Nordlichter feiern siebten Platz
Deutsche Beachhandballer überzeugen bei Beach Tour Finale trotz unglücklicher Niederlage im Viertelfinale. Am Ende belegen sie den siebten Rang.

Stare Jablonki. Nur wenige Sekunden fehlten den Nordlichtern, um beim Finale der European Beach Tour im polnischen Stare Jablonki ins Halbfinale einzuziehen. Und ob das Aus überhaupt regulär war, bezweifelten die Beachhandballer. Mindestens unglücklich war es auf jeden Fall. Gegen den kroatischen Vertreter Detono Zagreb entschieden die Norddeutschen, in deren Kader unter anderem die beiden gebürtigen Harpstedter Maurice Dräger und Hendrik Sander sowie der zuletzt für die TS Hoykenkamp spielende Jonas Jochims standen, die erste Hälfte für sich und gingen mit 1:0 in Führung. Im zweiten Satz führten sie bis vier Sekunden vor Schluss und kassierten dann noch einen Treffer. Doch der Reihe nach.

Die Nordlichter reisten nur mit einem Rumpfkader von sieben Mann an, da kurzfristige zwei Spieler absagen mussten. Zudem weilten die Oberliga-Aufsteiger der HSG Delmenhorst auf Mannschaftsfahrt. Zum üblichen Nordlichter-Kader gehören mit Frederic Oetken, Ole Goyert, Stefan Timmermann und Jonte Windels gleich vier Delmenhorster.

Sander, der zuletzt für den TV Neerstedt aktiv war, lobte die Organisation des Turniers in Polen. „Die war überragend. Wir waren bei EBT-Finals ja noch nicht, sondern nur bei normalen Turnieren. Das war schon eine ganz andere Hausnummer hier. Die Organisatoren haben ein Stadion mit 2500 Plätzen direkt an einem See aufgebaut“, berichtete er. Im anliegenden Hotel waren alle Beachfinalisten der Frauen- und Männerkonkurrenz untergebracht. „Es war für alle zusammen ein tolles Event“, sagte Sander. Zudem habe das Wetter mit Temperaturen von durchgehend rund 30 Grad mitgespielt. „Die Atmosphäre war an sich auch gut, schade, dass beide polnischen Teams in der Vorrunde rausgeflogen sind. Als die beiden um Platz neun gespielt haben, waren fast 2000 Zuschauer im Stadion“, so Sander.

Gut mitgehalten

Aufgrund des Rumpfkaders hatten es die Nordlichter schwer, dennoch hielten sie gut mit. Gegen den serbischen Vertreter unterlagen die Deutschen glatt mit 0:2, konnten sich im zweiten Spiel gegen das polnische Team jedoch behaupten. Es folgten zwei knappe Niederlagen gegen den späteren Sieger aus Spanien sowie ein kroatisches Team, bevor die Nordlichter mit einem Erfolg über die Schweiz den Viertelfinaleinzug perfekt machten. „Gerade bei den hohen Temperaturen hat man unseren dünnen Kader natürlich gemerkt, sodass wir nicht durchgehend auf hohem Niveau spielen konnten“, meinte Sander. Dennoch unterlagen die Nordlichter den Spaniern erst im Shootout. „Wir können mit der Leistung und dem siebten Platz schon zufrieden sein“, resümierte Sander. Auch wenn mehr möglich gewesen wäre: „Das Halbfinale wäre schon toll gewesen, das hat lange kein deutsches Team mehr geschafft. Und das Aus war eben mehr als unglücklich“, blickte Sander positiv zurück. Doch was war passiert?

Nach einem souveränen Sieg im ersten Durchgang führten die Nordlichter nach ein paar Minuten auch in Satz zwei deutlich mit 14:6. Aber dann kassierte Jochims eine Rote Karte. „Wir haben uns das später noch mal auf Video angeschaut und auch mit der deutschen Delegation besprochen. Die Rote Karte war unberechtigt“, betonte Sander. Die Schiedsrichter werteten eine Blockaktion als hartes Foul. „Wir haben dann versucht, die Partie runterzuspielen, aber die Luft ist uns ausgegangen“, berichtete Sander. Eine Minute vor Schluss lagen die Nordlichter mit drei Punkten vorn. Treffer nach Piroutten, per Kempa-Trick oder vom Torwart zählen zwei Punkte, normale Treffer einen. Vier Sekunden vor Schluss führten die Nordlichter noch mit einem Punkt, und die Kroaten nahmen eine Auszeit. Im Anschluss warf der kroatische Torwart, Colin Räbiger im Kasten der Nordlichter rutschte der Ball durch die Finger. Doch eine Schiedsrichterin zeigte bereits an, dass die Uhr abgelaufen war, die Deutschen stürmten auf das Feld und jubelten über den Halbfinaleinzug. Die Freunde währte allerdings nur zehn Sekunden. Dann kam ein Delegierter und wertete den letzten Wurf als Treffer, sodass es ins Shootout ging, das die Kroaten gewannen. „Die Schiedsrichter haben einen Review abgelehnt, ein Einspruch hätte 500 Euro gekostet. Wir haben wir kurz nachgedacht, aber dann verzichtet“, so Sander. Und so scheiterten die Nordlichter um Haaresbreite im Viertelfinale.

Nächste Spieltermine

 

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1. Herren

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D-Jugend

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B-Jugend

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19:30
1. Herren

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