Herren: Am Ende macht es der Boss selbst
HC-Spielertrainer Marten Franke trifft Sekunden vor Schluss zum 30:29-Derbysieg über Schwanewede

Bremen. Das sind die Momente, für die Marten Franke seinen Handballsport so liebt. Für die der Spielertrainer des Oberligisten HC Bremen auch wie geschaffen ist. Die finale Situation war dem 25-Jährigen beim 30:29 (15:18)-Auswärtssieg bei der HSG Schwanewede/Neuenkirchen auf jeden Fall perfekt auf den Leib geschneidert. 13 Sekunden waren noch zu spielen, als Franke beim Spielstand von 29:29 eine Auszeit nahm und mit dem siebten Angreifer alles riskierte.
Antonio Berdar ging als Keeper vom Feld, dafür kam mit Max Laube ein zusätzlicher Kreisläufer rein. „Wir wollten über die Außenpositionen kommen, aber das ging schief, weil Schwanewede dort gut verdichtet hatte“, erklärte Franke seine ursprüngliche Taktik. Neben ihm gab Lennart Koppe die Verantwortung ebenfalls weiter, weil er gegen den Zwei-Meter-Mann Nils Goepel keine Chance zum Torwurf sah.
Und was macht Marten Franke, wenn der Matchplan nicht aufgeht und sich vor ihm Torben Lemke, mit 2,04 Meter Körperlänge der größte Deckungsspieler der „Schwäne“, aufbaut? Richtig, er greift zu Plan B! Der Mann mit der Rückennummer neun holte gewaltig aus und pfefferte das Spielgerät per Stemmwurf schnörkellos und mit brachialer Gewalt rechts oben in den Winkel des HSG-Tores zum 30:29-Endstand.
Da hatte der starke Schwaneweder Keeper Niklas Planck nicht den Hauch einer Chance. „Der Platz in der Mitte musste sich zwangsläufig ergeben, außerdem hatte ich die verbliebene Zeit in etwa mitgezählt“ gab Franke überglücklich zu Protokoll. Kaum war das Runde im Eckigen, ertönte auch schon die Schlusssirene und es bildete sich eine HC-Jubeltraube.
„Derbysieg, Derbysieg!“, johlten und tanzten die Erfolgreichen und mit Ihnen feierte zumindest ein Teil der 500 Fans, die sich das Nachbarschaftstreffen nicht entgehen lassen wollten. Dabei steht für den HC Bremen das echte Derby ja erst am kommenden Sonnabend, 7. März,  ins Haus, wenn es um 19.30 Uhr am Jakobsberg gegen den neuen Spitzenreiter ATSV Habenhausen geht.
Natürlich hatten die Gäste am Ende einen Riesendusel gehabt. Solch einen, dass sie sich nach dem Abpfiff eigentlich direkt an die Spieltische ihres Trikotsponsors (Casino Bremen) hätten setzen müssten. „Das war aber auch irgendwie der Ausgleich für die erste Hälfte, in der bei uns genug schiefgegangen war“, meinte Marten Franke.
Tatsächlich fehlte seinem Team zunächst beim Abschluss hier und da das Glück. Andererseits hatte dem aber auch der starke „Schwäne“-Innenblock nebst des starken HSG-Keepers Niklas Planck eine Torchance nach der anderen wegeblockt, respektive abgeknöpft. Vier Konter und zwei weitere schnelle Mitten der Hausherren setzten dem HC Bremen in der ohnehin temporeichen Partie zusätzlich zu, so dass der Drei-Tore-Pausenvorsprung der HSG Schwanewede/Neuenkirchen völlig verdient war.
Einer der Bremer, bei dem es schon da gut lief, war der Kreisläufer Jorrit Latacz. Weil Felix Fietze fehlte und Max Laube krankheitsbedingt angeschlagen war, stand Latacz gegen seinen Ex-Klub von Beginn an auf dem Feld. „Ich war aufgeregt ohne Ende“, gab der sechsfache Torschütze zu, der auch noch zwei Siebenmeter herausholte. „Jorrit hat einen Job super gemacht und sich selbst belohnt“, klopfte ihm der HC-Coach verbal auf die Schulter.
Nichtsdestotrotz deutete beim 25:20 zugunsten der HSG Schwanewede/Neuenkirchen nichts auf eine Wende hin, zumal Marten Franke just da auch noch mit einem Strafwurf an Jan Tholen scheiterte (46.). Mit der Hereinnahme des guten Antonio Berdar für Luca Prieß ins Tor und der nun immer offensiver ausgerichteten Abwehr traf der HC Bremen die Niedersachsen am richtigen Nerv. Fünf Minuten vor Schluss verwandelte der HC-Linksaußen Paul Schröder einen Konter nach einer Berdar-Parade zum 27:27, danach drehte Marten Franke den Spieß mit einem aus dem vollen Lauf abgefeuerten Wurf zum 28:27 erstmals im zweiten Durchgang um.
„Wir haben uns den Sieg mit unserem Kampf und der besseren zweiten Hälfte verdient“, war Marten Franke überzeugt. Als ob es eines Beweises bedurfte, deutete er auf die Anzeigetafel: „Wir haben nach der Pause nur elf Gegentreffer zugelassen, das war stark.“


HC Bremen: Prieß, Berdar; Schröder (6), Laube, Schupp (2), Helbig, Franke (6/2), Brune, Grieme (3), Koppe (4), Heller (2), O. Fietze (1), Latacz (6)

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