mJA: Das Hobby einfach mal zum Beruf gemacht
Tim Schulenberg ist nicht nur Handball-Trainer der Bundesliga-A-Jugend vom HC Bremen, sondern auch Lehrer und neuerdings A-Lizenz-Inhaber

Leicht zu packen ist dieser Tim Schulenberg nicht. „Kann grad nicht sprechen“, smst er per Whatsapp, als die Anrufe partout ins Leere gehen. „Am Nachmittag passt es besser“, schreibt er weiter. Aber er hält Wort, einige Stunden später steht er dann wirklich Rede und Antwort. Schulenberg, 35, darf sich durchaus Tausendsassa nennen, wenn es um seinen Sport geht, den Handball. Denn der regiert tatsächlich seine Welt.
Beim HC Bremen/Hastedt ist er Trainer der Bundesliga-A-Jugend, beruflich ist er im Lehrer-Trainer-Modell in der Schule Ronzelenstraße im Bereich Leistungsförderung Handball verankert. Und seine A-Lizenz als Trainer hat er auch noch gerade erworben. Damit könnte er theoretisch sofort einen Handball-Bundesligisten trainieren. Aber nur theoretisch, denn praktisch ist Schulenberg mit Leib und Seele Trainer beim HC Bremen und Lehrer-Trainer in der Schule.
Doch auch wenn er in Bremen arbeitet, so als richtiger Bremer fühlt er sich nicht. Schulenberg ist in Neerstedt aufgewachsen, „das kennen Sie garantiert nicht“, fügt er gleich an. 1430 Einwohner, nördlich von Dötlingen gelegen, ganz in der Nähe von Wildeshausen. Jeden lieben Tag pendelt Schulenberg mit dem Auto in die Hansestadt, „aber die Staus momentan nerven schon“, sagt er. Aber Neerstedt ist seine Heimat, hier hat er eine Familie gegründet und sich ein altes Bauernhaus renoviert.
Das mit dem Handball wurde ihm quasi in die Wiege gelegt. Mutter und Vater Handballer, also warf auch der kleine Tim schon mit vier Jahren den Ball aufs Tor. Das machte er ganz gut, mit dem TV Neerstedt spielte er später in der Dritten Liga, Schulenberg meist im Rückraum Mitte. Er wurde schon mit 15 Jahren Jugendwart und übernahm schnell Verantwortung. Eine Qualität, die ihm später sehr nützlich sein sollte. Denn an der Uni Bremen lernte er während des Studiums (Sport und Geschichte auf Lehramt) Lutz Müller kennen, damals Universitätslektor im Institut für Sportwissenschaft/Sportpädagogik.
Müller machte ihn auf das Lehrer-Trainer-Modell an der Ronzelenstraße aufmerksam. Nach dem Referendariat hatte er sich 2014 auf eine der fünf Stellen beworben – und bekam eine Zusage. Jetzt arbeitet er zu 50 Prozent als Lehrer in der Oberstufe, wo er für die Sport-Leistungskurse verantwortlich ist. Die anderen 50 Prozent setzt er für seinen Job als Landestrainer im Bremer Handballverband ein, zuständig für die Leistungsförderung. Handball also rund um die Uhr, was Schulenberg als Glücksfall bezeichnet. „Ich habe es tatsächlich geschafft, mein Hobby zum Beruf zu machen.“
Beim HC Bremen ist er jetzt im dritten Jahr verantwortlich für die Bundesliga-A-Jugend. Die Idee für diese Mannschaft war dem Umstand geschuldet, dass es für viele Bremer Auswahlspieler keine Anschlussförderung in den Bremer Vereinen gab. Mit der Folge, dass viele talentierte Spieler die Stadt verließen. Diesen Spielern hat Schulenberg jetzt eine Perspektive gegeben, er hat jetzt quasi eine Bremer Landesauswahl unter seinen Fittichen. Damit das so bleibt, muss der HC Bremen in dieser Saison unter den ersten sechs Teams in der Tabelle landen, das wäre die direkte Qualifikation für die neue Staffel. „Und im Moment sieht es sehr gut aus“, sagt der Trainer.

Nächste Spieltermine

 

17:15
1. Damen

Elsflether TB — HC Bremen

18:00
1. Herren

TuS Haren — HC Bremen

19:30
A-Jugend

HC Bremen — TSG Altenhagen-Heepen

15:00
2. Damen

TS Woltmershausen — HC Bremen

17:30
2. Herren

HC Bremen — SV Werder