Beachhandball: Über Damp und Düsseldorf nach Varna: Jugend-Nationalmannschaft auf dem Weg zur Beach-EM

Nach anderthalb Jahren des Hoffens und Wartens sowie zweimaliger Verlegung ist es in drei Wochen endlich soweit: Für die männliche Jugend-Nationalmannschaft des Deutschen Handballbundes steht die Teilnahme an den Beachhandball-Europameisterschaften (08. bis 11. Juli in Varna/Bulgarien) an. Bei den Damp Beach Open sammelte die U17-Auswahl von Nationaltrainer Marten Franke nun ihre erste Wettkampferfahrung. Unter dem Namen „Beach Eagles“ angetreten, zog die junge Mannschaft ins Halbfinale des Männer-Turniers ein.
„Dieses Turnier war für die Jungs eine extrem wichtige Erfahrung“, zog Nationaltrainer Franke ein positives Fazit. „Wir konnten auf einem hohen Niveau viele Spiele bestreiten und haben auch selbst von Anfang an ein hohes Level an Spielqualität gezeigt.“

Abgesehen von internen Spielen im Training oder bei der German Beach Trophy im Januar bestritt die Jugend-Nationalmannschaft in Damp ihren ersten Wettkampf. Bis auf Philipp Alt, der mit den Rhein-Neckar Löwen im Final Four um die Deutsche Meisterschaft der B-Jugend gefordert war, reisten alle Spieler mit Franke an die Ostsee, die voraussichtlich auch in Bulgarien dabei sein werden.

In der Vorrunde mussten sich die Beach Eagles gegen den Deutschen Meister Beach & Da Gang sowie den späteren Finalisten Beachmopeten geschlagen geben, doch die Siege gegen die Beachraptors sowie Torpedo Tannenkrug reichten für den Einzug ins Viertelfinale.

„Gegen Beach & Da Gang haben ein paar Kleinigkeiten gefehlt – und die Beachmopeten haben uns in der ersten Halbzeit dann ganz klar die Grenzen aufgezeigt“, fasste Franke zusammen, der dennoch nicht unzufrieden war: „Ich muss den Jungs ein Lob für die überragende zweite Halbzeit aussprechen. Sie haben es geschafft, den katastrophalen ersten Satz abzuhaken. Das ist ein wichtiger Lerneffekt.“
Unsere Abschlussqualität muss besser werden.

Im Viertelfinale setzten sich die Eagles gegen die SG Schurwald durch, bevor im Halbfinale erneut die Beachmopeten zu stark waren. „Wir haben generell im Turnierverlauf zu viele Chancen ausgelassen“, monierte Franke. „Unsere Abschlussqualität, gerade in Drucksituationen, muss besser werden.“

Im kleinen Finale kam es zum erneuten Aufeinandertreffen mit Beach & Da Gang – und im zweiten Duell gelang es den Eagles, den Deutschen Meister ins Shoot Out zu zwingen. Beide Sätze endeten extrem knapp – während der erste im Golden Goal verloren ging, bewahrten die DHB-Talente im zweiten Satz die Nerven und setzten Sekunden vor dem Ende den entscheidenden Punkt.

„Wir haben einen Lerneffekt aus dem ersten Satz direkt umsetzen können“, freut sich Franke über die Entwicklung. „Diese Erfahrung ist sehr wertvoll, denn auch bei der Europameisterschaft werden wir Spiele haben, die Spitz auf Knopf stehen.“

Über Düsseldorf nach Varna

Die Teilnahme an den Damp Beach Open war der erste Härtetest für seine Auswahl – die Generalprobe folgt in der nächsten Woche, wenn die Nachwuchstalente bei der Deutschen Meisterschaft auf die besten Männer-Teams der vergangenen Jahre treffen. „Wir können uns mit den Besten Teams messen und wollen dort einen richtig guten Wettkampf spielen“, gibt Franke die Richtung vor.

Bis zur Europameisterschaft steht für die Talente ein straffes Programm an: Nach dem vergangenen Wochenende in Damp folgt an diesem Wochenende eine anderthalbtägige Maßnahme in Kelkheim (Hessen) als Vorbereitung auf die Deutschen Meisterschaften (25. bis 27. Juni). Nach einer kurzen Atempause versammelt Franke sein Team anschließend im rheinland-pfälzischen Irmenach. Von dort bricht das Team am 07. Juli nach Varna auf.

Bei der Europameisterschaft trifft das deutsche Team in der Vorrunde auf Norwegen und Slowenien. „Eine interessante Gruppe“, urteile Franke nach der Auslosung (hier nachzulesen). „Beides sind sehr große Handballnationen und ich denke, dass wir entsprechend auf sehr gut ausgebildete Hallenhandballer treffen. Ich hoffe einfach, dass wir beachhandballerisch schon ein bisschen weiter sind, weil wir da schon mehr Erfahrung haben.“

Nach den zwei Verschiebungen des Turniers im vergangenen Jahr freut sich der 26-Jährige einfach, dass es für seine Talente ernst wird. „Die Jungs sind alle heiß und die Vorfreude steigt“, betont Franke. Und das Ziel ist unabhängig von den Gegnern gesetzt: Der Einzug ins Halbfinale und damit die Qualifikation für die Jugend-Weltmeisterschaft 2022.

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