Damen: Große Vielfalt im Kader macht Hoffnung
Die Landesliga-Handballerinnen des HC Bremen stellen sich neu auf – drei Abgänge schmerzen

Bremen. Mit lediglich einer Niederlage aus 15 Spielen führten die Spielerinnen des HC Bremen die Tabelle der Handball-Landesklasse (Krage) der Frauen souverän an – und waren vom vorzeitigen Saisonabbruch aufgrund der Covid-19-Krise dementsprechend enttäuscht. „Das hat uns ziemlich hart getroffen“, resümiert HC-Trainerin Andrea Wiegandt, „denn zu dem Zeitpunkt sah es so aus, als würden wir der Meisterschaft immer näher kommen und befanden uns quasi auf der Zielgeraden.“

Wiegandt zeigt sich davon überzeugt, dass die letzten Spiele durchaus spannend geworden wären: „Kurz vorher hatte der TSV Morsum ja nochmal ein Zeichen gesetzt und bewiesen, dass wir nicht unschlagbar sind“, sagt sie mit Blick auf die einzige Pleite gegen den ärgsten Konkurrenten. Dennoch sei sie sich sicher, „dass wir uns die Meisterschaft nicht mehr hätten nehmen lassen, deshalb ist es umso trauriger, dass dieser emotionale Moment für uns entfallen ist“.

Vor allen Dingen den drei Spielerinnen, die den Verein nun verlassen werden, hätte die Trainerin einen etwas schöneren Abschied gegönnt. Mit Dana Beckmann kehrt die vor zwei Jahren neu gewonnene Kreisläuferin zurück zum SV Werder Bremen. „Dana hatte sich super in die Mannschaft integriert“, zeigt sich Andrea Wiegandt betrübt, „deshalb sind wir sehr traurig über die Entscheidung, können es aber nachvollziehen.“ Dass es jemanden irgendwann zurück zum Heimatverein ziehe, sei heutzutage keine Seltenheit und völlig verständlich, betonte Wiegandt.

Auch Katharina Kühne wird ihr Amt als ­Torwarttrainerin beim HC Bremen zur kommenden Saison niederlegen. Sie spielt noch in der Oberligamannschaft der SG Findorff, und in Kombination mit ihrem Beruf war der Aufwand nicht mehr tragbar. „Wir sind unglaublich dankbar für ihr Engagement und ihre Expertise, die sie unseren beiden Torhüterinnen vermittelt hat“, versicherte Wiegandt, „wenn man die Entwicklung unserer beiden Keeper in den letzten zwei Jahren ­betrachtet, kann man davor nur den Hut ziehen.“

Ein Abgang, der Wiegandt auf eine etwas andere Art und Weise getroffen hat, ist der von Julia Webner. „Jule ist seit vielen Jahren fester Bestandteil in Hastedt“, hebt die Trainerin wehmütig hervor, „und sie hat sich in den ver­gangenen Jahren immer in den Dienst der Mannschaft gestellt.“ Das Mannschaftsgefüge habe bei Webner immer an erster Stelle gestanden, mit viel Herzblut habe sie dafür gesorgt, dass es dem Team auch außerhalb des Spielfeldes an nichts gefehlt habe. „Nun hat sie sich entschieden, ein neues Abenteuer zu beginnen“, zeigt sich Wiegandt dennoch verständnisvoll über Webners Rückkehr zum SV Werder.

„Wir wünschen allen dreien weiterhin alles Gute und werden ihre Wege verfolgen“, betont Wiegandt – zudem sei eine Rückkehr „natürlich zu keinem Zeitpunkt ausgeschlossen“. Zwar hätte sich die Mannschaft lieber in einem etwas würdigerem Rahmen verabschiedet, meint die Trainerin, „bei einer weltweiten Pandemie ist das für uns aber natürlich nur das kleinere Übel gewesen und man wird schnell auf den Boden der Tatsachen geholt“. In erster Linie seien Wiegandt und ihre Spielerinnen nun zunächst „froh, dass wir bis heute gesundheitlich alle gut durch diese ungewohnte Zeit gekommen sind, und das wollen wir auch zukünftig beibehalten“. Deshalb seien sie aktuell auch nicht in die Vorbereitung eingestiegen.

Wiegandt und ihr neu formiertes Team gehen davon aus, dass es keinen Saisonstart im Amateurbereich vor der Bundesliga geben werde. „Das bedeutet für uns, dass wir vor ­Oktober auch keine Punktspiele haben“, glaubt die Trainerin, „und wir werden auch erst Anfang August in die Vorbereitung starten.“ Hätten sie beim HC Bremen jetzt schon angefangen, begründet Wiegandt die Entscheidung, „wäre die Vorbereitungszeit enorm lang, und da wir versuchen, die Intensität weiter hoch zu halten, werden wir später beginnen“.

Mittlerweile haben die im Spieltrieb miteinander kooperierenden Handballverbände Bremen und Niedersachsen die Starttermine für die Spielzeit 2020/21 grob terminiert: Die Landesligen und die Landesklassen beginnen mit dem Punktspielbetrieb am 24./25. Oktober. In der kommenden Saison werde das Team weiter an sich arbeiten, sagte Wiegandt. „Es ist mir wichtig, mit der Mannschaft immer ein Stück weiter zu kommen, an Fehlern und Schwächen zu arbeiten und unsere Stärken weiter auszubauen.“

Das Team lebe von einer hohen Vielfalt im Kader, die es auch in der kommenden Saison nutzen wolle. „Wir wollen versuchen, an unsere Leistung aus der vergangenen Spielzeit anzuknüpfen und immer wieder eine Schippe draufzulegen“, versichert Wiegandt, „wo wir dann am Ende der Spielzeit landen werden, spielt für uns erst einmal keine Rolle.“ Auch in der Landesliga würden Team und Trainerin von Spiel zu Spiel denken, „mit dieser Taktik sind wir ja bisher gut gefahren“, so Wiegandt.

Derzeit lasse sich in Sachen Neuzugänge noch keine konkrete Aussage treffen, erläutert Wiegandt, deren Trainerteam in der kommenden Spielzeit ein anderes Gesicht haben werde. „Zur neuen Saison wird sich Mark Franke dem Trainerstab anschließen“, kündigt sie an, „er hatte die Mannschaft des HC bereits vor einigen Jahren trainiert, legte dann eine Verschnaufpause ein, um jetzt voller Tatendrang wieder durchzustarten.“ Franke werde Wiegandt unterstützen, die von Marissa Deters die Rolle als Spielertrainerin übernehmen wird. Deters werde Team und Trainerin in der Landesliga nur zeitweise unterstützen können, da sie ab Januar eine Auszeit in Form einer Reise anstrebe. „Mit Nele Ahlers, die uns weiterhin als Physiotherapeutin unterstützen wird, ist unser Trainerstab komplett“, sagt die Trainerin.

Nächste Spieltermine

 

20:00
1. Herren

HC Bremen — SG VTB/Altjuehrden

9:00
D-Jugend

ATSV Habenhausen — HC Bremen

16:00
B-Jugend

HC Bremen — TV Bissendorf

19:30
1. Herren

HC Bremen — TSG Hatten-Sandkrug

13:30
B-Jugend 2

HV Lueneburg — HC Bremen