mJA: Tim Schulenberg bringt Hobby und Beruf unter ein Dach
Der Dötlinger trainiert auch die erfolgreiche Bundesliga-A-Jugend des HC Bremen. Seine Aufgaben machen ihm Spaß.
Dötlingen /Bremen Als Spieler beim TV Neerstedt kannte er schon so ziemlich jede Handballhalle im Nordwesten – als Trainer reist Tim Schulenberg mittlerweile durch die gesamte Republik: Der 35-Jährige trainiert die A-Jugend des HC Bremen und hat sich mit seiner Mannschaft für die Meisterrunde in der Jugend-Bundesliga qualifiziert.
„Das ist ein sensationeller Erfolg für die Jungs und Lohn für die harte Arbeit zugleich“, freut sich Schulenberg über das Abschneiden seiner Truppe. In der Bundesliga-Vorrunde waren insgesamt 40 Mannschaften in vier Zehnerstaffeln angetreten. Die Bremer schafften in der Gruppe Nord-Ost nach einem Wimpernschlagfinale als Tabellenvierter die Qualifikation – und das nur wegen des besseren direkten Vergleichs gegenüber den punktgleichen THW Kiel und TuSEM Essen. „Sicherlich kam am Ende auch etwas Glück dazu. Aber wenn man sieht, dass wir gegen die direkten Konkurrenten 7:1 Punkte geholt haben, ist es auch verdient“, so der Coach.
Mit TVN in der Oberliga
Der Handballsport wurde Tim Schulenberg praktisch in die Wiege gelegt. Mit vier Jahren warf der Dötlinger schon die Bälle aufs Tor in der Neerstedter Halle. Seinem Heimatverein, dem TVN, blieb er anschließend immer treu. Direkt nach der A-Jugend schaffte Schulenberg den Sprung in die erste Herren, mit der er fast durchgängig in der Oberliga spielte. Sportlicher Höhepunkt für den Rückraumakteur und Spielmacher war die Saison 2009/2010 in der Regionalliga. Weitere Aufgaben als Jugendwart und -trainer übernahm der Handballer ebenso.
Seine aktive Karriere beendete das TVN-Urgestein vor zweieinhalb Jahren. Zu dieser Zeit hatte er sein Hobby indes längst zum Beruf gemacht. Nach seinem Lehramts-Referendariat bekam Schulenberg vor sechs Jahren das Angebot vom Bremer Handball-Verband (BHV), die vakante Stelle als Trainer-Lehrer Handball zu besetzen – und er griff zu. Neben seiner Verbandsarbeit unterrichtet der Dötlinger noch 19 Stunden an der Bremer Oberschule Ronzelenstraße. „Es ist wirklich optimal, wenn man sein Hobby mit dem Beruf verbinden kann. Es ist eine interessante, aber auch anstrengende Aufgabe, die mir großen Spaß macht“, erzählt der A-Lizenzinhaber. Mit seinem Heimatverein fühlt er sich derweil immer noch verbunden. „Ich komme gerne in die Neerstedter Halle zurück“, sagt er. Im Herbst lief er sogar einmal für die TVN-Reserve in der Regionsoberliga auf. „Aushilfsweise“, sagt Schulenberg, „leider habe ich gar keine Zeit mehr, um selbst zu spielen.“
Hohes Trainingspensum
Denn seit vier Jahren ist Schulenberg auch für den HC Bremen tätig. Der 2010 gegründete Verein hat sich zum Ziel gesetzt, den Jugendleistungshandball in Bremen und der Region zu sichern. Die A-Jugendspieler trainieren viermal nachmittags sowie zweimal vormittags im Rahmen des Frühkadertrainings an der Schule. „12 bis 14 Stunden pro Woche“, umreißt Schulenberg das Trainingspensum und betont: „Die Jungs nehmen unheimlich viel in Kauf.“
Aber auch Schulenberg kann sich über mangelnde Beschäftigung nicht beschweren. „Es ist eine große logistische Herausforderung, bei der mich meine Partnerin sehr unterstützt“, sagt der 35-Jährige, der immer noch in Dötlingen wohnt und Vater einer 19 Monate alten Tochter ist. Nachwuchs Nummer zwei ist derzeit unterwegs. Gerade wegen seiner Familie sagt Schulenberg: „Wenn es Momente gibt ganz ohne Handball, bin ich auch mal froh.“
An diesem Samstag dürfte jedoch einmal mehr nur der Sport die erste Geige spielen, denn für die Bremer steht das erste Spiel der Meisterrunde an. Um 17 Uhr stellt sich in der Sporthalle am Jakobsberg direkt kein Geringerer vor als die Füchse Berlin. „Sie sind der Topfavorit auf die Meisterschaft“, weiß Schulenberg. Sein Torwarttrainer Timo Hermann ergänzt: „Die Füchse sind so etwas wie die Crème de la Crème des deutschen Jugendhandballs.“ Hermann kommt ebenfalls aus dem Landkreis (Bookholzberg), sein Sohn Thies spielt im Rückraum der Bremer. Außerdem ist Torhüter Jan Kinner von der HSG Grüppenbühren/Bookholzberg in dieser Saison neu dazugestoßen.
„Die Großen ärgern“
Auch wenn die Bremer im Haifischbecken der Bundesliga eher zu den Underdogs gehören dürften, nehmen sie sich einiges vor. „Wir wollen die Großen ärgern und die eine oder andere Überraschung landen. Dafür haben die Jungs hart gearbeitet“, sagt Schulenberg.
Nächste Spieltermine

 

15:00
2. Damen

TS Woltmershausen — HC Bremen

17:30
2. Herren

HC Bremen — SV Werder

20:00
1. Herren

HC Bremen — SG VTB/Altjuehrden

9:00
D-Jugend

ATSV Habenhausen — HC Bremen

16:00
B-Jugend

HC Bremen — TV Bissendorf