Sportbetrieb ist erst mal gesichert
Zukunft des Hastedter TSV offen

Bremen. Am vergangenen Freitag hat der Vorsitzende des Hastedter TSV, Günther Müller, beim Bremer Amtsgericht den Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt (wir berichteten). Damit ist offiziell angezeigt, dass der Verein seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr ausreichend nachkommen kann. Bereits am Freitag setzte das Gericht die Rechtsanwältin Jennifer Metzler als vorläufige Insolvenzverwalterin ein, die sich noch am gleichen Tag ein erstes Bild von der Lage des Hastedter TSV verschaffte.

Sowohl für die Mitglieder des Hastedter TSV als auch für alle Nutzer der dem HTSV gehörenden Halle Am Jakobsberg hat die Insolvenzverwalterin zunächst eine gute Nachricht. „Nach jetzigem Stand kann der Vereinsbetrieb bis Ende des Jahres aufrechterhalten werden“, sagte Jennifer Metzler auf Anfrage des WESER-KURIER. Das heißt: Die Sportgruppen des HTSV und des HC Bremen sowie die Schulen, die die Halle Am Jakobsberg nutzen, können bis auf Weiteres zu ihren angestammten Zeiten den Übungsbetrieb aufrechterhalten. „Das ist natürlich ganz in unserem Sinn“, sagte Günther Müller und freute sich über diesen Zwischenstand. Gesichert sei, so Jennifer Metzler, bis Jahresende auch der Hastedter Übungsbetrieb in den vom Verein angemieteten Hallen – eine gute Nachricht vor allem für die Turner des Klubs.

Die Insolvenzverwalterin betonte allerdings, dass die Beiträge der HTSV-Mitglieder fürs vierte Quartal benötigt werden, um den laufenden Betrieb gewährleisten zu können. Jennifer Metzler werde die Mitglieder demnächst noch schriftlich informieren, sagte sie. Sie selbst fordert derzeit von vielen Seiten Unterlagen an, mit denen sie die finanzielle Lage des Traditionsvereins überprüfen kann. Parallel dazu führe sie Gespräche mit Behörden – so zum Beispiel auch mit dem Sportamt, in dessen Besitz am Ende des Verfahrens die Halle Am Jakobsberg übergehen könnte.

Entscheidung fällt Ende des Jahres

Jennifer Metzler möchte über die Zukunft des Hastedter TSV beziehungsweise des Verfahrens über das Jahresende hinaus nicht spekulieren. Voraussichtlich im Dezember werde das Gericht entscheiden, wie und mit welchen Beteiligten es dann weitergeht. Nachdem das vorläufige Insolvenzverfahren jetzt eingeleitet ist, könnten sich durchaus noch Interessenten für die Halle Am Jakobsberg melden. Die laufenden Kosten für die Halle waren es, die den HTSV in die Zahlungsunfähigkeit getrieben haben, sodass als letzte Lösung nur noch der Weg zum Amtsgericht infrage kam.

Das Schicksal des Hastedter TSV bewegt offensichtlich verstärkt auch die Verantwortlichen anderer Vereine. „Ich nehme wahr, dass die Sorge anderer Klubs größer geworden ist“, sagte die Geschäftsführerin des Landessportbunds Bremen (LSB), Karoline Müller. Sie spüre, dass vielerorts in bremischen Vereinen Existenzängste vorhanden seien. „Ein Sportverein ist eben nicht besonders geschützt“, sagte Karoline Müller. Sie setzte angesichts der insgesamt knappen Hallenkapazitäten im Bereich des LSB und angesichts der vielfältigen Belastungen der Vereine einen Hilferuf in Richtung bremische Behörden ab. „Wir sind besorgt und hoffen auf Unterstützung aus der Politik“, sagte sie.

Nächste Spieltermine

 

17:15
1. Damen

Elsflether TB — HC Bremen

18:00
1. Herren

TuS Haren — HC Bremen

19:30
A-Jugend

HC Bremen — TSG Altenhagen-Heepen

15:00
2. Damen

TS Woltmershausen — HC Bremen

17:30
2. Herren

HC Bremen — SV Werder