Beachhandball Nationalmannschaft: Matthew Wollin zeigt trickreiche Würfe im Sand
Fliegt spektakulär durch die Luft: Matthew Wollin setzt zum Torwurf an. Der 17-Jährige gewann den Trickshot-Contest der Männer-Nationalmannschaften.

Die Beachhandball-Nationalmannschaften trafen sich in Düsseldorf zu einem Lehrgang. Auch zwei Spieler aus dem Landkreis waren dabei – und hoffen, für die Europameisterschaft im Sommer nominiert zu werden.

In der Handball-Halle zählen sie zu den großen Talenten ihres Vereins – im Sand sind sie sogar schon Nationalspieler: Der in Wildeshausen wohnende Matthew Wollin und Nick Horstmann aus Harpstedt, die beide für den HC Bremen auflaufen, nahmen am Wochenende mit den vier Beachhandball-Nationalteams an der Beach-Trophy in Düsseldorf teil.

„Dieses Event war auch für uns alle sowie die Verantwortlichen neu, aber auf jeden Fall eine coole Sache“, erzählt der 17-Jährige Matthew Wollin, der beim TV Neerstedt mit dem Handballspielen angefangen hat und 2018 zum HC Bremen wechselte: „Die Beach-Trophy war definitiv ein interessantes Format, wenngleich es für uns Spieler doch mehr den Charakter eines Lehrgangs hatte“, fügt der Schüler hinzu.
350 Tonnen Sand
Für den Lehrgang waren im Vorfeld einige Hürden zu nehmen. Schauplatz war die „Mitsubishi Electric Halle“, in der aus 350 Tonnen Sand ein professioneller Court errichtet worden war. Diesen nutzten zunächst die Beachhandballer, bis zum 13. Februar folgen nun noch die Beachvolleyballer. Im Turnier der Handballer traten die Nationalmannschaften der Frauen und Männer sowie die männlichen und weiblichen Perspektivteams (U 17) – aufgeteilt jeweils in ein Nord- und Süd-Team – gegeneinander an.

Dem Turnier zugrunde lag ein umfassendes Hygiene- und Infektionsschutzkonzept, das unter anderem eine mehrfache Testung auf COVID-19 der Beteiligten vorsah. „Wir sind vor dem Lehrgang alle getestet worden und mussten danach erstmal in Isolation“, erzählt Matthew. Erst nach dem negativen Testergebnis konnte am nächsten Tag das Training aufgenommen werden. „Das war schon ein recht aufwendiges Prozedere mit den Tests. Aber dadurch konnte man sich dann auch sicher fühlen“, sagt Nick Horstmann.

Wechsel nach Bremen
Der 16-Jährige begann mit dem Handballspielen beim Harpstedter TB und fand über seinen damaligen Regionsauswahltrainer Nils Kruse den Weg zum HC Bremen. Dort spielt er nun schon seit 2017. Spezialisiert auf die Sandvariante hat sich der Sportler eigentlich nicht, „doch in Bremen spielt der Beachhandball schon eine größere Rolle und wird von den Trainern gerade im Sommer besonders eingebracht“, erzählt Nick.

Für den 16-Jährigen war die Beach Trophy in Düsseldorf bereits die dritte Lehrgangsmaßnahme im Perspektivteam des DHB. In der Auswahl von U-17-Bundestrainer Marten Franke ist er einer von drei Linkshändern. Auch Franke kommt aus dem Landkreis (Dötlingen), ist als Spieler und Vereinstrainer für den HC Bremen im Einsatz. Die Leistungen seines Schützlings bewertet Franke überaus positiv: „Nick hat gezeigt, dass er sich gut entwickelt hat.“ Das wird der 16-Jährige gerne hören, denn für das Jahr 2021 hat er ambitionierte Ziele, was den Beachhandball angeht. Größte Herausforderung dürfte die Europameisterschaft sein. Diese hätte eigentlich schon im vergangenen Jahr in Italien stattfinden sollen, wird nun aber vom 8. bis 11. Juli in Bulgarien nachgeholt. „Ich hoffe natürlich, dort dabei zu sein“, blickt der Harpstedter voraus.

Der Jüngste im Team

Auch Matthew Wollin wünscht sich, für die Europameisterschaft im Sommer nominiert zu werden. Der 17-Jährige zählt bereits zur Männer-Auswahl von Bundestrainer Konrad Bansa und ist dort der Jüngste. „Ein paar Lehrgänge habe ich schon mitgemacht, deswegen kenne ich auch einige Spieler“, erzählt Matthew.
Die Beach Trophy in Düsseldorf wird der sprungkräftige Rückraumspieler nicht nur wegen der ungewöhnlichen Umstände in Erinnerung behalten. Denn beim Trickshot-Contest – ein Wettbewerb, der neben den normalen Einheiten und Trainingsspielen veranstaltet wurde – konnte sich der Wildeshauser gegen all seine Mitspieler behaupten. Bei diesem Contest mussten sich die Handballer für die Aktion vor dem Torwurf neben Pirouetten oder Kempawürfen noch ausgefallenere Dinge überlegen. „Zum Beispiel eine doppelte Drehung oder spektakuläre Flugeinlage“, erklärt Matthew. Er meisterte diese Aufgabe am besten – und setzte sich im Finale gegen Niklas Haupt mit einem Abstimmungsergebnis von über 70 Prozent recht deutlich durch. Das Voting übernahmen übrigens die Zuschauer, die das Event in einem Livestream verfolgten. „Mit insgesamt 600 000 Aufrufen und in der Spitze 10 000 Usern im Stream konnte sich die Sportart einer großen Zielgruppe präsentieren“, zeigt sich der DHB zufrieden. „Dass wir so viele Zuschauer haben würden, hätten wir auch nicht gedacht“, ergänzt Matthew.

 

Video vom Trickshot-Contest

 

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