Saison, die üblicherweise bis zu den Osterferien abgeschlossen wird, notfalls auch darüber hinaus noch weiter bis ins Frühjahr oder den Frühsommer ausweiten könnte, falls jetzt im Winter zu viele Spiele verlegt werden müssen. Und falls am Ende der eine Verein mehr gespielte Spiele als der andere aufweisen würde, könnte es erneut zu einer Quotientenregelung kommen.

Auch im Bremer Fußballverband wird am Mittwoch virtuell getagt. Sondersitzung des Verbandsbeirates, Thema: Spielbetrieb unter Corona-Bedingungen. Das Problem für die Vereine, sagt Verbandssprecher Oliver Baumgart, sind weniger Infektionen, die durch einen kurzen Körperkontakt beim Kicken im Freien entstehen. Die würde es kaum geben, wie die jüngste Vergangenheit zeige. Vielmehr würden Quarantäne-Maßnahmen, die ihren Ursprung außerhalb des Platzes hätten, zu Spielabsagen führen. So wie in der Bremen-­Liga am Wochenende in zwei Fällen geschehen. Grob geschätzt, sagt Baumgart, würden pro Wochenende aber nur maximal zehn Spiele ausfallen. Bei rund 500 Partien in all den Senioren- und Jugendklassen.

Ein Teamsport, der sowohl im Freien als auch in der Halle im Ligabetrieb steht, ist Hockey. Martin Schultze vom Bremer HC weist darauf hin, dass draußen bislang nirgendwo ein Cluster entstanden sei. Der Club habe beschlossen, im Jugendbereich, auch im Training, weiter draußen zu bleiben und die Halle zu meiden. Im Leistungsbereich der Erwachsenen seien deutlich weniger Spieler gleichzeitig in der Halle. Ob es zu einer Hallenrunde mit Auf-und Abstieg kommt, soll in den nächsten Tagen beschlossen werden. Der BHC würde im Falle des Falles mitspielen.

Nächste Spieltermine

 

11:00
wD-Jugend

TuS Komet Arsten — HC Bremen

11:00
wD-Jugend

HC Bremen — TS Woltmershausen

11:30
wD-Jugend

HSG LiGra — HC Bremen

13:00
wD-Jugend

HC Bremen — SV Werder Bremen II

16:30
1. Damen

HC Bremen — TuS Komet Arsten