Herren: Derbysieg nach glänzender erster Hälfte
Oberliga-Handballer des HC Bremen feiern 33:30-Erfolg über die HSG Schwanewede/Neuenkirchen

Bremen. Der HC Bremen mausert sich in der Handball-Oberliga der Männer so langsam zum Team der Stunde. Auch ohne ihren verletzten Spielertrainer Marten Franke, den ein Anriss des Innenbandes im Knie stoppte, fuhren die Bremer mit dem 33:30 (21:13) den vierten Sieg in Folge ein und hievten sich damit zumindest am Sonnabend auf den zweiten Tabellenplatz. Eine Position, auf die nach der schleppenden Anfangsphase der Saison kaum zu hoffen war.

Trotz aller Zufriedenheit über die insgesamt gute Vorstellung seines Teams wollte Marten Franke diese Momentaufnahme natürlich auch nicht überbewerten: „Wir wussten, dass wir ein sehr schweres Auftaktprogramm hatten, waren aber genauso davon überzeugt, dass wir es jedem Gegner schwer machen können. Wir wollten aus vier Spielen mindestens vier Punkte holen, jetzt sind es optimale acht geworden, was für die Mannschaft spricht. Wir wissen, wo wir stehen.“

Genau dieses Wissen, war es wohl auch, was für die Spieler des HC Bremen Motivation genug war, den Ausfall ihres Leitwolfes auf dem Feld zu kompensieren. Den Schwanewedern gelang es dagegen nicht, ihren zurzeit wichtigsten Führungsspieler Marco Wilhelms zu ersetzen. Die Bremer rannten, kämpften und spielten, dass es für die Fans in der Heimhalle am Jakobsberg eine reine Freude war – zumindest in der ersten Hälfte. „Einer wunderbaren ersten Hälfte folgte ein schwache zweite“, brachte es Franke auf den Punkt.

Starker Torwart Luca Prieß

Besonders der Bremer Angriff erwies sich in den ersten 30 Minuten als herausragend. „Wir wollten den Innenverband der Schwaneweder ordentlich in Bewegung bringen“, sagte Franke. Dies gelang seinen flinken, wendigen Spielern mit zahlreichen Kreuzbewegungen bestens. Dadurch rückten auch die Kreisläufer Max Laube, Jorrit Latacz und Felix Fietze deutlich mehr in den Fokus. Besonders Felix Fietze nutzte dies zu sieben Toren.

Im Rückraum stopften Lennart Koppe und Gabriel Schupp die durch den Franke-Ausfall entstandene Lücke und übernahmen Verantwortung. Koppe auf Halblinks gefiel besonders in der Anfangsphase mit seinen Treffern. Zehn verschiedene Torschützen machten den HC Bremen zudem sehr schwer ausrechenbar.

Aber auch in der Verteidigung setzten die Bremer größtenteils ihre Absprachen um und konnten zudem auf einen sehr starken Luca Prieß im Tor vertrauen, der diesmal gegen seinen Ex-Verein 60 Minuten lang durchspiele und ganz besonders motiviert schien. Über 3:1 (3.), 8:3 (10.) und 17:9 (23.) zogen die Gastgeber zur glasklaren 21:13-Halbzeitführung davon. „Wir wollten eigentlich bei maximal 20 Gegentoren bleiben, hätten also durchaus noch etwas stabiler stehen können“, sagte Franke.

Doch nach Wiederanpfiff schien sich diese klare Führung eher lähmend auf die Bremer auszuwirken. Die Schwaneweder kamen zudem stärker auf. „Das war wohl eher ein Kopfproblem“, befand Marten Franke. Seine Spieler leisteten sich nun eine Vielzahl technischer Fehler. „Teilweise haben wir die Bälle einfach weggeworfen und die Schwaneweder damit wieder eingeladen. Da merkte man dann doch, dass wir eine sehr junge Mannschaft haben, der in manchen Situationen einfach noch die Cleverness fehlt“, so Franke. Einmal noch lag der HC beim 28:19 durch einen Siebenmeter von Ole Fietze mit neun Toren vorn (43.), danach schmolz der Abstand zusehends zusammen. Nach dem letzten Treffer von Felix Fietze lag der HC noch mit 33:28 vorn (59.), bevor Schwanewedes Marc Blum mit einem Doppelschlag noch zum Endstand verkürzte.

Der HC Bremen tritt jetzt am kommenden Sonnabend im Derby beim ATSV Habenhausen an, der zurzeit hinter dem Franke-Team steht. Der ATSV bleibt für Marten Franke trotz der erstaunlichen Niederlage bei der HSG Barnstorf/Diepholz aber der klare Favorit. „Trotzdem kann Habenhausen im direkten Vergleich mit Spitzenreiter Cloppenburg wieder alles gerade biegen. Wir wissen natürlich, dass es sehr schwer werden wird, aber wir sind definitiv nicht chancenlos.“ Franke geht davon aus, dass er nicht dabeisein wird und muss zudem auf Torwart Antonio Berdar verzichten, dem der Blinddarm entfernt werden musste.

HC Bremen: Prieß; Felix Fietze (7), Schröder (2), Laube (1), Schupp (5), Helbig, Brune (1), Kai Wiezorrek, Grieme, Koppe (5/1), Heller (1), Ole Fietze (5/3), Jan Wiezorrek (4), Latacz (2).

Nächste Spieltermine

 

17:15
1. Damen

Elsflether TB — HC Bremen

18:00
1. Herren

TuS Haren — HC Bremen

19:30
A-Jugend

HC Bremen — TSG Altenhagen-Heepen

15:00
2. Damen

TS Woltmershausen — HC Bremen

17:30
2. Herren

HC Bremen — SV Werder